Kostenlose Wettprognosen – was sie leisten und was sie kosten

Updated Oktober 2026
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Stand: 20. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Bewilligungsregister der Gespa und die Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter.

Ein Fussballplatz im Morgennebel, im Mittelkreis liegt ein einzelner Ball und der Rasen glänzt vom Tau.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Eine Wettprognose ist eine Schätzung darüber, wie wahrscheinlich ein bestimmter Ausgang eines Sportereignisses ist. Sie liegt fast immer näher an fünfzig als an hundert Prozent, und sie trifft häufiger daneben als ins Schwarze. Wer trotzdem darauf wettet, zahlt dafür zunächst den Preis der Quote — und in dessen Marge steckt bereits der Teil, den der Anbieter unabhängig vom Ausgang behält. Eine Prognose ist also kein Tipp, kein Versprechen und kein System, das Gewinne erzeugt. Sie ist eine begründete Annahme, und ihr Nutzen misst sich daran, ob sie den Preis, den der Anbieter verlangt, übersteigt.

Rechtslage in der Schweiz: Wer darf auf eine Prognose wetten?

Prognosen selbst sind frei verfügbar, im Netz, am Stammtisch, in der Zeitung. Sie unterliegen keiner Bewilligungspflicht. Eine Wette darauf ist in der Schweiz aber nur bei zwei Veranstaltern legal, und beide sind seit dem Geldspielgesetz von 2019 ausdrücklich darauf beschränkt. Wer bei einem ausländischen Anbieter setzt, bewegt sich ausserhalb dieses Rahmens — mit allen Folgen, die das für Spielerschutz, Steuern und Rückforderungen hat.

Ein Wanderweg führt über eine Alpwiese zu einem Holzchalet, dahinter ragen verschneite Gipfel in den Himmel.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9'999, unter 21 Jahren CHF 1'000).

Das Geldspielgesetz und seine Folgen für das Sportwetting

Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), seit dem 1. Januar 2019 in Kraft, ordnet Sportwetten als bewilligungspflichtige Grossspiele ein. Zuständig ist nicht die Eidgenössische Spielbankenkommission, die nur für Casinos zuständig ist, sondern die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung pro ausgeschriebenem Spiel. Beide Bewilligungen wirken nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Wer ohne diese Bewilligung Sportwetten anbietet, macht sich strafbar — bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS).

Die Kantone haben den Kreis möglicher Veranstalter bewusst eng gezogen. Nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Diese Beschränkung ist nicht zufällig: Die Reinerträge aus diesen Wetten fliessen vollständig in gemeinnützige Zwecke der Kantone (Art. 125 BGS). Eine Wette auf eine Prognose, die in einem anderen Land lizenziert ist, hat in der Schweiz schlicht keine rechtliche Grundlage.

Die beiden Veranstalter und ihre Gebiete

Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, führt die Sportwetten unter dem Namen Sporttip durch. Zuständig ist sie für die Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH), den Kanton Tessin sowie das Fürstentum Liechtenstein — gemeinsam bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; ihre Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt rund 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz.

Wer ein Online-Konto eröffnen will, muss Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im jeweiligen Vertragsgebiet haben (Art. 47 Abs. 3 VGS). Beide Veranstalter prüfen die Angaben gegen Adressdatenbanken und lesen die Daten aus dem hochgeladenen Ausweis aus. Wer im Wallis wohnt, kann sich also nicht bei Swisslos registrieren — und umgekehrt. Die Spiellogik selbst ist die gleiche, das verfügbare Wettprogramm aber nicht zwingend identisch.

Was beworben werden darf und was nicht

Werbung für bewilligte Schweizer Angebote unterliegt den Regeln des Art. 74 BGS: Sie darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für nicht in der Schweiz bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und kann mit einer Busse bis zu CHF 500’000 geahndet werden (Art. 131 BGS). Für die Lesenden heisst das: Wer im Netz auf einen Schweizer Wettanbieter stösst, der nicht Swisslos oder Loterie Romande ist, sieht Werbung, die in der Schweiz selbst nicht geschaltet werden dürfte. Das ist kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Hinweis darauf, dass die Plattform im Schweizer Rahmen keine Bewilligung hat.

Ausländische Anbieter und die Sperrliste

Eine Lizenz aus einem anderen Land — Curaçao, Malta, Deutschland, irgendwo — gilt in der Schweiz nicht (Art. 4 BGS). Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren (Art. 86-93 BGS). Die Liste umfasste Ende 2025 rund 671 Domains und wird laufend aktualisiert. Sie ersetzt blockierte Domains oft innerhalb von Stunden, wenn Anbieter auf neue Adressen ausweichen.

Spielerinnen und Spieler werden in der Schweiz nicht bestraft, wenn sie bei einem ausländischen Anbieter setzen. Was fehlt, ist der Schutz: keine Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Anlaufstelle bei Streit, keine Garantie für faire Auszahlungen. Gewinne aus ausländischen Grossspielen fallen zudem in eine andere steuerliche Behandlung — der Kanton Thurgau behandelt sie als voll steuerbares Einkommen unabhängig vom Betrag, andere Kantone handhaben das anders. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, sollte das nicht als gleichwertige Variante verstehen.

Verantwortungsvolles Spielen: Was eine Prognose nicht leistet

Eine Prognose verringert das Risiko nicht. Sie verlagert es nur — von einem uninformierten Tipp zu einem informierten Tipp, dessen Trefferquote immer noch unter hundert Prozent liegt. Wer sich auf Prognosen verlässt, gewettet trotzdem, und es bleibt die Mathematik des Buchmachers. Schutz entsteht nicht durch bessere Tipps, sondern durch selbst gesetzte Grenzen, ein festes Budget und die Möglichkeit, sich selber auszuschliessen.

Verlustlimiten: Pflicht vor der ersten Wette

Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999 pro Periode; für unter 21-Jährige gilt eine Limite von höchstens CHF 1’000. Eine Senkung tritt sofort in Kraft, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden — diese Sperrfrist ist in den Swisslos-Bedingungen verankert und soll verhindern, dass eine emotionsgetriebene Entscheidung am Spieltag die Limite gleich wieder sprengt. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage festlegen.

Das BGS schreibt vor, dass Anbieter solche Limiten anbieten müssen (Art. 87 VGS). Es schreibt aber keine fixe Höhe vor. Die maximale Verlustlimite, die ein Anbieter anbieten darf, ist CHF 9’999 — höher geht es nicht. Wer tiefer ansetzt, schränkt sich selber ein, und das ist der Sinn der Übung: Die Limite ist kein Sicherheitsnetz des Staates, sondern ein Werkzeug des Spielenden. Wer sie gar nicht erst setzt oder sie gleich am ersten Tag hochfährt, hat den Schutz faktisch ausgehebelt.

Die Spielsperre und das Sperrregister

Spielende können sich bei Swisslos produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein (Art. 80-82 BGS). Eine freiwillige Sperre lässt sich frühestens nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Wer sich selber sperrt, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne aus dieser Zeit (Art. 45 BGS).

Diese Sperre funktioniert nur in der Schweiz. Sie greift nicht bei ausländischen Anbietern, und genau deshalb ist die Sperrregister-Logik mit dem Verbot ausländischer Anbieter verschränkt: Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat weder die Sperre noch die Kontrolle durch Schweizer Aufsicht. Für Personen, die ihr Spielverhalten kontrollieren wollen, ist die rechtliche Lage also eindeutig: nur bei den beiden Schweizer Veranstaltern sperren, nirgendwo sonst.

Mindestalter und ein Konto pro Person

Online-Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich (Art. 72 BGS). Bei Sporttip gilt: Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten — Eigenwetten sind ausgeschlossen. Jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Das ist kein Bonus, sondern Pflicht: Wer ein zweites Konto anlegt, um eine Sperre zu umgehen, verstösst gegen die Teilnahmebedingungen und riskiert die Sperrung aller Guthaben.

Wett- und Gewinnlimiten, die jedes Angebot mitbringt

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ändern. Bei Jouez Sport liegt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst dort 2 bis 10 Voraussagen, und die Mindestquote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Das sind keine Werbeversprechen, sondern technische Limits. Wer mit mehreren hundert Franken Einsatz plant, sollte wissen, dass die Obergrenze pro Wette bei CHF 1’000 liegt — und wer mit einer Kombi hohe Quoten sucht, ist durch die maximale Gesamtquote von 100’000 bei der Loterie Romande gedeckelt. Diese Zahlen gehören zum Preis, den die Lizenz mit sich bringt.

Aufbau einer Prognose: Wie aus Daten eine Wahrscheinlichkeit wird

Eine Prognose ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage, keine Wahrheitsaussage. Wer sie erstellt, schätzt, wie wahrscheinlich ein Heimsieg, ein Unentschieden oder ein Auswärtssieg ist, addiert die drei Schätzungen, und prüft dann, ob sie zusammen ungefähr hundert ergeben. Tun sie das nicht, ist die Schätzung intern inkonsistent, und an diesem Punkt beginnt die eigentliche Arbeit.

Form, Heimvorteil, Statistik — und was sie erklären

Die Grundlage jeder seriösen Prognose sind vier Bausteine: die aktuelle Form der Mannschaft, der Heimvorteil, die statistische Bilanz vergleichbarer Spiele und die Quote, die der Markt dafür zahlt. Form meint nicht den letzten Sieg, sondern die Tendenz über mehrere Spiele — Punkte aus den letzten fünf oder zehn Partien, Tordifferenz, Verletzungssituation. Heimvorteil ist im Fussball messbar: Heimmannschaften gewinnen häufiger, das zeigen die Daten seit Jahrzehnten. Statistik bildet die Vergleichsbasis: Wie oft hat Mannschaft A gegen Mannschaft-Typ B in den letzten Jahren gewonnen, wie oft verloren, wie oft unentschieden gespielt?

Diese Bausteine allein ergeben noch keine Prognose, sondern einen Korridor. Erst die Zusammenführung liefert eine Wahrscheinlichkeit: Wenn die Form gut ist, der Heimvorteil trägt und die statistische Bilanz passt, sagen wir 55 Prozent Heimsieg. Wenn eines dieser Elemente widerspricht, sinkt die Zahl. Eine seriöse Prognose gibt am Ende eine Zahl aus, nicht ein «Heimsieg» oder «Auswärtssieg».

Der Vergleich macht den Wert

Die Frage ist nicht, ob die Prognose stimmt, sondern ob sie besser ist als die Quote. Ein Buchmacher bietet auf einen Heimsieg die Quote 1.90 an. Das entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von rund 52.6 Prozent — der Markt schätzt den Heimsieg also etwas höher als 50:50. Wenn die eigene Prognose 55 Prozent sagt, ist das ein Plus von rund 2.4 Prozentpunkten gegenüber dem Markt. Das ist ein sogenannter Value Bet: Die eigene Einschätzung übersteigt die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote, und genau darin liegt der Wert, nicht in der Trefferquote.

Umgekehrt: Wenn die eigene Prognose nur 50 Prozent sagt, der Markt aber 52.6 Prozent impliziert, dann liegt der Markt höher, und die Wette hat keinen Wert. Wer trotzdem setzt, gewettet gegen eine bessere Einschätzung. Eine Prognose ohne Vergleich mit der Quote ist also bloss eine Schätzung; mit dem Vergleich wird sie zu einer Wettentscheidung.

Warum die Marge jede Prognose schmälert

Jede Quote, die ein Anbieter anbietet, enthält eine Marge. Sie ist der Teil, den der Anbieter pro eingesetzter Einheit einbehält, unabhängig vom Ausgang. Bei einer Zwei-Wege-Wette mit zwei ausgeglichenen Quoten 1.90 / 1.90 sieht die Rechnung so aus: 1 geteilt durch (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 0.5263 — der Buchmacher zahlt 52.63 Prozent der Einsätze zurück, behält also etwa 47.4 Prozent Marge. Das ist weit mehr als üblich und dient hier nur als Rechenbeispiel; reale Schweizer Quoten auf ausgeglichene Ereignisse liegen näher an 1.85, was die Marge weiter erhöht. Die Rechnung bleibt: Die Marge der Schätzung ist die Hürde, die jede Prognose zuerst überwinden muss.

Das hat zwei Folgen. Erstens: Wer auf ein ausgeglichenes Ereignis ohne erkennbaren Informationsvorsprung setzt, verliert im Schnitt pro Wette die halbe Marge. Bei 5 Prozent Marge sind das etwa fünf Rappen pro Franken Einsatz, die im Durchschnitt weggehen. Zweitens: Wer eine Prognose erstellt, die 55 Prozent sagt, muss wissen, dass die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote oft schon bei 50 Prozent liegt und der eigene Vorteil gegen die Marge arbeitet. Eine gute Prognose berücksichtigt die Marge also nicht erst am Ende, sondern kalkuliert sie in die Schwelle ein, ab der eine Wette «Value» hat.

Was eine Prognose nicht kann

Eine Prognose sagt nichts über die Zukunft. Sie sagt, dass eine bestimmte Entwicklung wahrscheinlicher ist als eine andere, und sie kann morgen falsch beschreiben. Sie funktioniert nur über lange Zeiträume und nur dann, wenn die Methode konsequent angewendet wird. Wer auf eine einzelne Prognose setzt, gewettet auf eine Wahrscheinlichkeit, kein Ergebnis. Das klingt nach einem feinen Unterschied, ist aber der Punkt, an dem sich die meisten Missverständnisse entscheiden: Eine Prognose ist ein Werkzeug für Serien, nicht für einzelne Spiele.

Prognosen für Turniere versus Ligaspiele

Für einzelne Ligaspiele liegen mehr Daten vor: Die beiden Mannschaften treffen sich regelmässig, die Spieler sind bekannt, die Taktiken dokumentiert. Für ein Turnier wie eine WM oder EM trifft das nur teilweise zu — neue Mannschaften, neue Trainer, kürzere Vorbereitung. Die Datenbasis ist dünner, die Ausreisserquote höher. Eine seriöse Prognose für ein einzelnes K.-o.-Spiel einer WM ist deshalb fast wertlos: Zu viele Einzelfaktoren (Verletzungen im Training, Wetter, Schiedsrichterentscheidungen) überlagern die statistische Grundlage. Eine Prognose über den wahrscheinlichsten Weltmeister ist eher zulässig, weil hier über mehrere Spiele gemittelt wird — aber auch dort sind die Vorhersageintervalle gross. Wer für ein einzelnes Turnierspiel einen Tipp sucht, sollte berücksichtigen, dass die Marktquote bereits eine fundierte Schätzung widerspiegelt und ein eigener Vorteil gegenüber dem Buchmacher kaum zu erzielen ist.

Kostenlose Prognosen und ihre Tücken

Kostenlose Prognosen, wie sie im Netz zahlreich angeboten werden, sind meist einzelne Tipps ohne erkennbare Methode. Sie kommen ohne Wahrscheinlichkeitsaussage, ohne Quotenvergleich, ohne Trefferstatistik über lange Zeiträume. Wer sich an einer einzelnen kostenlosen Prognose orientiert, hat kein Werkzeug, sondern nur einen Tipp. Der Tipp kann stimmen, aber er kann genauso gut danebenliegen, und es gibt keinen Mechanismus, der das eine vom anderen trennt. Die seriösere Variante ist ein Anbieter, der Methode, Trefferquote und Auswahl über Monate oder Jahre offenlegt — und der die Marge des Marktes in seine Bewertung einbezieht.

Die zehn relevantesten Wettanbieter im Überblick

Die folgende Übersicht listet die zwei Schweizer Veranstalter und acht ausländische Plattformen ohne Schweizer Bewilligung. Ausländische Anbieter sind hier zur Information aufgeführt, weil Schweizer Spielende ihnen im Netz begegnen; ihre Bewertung folgt denselben Kriterien wie bei den lizenzierten Veranstaltern, mit dem entscheidenden Unterschied, dass sie keine Schweizer Bewilligung besitzen.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / berichtete Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung (Grossspiel) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung (Grossspiel) Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
HornetBet keine nicht etabliert, keine Kraft in der Schweiz
myBet keine nicht etabliert, keine Kraft in der Schweiz
Betovo keine nicht etabliert, keine Kraft in der Schweiz
BassBet keine nicht etabliert, keine Kraft in der Schweiz
GG.BET keine nicht etabliert, keine Kraft in der Schweiz
FortuneJack keine nicht etabliert, keine Kraft in der Schweiz
BetLabel keine nicht etabliert, keine Kraft in der Schweiz
Jackbit keine nicht etabliert, keine Kraft in der Schweiz

Swisslos Sporttip

Swisslos ist einer der zwei Veranstalter, denen das BGS Sportwetten in der Schweiz erlaubt. Die Bewilligung umfasst sowohl die Veranstalterbewilligung als auch die Spielbewilligung für das Produkt Sporttip, und die Aufsicht liegt bei der Gespa. Gegründet wurde die Genossenschaft auf Grundlage der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen von 2019, und der Geschäftsbericht 2025 wurde am 13. Februar 2026 in Basel veröffentlicht. Wer ein Online-Konto eröffnen will, muss im Vertragsgebiet wohnen: die Deutschschweizer Kantone, der Kanton Tessin und Liechtenstein.

Das Wettprogramm umfasst die von der Gespa bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen. Livewetten sind zulässig; wird eine Livewette nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert, zählt sie mit Quote 1.00. Cash-Out ist nur online verfügbar und nur als vollständiger Cash-Out ohne Teilauszahlung, eine Garantie pro Markt besteht nicht. Quotenboosts und Profitboosts sind nur online nutzbar, pro Person nur einmal, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das Spielguthaben auf dem Wallet kann per Online-Zahlung oder Einzahlungsschein gekauft werden, mindestens CHF 20, höchstens CHF 10’000 in 30 Tagen, sofern das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Für die Auszahlung auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto sind pro 365 Tage zwei Auszahlungen kostenlos; ab der dritten kann eine Kommission von 3 Prozent anfallen.

Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt und legal auf Prognosen setzen will, hat an Sporttip keine sinnvolle Alternative. Wer regelmässig wettet, sollte die Verlustlimiten bewusst setzen und sich nicht von Boosts oder Quotenaktionen zum Überschreiten des eigenen Budgets verleiten lassen — die Boosts sind zeitlich begrenzt und auf einen Boost pro Wettenden beschränkt, was die Mechanik verschiebt, aber die Marge nicht aufhebt.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande ist der zweite vom BGS zugelassene Sportwettenveranstalter. Ihre Bewilligung deckt das Produkt Jouez Sport, betrieben aus Lausanne, mit Verkaufsstellen in der ganzen Westschweiz. Das Vertragsgebiet umfasst die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura — wer dort wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen, alle anderen nicht.

Die Spielregeln unterscheiden sich in einigen Punkten von Sporttip: Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Mindestquote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Spielregeln stammen aus der 17. Auflage des Règlement Jouez Sport von September 2024 und gelten seither unverändert in dieser Form. Bei der Loterie Romande sind die Gewinnlimits höher als bei Sporttip, dafür ist die maximale Gesamtquote einer Kombi gedeckelt — ein Unterschied, der sich je nach Wettstrategie unterschiedlich auswirkt.

Für Bewohnerinnen und Bewohner der Westschweiz ist Jouez Sport die einzige legale Adresse. Wer eine Kombiwette mit hoher Gesamtquote plant, sollte die maximale Gesamtquote von 100’000 im Auge behalten; wer auf den Höchstgewinn zielt, profitiert vom höheren Limit gegenüber Sporttip. Die Mechanik ist insgesamt konservativer als bei ausländischen Anbietern, aber genau das ist der Preis der Schweizer Bewilligung — sie schützt und schränkt zugleich.

HornetBet

HornetBet verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Die im Netz ausgewiesene Lizenz ist nicht etabliert; eine Lizenz aus einem anderen Land hat in der Schweiz keine rechtliche Kraft (Art. 4 BGS). Damit fehlt der Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister, der Schutz bei Streitfällen und die Aufsicht durch die Gespa. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen, was den Zugang aus dem Inland blockiert.

Für Schweizer Spielende ist HornetBet keine gleichwertige Alternative zu Sporttip oder Jouez Sport. Wer dort spielt, gewettet ausserhalb des Schweizer Rahmens, mit allen steuerlichen und rechtlichen Folgen. Wer die Plattform dennoch nutzt, muss ohne Schweizer Schutz auskommen; eine verlässliche Auszahlung ist dort nicht garantiert, sondern hängt allein vom Goodwill des Anbieters ab.

myBet

Auch myBet hat keine Schweizer Bewilligung, und die berichtete Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft. Die Plattform kann auf der Gespa-Sperrliste stehen; der Status der Domain ändert sich laufend. Wer myBet nutzt, hat keinen Schweizer Schutz, kein Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht. Das gilt auch dann, wenn die Plattform eine EU-Lizenz vorweist — entscheidend ist die fehlende Schweizer Bewilligung.

Für eine Bewertung ist myBet aus Schweizer Sicht nicht zugänglich. Wer dort spielt, sollte verstehen, dass die Lizenz, die im Netz angegeben wird, ein anderes Rechtssystem betrifft und hier keine Anwendung findet.

Betovo

Betovo fällt in dieselbe Kategorie: keine Schweizer Bewilligung, berichtete Lizenz nicht etabliert, keine Kraft in der Schweiz. Die Plattform ist nicht an das Sperrregister angeschlossen, und Schweizer Spielende haben keine Anlaufstelle für Streitigkeiten. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste blockiert werden.

Wer aus der Schweiz auf Betovo zugreift, bewegt sich ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens. Das ist kein Urteil über die Plattform selbst, sondern eine Feststellung über die Schweizer Rechtslage. Die Lizenz, die Betovo führt, gilt in einem anderen Rechtssystem.

BassBet

BassBet verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Die Lizenz, die auf der Plattform angegeben wird, hat in der Schweiz keine Gültigkeit, und die Aufsicht durch Schweizer Behörden findet nicht statt. Bei einer Beschwerde gibt es keine Schweizer Anlaufstelle, und die Auszahlung hängt allein an der Bereitschaft des Anbieters.

Für Spielende in der Schweiz bedeutet das: BassBet kann genutzt werden, ist aber rechtlich eine Grauzone. Wer dort spielt, sollte sich nicht auf einen Schweizer Schutz verlassen.

GG.BET

GG.BET hat keine Schweizer Bewilligung. Die Plattform richtet sich stark an Esports-Märkte — was im Schweizer Wettprogramm ohnehin keine Rolle spielt, weil Esports nicht auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten steht. Auch sonst gilt: berichtete Lizenz nicht etabliert, keine Kraft in der Schweiz, kein Anschluss an das Sperrregister.

Wer aus der Schweiz auf GG.BET spielt, hat keine rechtliche Grundlage im Schweizer Rahmen. Die Plattform bietet Wettmärkte an, die in der Schweiz gar nicht zugänglich sind, und überschreitet damit zusätzlich die Grenzen des bewilligten Wettprogramms.

FortuneJack

FortuneJack hat keine Schweizer Bewilligung, und die Lizenzangaben im Netz haben in der Schweiz keine Gültigkeit. Die Plattform gehört zu den Anbietern, die Schweizer Spielende im Netz begegnen, ohne dass eine Schweizer Bewilligung dahinter steht. Die Folgen sind die üblichen: kein Schutz, kein Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht.

Für eine seriöse Bewertung aus Schweizer Sicht gibt es keine Grundlage. Wer FortuneJack nutzt, sollte die fehlende Schweizer Bewilligung als Ausschlusskriterium verstehen.

BetLabel

BetLabel hat keine Schweizer Bewilligung. Die berichtete Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft, und die Aufsicht durch die Gespa findet nicht statt. Die Plattform kann auf der Sperrliste stehen und ist aus Schweizer Sicht nicht zugänglich im rechtlichen Sinn.

Wer aus der Schweiz auf BetLabel wettet, bewegt sich ausserhalb des Schweizer Rahmens. Die Lizenz, die BetLabel führt, betrifft ein anderes Rechtssystem und bietet in der Schweiz keinen Schutz.

Jackbit

Jackbit hat keine Schweizer Bewilligung, und die Lizenz, die im Netz angegeben wird, hat in der Schweiz keine Gültigkeit. Wie bei den anderen ausländischen Anbietern ohne Schweizer Bewilligung gilt: kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, keine Anlaufstelle bei Streit.

Für Schweizer Spielende ist Jackbit keine legale Alternative zu den Schweizer Veranstaltern. Wer dort spielt, sollte sich bewusst sein, dass die rechtliche Lage in der Schweiz eindeutig ist: nur Swisslos und Loterie Romande haben eine Bewilligung für Sportwetten.

Die Marge als Grundlage jeder Wettentscheidung

Die Marge eines Anbieters ist der Teil jedes eingesetzten Frankens, den er unabhängig vom Ausgang behält. Sie steckt in jeder Quote und entscheidet, was von einer Prognose übrig bleibt, bevor das Spiel überhaupt angepfiffen wird. Wer eine Wette platziert, ohne die Marge zu kennen, gewettet gegen eine Hürde, die er nicht sieht.

Eine Sanduhr steht auf einem Holztisch neben einer Brille, hinter dem Fenster laufen Regentropfen über das Glas.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus beträgt 5 % bei vier und 20 % bei sieben.

Wie die Marge berechnet wird

Die Berechnung der Marge beginnt mit der Auszahlungsquote. Für eine Zwei-Wege-Wette mit zwei Quoten q₁ und q₂ gilt: 1 geteilt durch (1/q₁ + 1/q₂). Das Ergebnis ist der Anteil der Einsätze, den der Anbieter im fairen Fall zurückzahlt. Die Marge ist 100 Prozent minus diesen Anteil.

Ein Beispiel mit zwei ausgeglichenen Quoten 1.90 / 1.90: Die Auszahlungsquote beträgt 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 0.5263. Der Anbieter zahlt also etwa 52,6 Prozent der Einsätze zurück, behält 47,4 Prozent. Das ist weit mehr als üblich und dient hier nur als Rechenbeispiel; reale Margen auf ausgeglichenen Ereignissen liegen meist im Bereich von 4 bis 8 Prozent, was einer Auszahlungsquote von 92 bis 96 Prozent entspricht. Eine typische reale Quote von 1.85 / 1.85 ergäbe eine Auszahlungsquote von rund 0’541 und damit eine Marge von etwa 45.9 Prozent — ebenfalls extrem hoch und nur als Rechenbeispiel zu verstehen. Seriös kalkulierende Anbieter im Schweizer Markt bewegen sich eher bei Quoten um 1.90 mit einer Marge von etwa 5 Prozent; eine illustrative Rechnung mit zwei hypothetischen Quoten 1.95 / 1.95 ergäbe 1 ÷ (1/1.95 + 1/1.95) ≈ 0.5128, also etwa 51.3 Prozent Auszahlung und etwa 48.7 Prozent Marge — wiederum nur eine Rechenübung.

Was die Formel zeigt, ist die Mechanik: Je ausgeglichener die Quoten, desto höher die Marge bei gegebenem Quotenniveau; je höher die Quoten, desto näher an der fairen Auszahlung. Der Anbieter gleicht die Marge über alle Märkte, weshalb einzelne Quoten wenig über die Gesamtbelastung aussagen.

Was die Marge für eine Prognose bedeutet

Wenn die Marge 5 Prozent beträgt und der Anbieter pro Franken Einsatz fünf Rappen einbehält, dann verliert ein durchschnittlicher Wetter im Schnitt fünf Rappen pro Franken, sofern er ohne Informationsvorsprung setzt. Eine Prognose, die einen Informationsvorsprung behauptet, muss diesen Vorsprung gegen die Marge durchsetzen. Eine Prognose, die nur 50 Prozent sagt und gegen eine implizite Wahrscheinlichkeit der Quote von 52.6 Prozent antritt, hat keinen Wert. Erst wenn die eigene Schätzung die implizierte Wahrscheinlichkeit deutlich übersteigt, wird die Marge überwunden.

Das ist die Mechanik, die jede kostenlose Prognose ignoriert, die einfach «Heimsieg» sagt, ohne zu erwähnen, dass der Markt dasselbe schon eingepreist hat. Eine seriöse Prognose nennt die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote, vergleicht sie mit der eigenen Schätzung und bezeichnet den Unterschied. Tut sie das nicht, ist sie bloss eine Meinung, kein Werkzeug.

Die Marge als Argument gegen Mehrfachwetten

Bei Kombiwetten multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen, und mit jeder weiteren Voraussage steigt die kumulierte Marge. Eine Dreier-Kombi aus drei Einzelmärkten mit je 5 Prozent Marge hat eine kumulierte Marge, die deutlich über 5 Prozent liegt. Wer mit Kombis wettet, zahlt also nicht nur die Marge jedes einzelnen Marktes, sondern einen Aufschlag obendrauf. Dazu kommen Limits: Bei Sporttip verlangt der Kombiboost mindestens vier Voraussagen mit Quote je mindestens 1.50 und liefert einen Bonus auf den Nettogewinn von 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, mit Limiten auf Einsatz und Erhöhung. Der Boost ist also nicht gratis, sondern an strenge Bedingungen geknüpft, die nur bei sehr langen Kombis einen Effekt haben.

Für jemanden, der auf Mehrfachwetten setzt, ist die Konsequenz klar: Die Marge steigt mit der Anzahl Voraussagen, und der Boost federt das nur bei sehr langen Kombis teilweise ab. Wer Kombis wettet, sollte die kumulierte Marge kennen, bevor er den Schein abgibt.

Steuern, Zahlungen und weitere Spielregeln bei Sporttip und Jouez Sport

Die Lizenz bringt nicht nur Pflichten mit sich, sondern auch Regeln, die das Wettverhalten strukturieren: von den Verlustlimiten bis zur Behandlung von Gewinnen. Wer bei einem der beiden Schweizer Veranstalter spielt, bekommt ein definiertes Spielumfeld — mit allen Vor- und Nachteilen gegenüber ausländischen Anbietern.

Gewinnberechnung, Rundung und Limits bei Sporttip

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinn aus Einsatz mal Quote; bei Kombinationen ist es Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Das ist eine kleine, aber sichtbare Mechanik: Bei einer Quote von 2’345 und einem Einsatz von CHF 10 wird der Gewinn zuerst auf 23.45 gerundet und dann auf 23.45 abgerundet — das ändert sich erst, wenn die Quote genug Nachkommastellen mitbringt, dass die Aufrundung von zwei auf fünf Rappen einen Sprung zählt. In der Praxis fällt das nicht ins Gewicht, aber es zeigt, dass die Mechanik nicht zuletzt eine technische ist.

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00. Wer regelmässig auf Kombis setzt, sollte dieses Verhalten kennen — eine abgesagte Voraussage drückt die Gesamtquote und kann den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust ausmachen.

Verjährung, Auszahlung und die richtige Bankverbindung

Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks. Bei verweigerter Auszahlung ist eine Einsprache innert zehn Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Wer lange mit der Reklamation wartet, verliert den Anspruch — und das ist der Grund, warum die Frist nicht beliebig lang ist. Auszahlungen von Gewinnen bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne darüber werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert drei Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen.

Wer eine Auszahlung beantragt, braucht ein Bank- oder Postkonto auf den eigenen Namen — das schreibt die Verordnung vor (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen, Kryptowährungen und Auszahlungen auf Drittkonten sind im Schweizer Rahmen nicht möglich. Wer sein Konto auf den einer Partnerin oder eines Partners laufen lässt, riskiert die Auszahlung; wer auf ein Konto im Ausland auszahlen lassen will, hat keine Grundlage.

Livewetten, Cash-Out und spielentscheidende Situationen

Bei Sporttip-Livewetten zählt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten, also stornieren oder als wirkungslos behandeln. Das ist eine Schutzregel zugunsten des Anbieters und der Fairness: Wer erst nach dem Elfmeter auf den Elfmeter setzt, gewettet nicht.

Cash-Out ist nur online verfügbar, nur als vollständiges Cash-Out, ohne Teilauszahlung, und nur für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn ohne vorzeitige Auszahlung, hängt vom Stand des Spiels ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Wer sich auf Cash-Out verlässt, sollte wissen, dass es keine Garantie ist und der Betrag nicht dem späteren Gewinn entspricht.

Voneinander abhängige Ereignisse und der Bet Builder

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Kombinationen, die Swisslos irrtümlich ohne diese Funktion annimmt, kann sie für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer etwa «Heimsieg» und «über 2.5 Tore» im selben Spiel als Kombi ohne Bet Builder abgeben will, läuft Gefahr, dass die Kombi storniert wird. Das ist keine Schikane, sondern eine Regel zur Vermeidung offensichtlich abhängiger Wetten, die der Anbieter sonst nicht akzeptieren würde.

Verkaufsstellen, App und QR-Code

Sporttip-Wetten lassen sich online bei Swisslos oder über die Sporttip App für iOS und Android abgeben. Wetten, die in der App zusammengestellt werden, lassen sich per QR-Code an einer Sporttip-Verkaufsstelle spielen. Wer keinen Online-Zugang hat oder die Wette lieber an der Verkaufsstelle abgeben will, hat diese Brücke zwischen App und Kasse.

Steuern auf Gewinne

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Der Bundessteuerfreibetrag liegt seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich. Wer den Freibetrag übersteigt, zahlt 35 Prozent Verrechnungssteuer, die bei der Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Wer weit darunter bleibt, zahlt keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Das ist die Standardregel; die konkrete Handhabung im Einzelfall gehört mit dem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung geklärt, weil die Freibeträge je nach Kanton variieren.

Gewinne aus ausländischen Grossspielen fallen in eine andere Kategorie: Der Kanton Thurgau behandelt sie als voll steuerbares Einkommen unabhängig vom Betrag. Andere Kantone handhaben das anders; die Frage gehört vor einer Auszahlung geklärt, nicht im Nachhinein.

Überblick: Was eine seriöse Auseinandersetzung mit Prognosen leistet

Wer sich mit Prognosen beschäftigt, sollte sich am Ende fragen, was er eigentlich gewonnen hat. Eine Prognose ist kein Gewinnversprechen, kein System und kein Trick. Sie ist eine Methode, die Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs zu schätzen und diese Schätzung mit der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote zu vergleichen. Tut sie das, ist sie ein Werkzeug. Tut sie es nicht, ist sie eine Meinung, und Meinungen haben auf einem Wettschein nichts verloren.

Die Schweizer Veranstalter im Vergleich

Sporttip und Jouez Sport sind die beiden einzigen legalen Adressen in ihrem jeweiligen Vertragsgebiet. Sie unterscheiden sich in der Mechanik — Sporttip mit dem Kombiboost und höheren Limits pro Wette (CHF 1’000), Jouez Sport mit höheren Höchstgewinnen (CHF 300’000 pro Wette, CHF 1’000’000 über alle Multiples) und einer gedeckelten Gesamtquote von 100’000 bei Kombis. Für wen welche Variante besser passt, hängt von der Wettstrategie ab: Wer regelmässig Einzelwetten platziert, ist bei beiden gut aufgehoben; wer auf lange Kombis zielt, findet bei Sporttip den Boost, dafür bei Jouez Sport die höhere Gewinnlimite. Wer im jeweils anderen Vertragsgebiet wohnt, hat keine Wahl, weil die Online-Registrierung an den Wohnsitz gekoppelt ist.

Ausländische Anbieter im Vergleich

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung sind keine Alternative zu den Schweizer Veranstaltern. Sie mögen ein grösseres Wettprogramm, höhere Quoten oder andere Boni bieten — all das hilft nicht, wenn im Streitfall keine Schweizer Anlaufstelle existiert und die Domain jederzeit auf der Sperrliste landen kann. Wer auf einer ausländischen Plattform spielt, sollte bedenken, dass die dort ausgewiesene Lizenz ausserhalb des Schweizer Rechtssystems steht und hier keinerlei rechtliche Wirkung entfaltet.

Die wichtigste Regel zum Schluss

Wer wettet, sollte sich vorher drei Fragen beantworten: Wie viel darf ich maximal verlieren, ohne dass es weh tut? Welche Methode verwende ich, um die Quoten zu bewerten? Und wann höre ich auf? Die erste Frage lässt sich mit den Verlustlimiten der Schweizer Veranstalter beantworten. Die zweite ist die Prognose. Die dritte ist die Spielsperre, die man sich selbst auferlegt, bevor man sie braucht. Eine seriöse Auseinandersetzung mit Prognosen endet nicht beim Wettschein, sondern bei der Selbsterkenntnis, dass jede Prognose auch danebenliegen kann — und dass das, was bleibt, weniger die einzelne Wette als die Gewohnheit ist, mit der man wettet.

Häufige Fragen

Was ist eine Wettprognose, und worauf basiert sie?

Eine Wettprognose schätzt die Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs — Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg, Tore, Handicap. Wettdaten, die in eine seriöse Prognose einfliessen, sind die aktuelle Form, der Heimvorteil, die statistische Bilanz vergleichbarer Spiele und die Wettquote des Marktes. Aus diesen Bausteinen entsteht eine Wahrscheinlichkeitsaussage, die mit der implizierten Wahrscheinlichkeit der Quote verglichen wird. Eine seriöse Prognose endet mit einer Zahl, nicht mit einem Tipp.

Warum ist eine kostenlose Wettprognose keine Garantie für einen Gewinn?

Eine Prognose ist eine Schätzung, kein Versprechen. Selbst eine fundierte Methode trifft in weniger als der Hälfte der Fälle daneben — der Wert liegt in der langen Frist, nicht im einzelnen Spiel. Dazu kommt die Marge des Anbieters, die jeden Einsatz schmälert, bevor das Spiel überhaupt angepfiffen wird. Wer auf eine einzelne kostenlose Prognose setzt, gewettet auf eine Wahrscheinlichkeit, kein sicheres Ergebnis.

Welche Rolle spielen Quoten bei der Bewertung einer Prognose?

Quoten sind der Preis, den der Anbieter für einen Ausgang zahlt, und damit das wichtigste Vergleichselement. Eine Quote von 2.00 entspricht einer implizierten Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent; eine Quote von 1.50 entspricht 66.7 Prozent. Wenn die eigene Prognose höher liegt als die implizierte Wahrscheinlichkeit, hat die Wette einen Wert; wenn sie tiefer liegt, hat sie keinen. Die Quote ist also nicht bloss eine Zahl auf dem Wettschein, sondern der Massstab, gegen den jede Schätzung antritt.

Was ist die Marge eines Wettanbieters?

Die Marge ist der Teil jedes Einsatzes, den der Anbieter unabhängig vom Ausgang behält. Für eine Zwei-Wege-Wette berechnet sie sich als 100 Prozent minus 1 geteilt durch (1/Quote₁ + 1/Quote₂). Bei zwei ausgeglichenen Quoten 1.90 / 1.90 ergibt sich rechnerisch eine Auszahlungsquote von etwa 52.6 Prozent und damit eine Marge von etwa 47.4 Prozent — ein bewusst hoch gewähltes Rechenbeispiel, das die Mechanik zeigt; reale Margen auf ausgeglichenen Ereignissen liegen typischerweise im einstelligen Prozentbereich. Wer ohne Berücksichtigung der Marge setzt, verliert im Schnitt mehr, als die Prognose trägt.

In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweizer Kantone, den Kanton Tessin und Liechtenstein sowie die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Wer ein Online-Konto eröffnen will, muss im jeweiligen Vertragsgebiet wohnen. Alle anderen Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung und sind rechtlich nicht zugänglich — auch wenn sie im Netz präsent sind und mit Lizenzen aus anderen Ländern werben.

Sind Prognosen für grosse Turniere verlässlicher als für Ligaspiele?

Das ist paradoxerweise oft umgekehrt. Für einzelne Ligaspiele liegen mehr Daten vor, die Mannschaften sind bekannt, die Bilanzen dokumentiert — die Prognose ist auf einer breiteren Basis. Für ein einzelnes K.-o.-Spiel einer Weltmeisterschaft oder eines ähnlichen Turniers sind die Daten dünner, die Ausreisserquote höher, und die Überraschungen häufiger. Eine Prognose für den Turniersieger, die über mehrere Spiele mittelt, hat eher Substanz als eine für ein einzelnes Achtelfinalspiel, in dem eine einzige Szene das Ergebnis kippen kann.

Inhalt erstellt vom Team «Quoten Rechner Info»