Wimbledon-Wetten in der Schweiz: Was die zwei bewilligten Veranstalter wirklich bieten

Updated Oktober 2026
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Stand: 20. Oktober 2026 – geprüft gegen die Gespa-Liste zugelassener Sportarten und Wettarten (Fassung 10.09.2026).

Ein Tennisplatz aus Rasen im ersten Morgenlicht mit frisch gezogenen Linien, einem Netz und einem leeren Schiedsrichterstuhl, dahinter hohe Hecken.
Die Wimbledon Championships 2026 fanden vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 in London auf Rasen statt und waren die 139. Austragung.

Eine Wette auf Wimbledon ist in der Schweiz kein offenes Marktsegment. Wer hier auf das Herreneinzel oder einen Tiebreak im Damenviertelfinale setzen will, hat genau zwei seriöse Türen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide stützen sich auf dieselbe interkantonale Vereinbarung, beide sind der Gespa rechenschaftspflichtig, beide dürfen nur innerhalb ihres Vertragsgebiets ein Online-Konto eröffnen. Wer im Tessin sitzt, spielt nicht bei Jouez Sport mit; wer in Genf wohnt, bekommt kein Sporttip-Konto. Diese geografische Zweiteilung ist nicht das letzte Wort, aber sie ist die Struktur jeder Überlegung, die auf dieser Seite folgt.

Was auf dieser Seite steht, ist die Frage, was eine Wimbledon-Wette hierzulande kostet – an Quote, an Einsatzlimit, an Spielerschutz und an Zeit. Wer ein Wettkonto bei einem der beiden Veranstalter hat, was eine 1.90/1.90-Marge über die Chancen aussagt, wann ein Cash-Out wirklich Geld bringt und wann nicht, welche Livewetten-Regel gilt, sobald ein Ballwechsel entschieden ist: Das sind die Punkte, an denen das meiste Geld liegen bleibt, und sie sind hier in der Reihenfolge aufgeschrieben, in der ein Wettender sie bei einem Grand-Slam-Turnier tatsächlich antrifft.

Wie Wimbledon-Quoten funktionieren – von der Einzelwette zum Kombiboost

Eine Quote ist kein Tipp, sie ist eine Erwartung. Wer 100 Franken auf Sinner zum Sieg gegen einen Aussenseiter zu 1.50 setzt, bekommt im Gewinnfall 150 Franken zurück, den Einsatz eingeschlossen. Bei einer Quote von 2.50 sind es 250 Franken, und bei 3.00 der gleiche Einsatz mit 300 Franken Auszahlung. Die Faustregel hinter jeder Quote: Auszahlung = Einsatz × Quote, der Reingewinn darunter ist Einsatz × (Quote − 1). Das ist keine Schweizer Sonderregel, das ist die weltweite Konvention der Buchmacher. Sporttip schreibt sie fast wörtlich in die Spielregeln: Einsatz mal Quote, bei Kombinationen das Produkt der Einzelquoten, anschliessend Rundung zuerst auf zwei Nachkommastellen, dann auf fünf Rappen genau. Wer drei Begegnungen kombiniert und jede Einzelquote liegt bei 1.80, ergibt sich eine Gesamtquote von 1.80 × 1.80 × 1.80 = 5.83, der mögliche Gewinn aus einem 100-Franken-Einsatz also 583 Franken – brutto, vor der Korrektur durch den Anbieter.

Ein gelber Tennisball liegt im Gras neben der weissen Grundlinie, Tau glitzert auf den Halmen im flachen Sonnenlicht.
Die ersten Lawn Tennis Championships in Wimbledon begannen am 9. Juli 1877 an der Worple Road.

Diese Korrektur ist die Marge, und sie sitzt unsichtbar in jeder einzelnen Quote. Sie ist der Anteil des Einsatzes, den der Veranstalter im Schnitt behält – nicht bei einem konkreten Spiel, sondern über ein ganzes Marktsegment hinweg gerechnet. Die Formel dazu: Man bildet für jeden möglichen Ausgang eines Marktes den Kehrwert der Quote (1/Quote), addiert diese Kehrwerte und teilt 1 durch die Summe. Das Ergebnis heisst Auszahlungsquote und liegt immer unter 100 Prozent. Der Rest, 100 minus Auszahlungsquote, ist die Marge.

Beispielrechnung für einen Zwei-Wege-Markt mit Quote 1.90 / 1.90:

1/1.90 + 1/1.90 = 0.5263 + 0.5263 = 1.0526

Auszahlungsquote = 1 / 1.0526 ≈ 0.9500 (95.00 %)

Marge = 100 % − 95.00 % = 5.00 %

Bei einer angenommenen Marge von etwa 5 Prozent auf einem ausgewogenen Zwei-Wege-Markt wie einem Match-Sieg ohne Handicap bedeutet das: Von 100 Franken Gesamteinsatz auf diesen einen Markt zahlt der Anbieter im statistischen Mittel rund 95 Franken zurück, die restlichen 5 Franken verbleiben als Hausvorteil. Bei einem engeren Markt mit Quote 1.50 / 2.50 liegt die Auszahlungsquote bei 0.6667 + 0.4000 = 1.0667, also 1/1.0667 = 93.75 Prozent und die Marge bei 6.25 Prozent. Wer mehrere Märkte gleichzeitig spielt, sollte im Hinterkopf behalten, dass die Marge bei Wimbledon-Turnierwetten je nach Markttyp zwischen etwa 4 und 8 Prozent schwankt – ein Korridor, kein fester Preis.

Das ist auch der Grund, warum der Buchmacher langfristig gewinnt, nicht der Wettende. Bei einem Münzwurf mit echten 50/50-Chancen läge die faire Auszahlungsquote bei 100 Prozent, jede echte Buchmacherquote liegt darunter. Die Differenz ist die Buchmacher-Marge. Auf das Wimbledon-Turnier bezogen heisst das: Ein 100-Franken-Einsatz auf einen ausgeglichenen Markt bei einer 1.90/1.90-Konstellation kostet im Erwartungswert 5 Franken. Über hundert solcher Wetten gerechnet ist das ein durchaus spürbarer Betrag.

Satz- und Matchwetten, Sieger- und Langzeitwetten

Die Gespa-Liste vom 10. September 2026 legt fest, welche Wettarten auf Tennis in der Schweiz überhaupt erlaubt sind. Siegerwetten vor Turnierbeginn, Match-Sieg im Einzel, Satz-Sieg, Game-Sieg, Handicap-Linien, Über/Unter bei Spielen, Sätzen oder Games – all das gehört zum Standardrepertoire, sofern der Veranstalter es im Programm führt. Was die Liste ausdrücklich nicht enthält: Wetten auf Eckbälle, Karten oder Ereignisse, die nichts mit dem Spielstand zu tun haben – Ecken und Karten sind ohnehin Fussball-Termini. Und auch ein Esports-Segment führt die Gespa-Liste nicht. Wer auf einen E-Sport-Wettbewerb setzen will, ist hier falsch.

Langzeitwetten, also Wetten auf den Turniersieger vor oder während der ersten Runde, funktionieren nach demselben Mechanismus. Die Quote ist tiefer, sobald das Turnier läuft, weil die Zahl der möglichen Sieger schrumpft. Vor dem ersten Aufschlag mag der Mitfavorit bei 5.00 stehen, nach drei gewonnenen Matches ohne Satzverlust ist er bei 1.80 – bei einem Produkt aus Spielstärke und verbleibender Konkurrenz. Wer hier eine Quote liest, die sehr viel höher ist als bei den Wettbewerbern, sieht entweder einen Aussenseiter oder einen Markt, in dem der Veranstalter mehr Marge einkalkuliert hat.

Kombiwetten und der Kombiboost

Die Kombiwette ist das, was die meisten Spielenden beim ersten Klick auf den Wettschein verstehen wollen. Wer zwei Spiele kombiniert, multipliziert die Quoten, nicht die Gewinne – der Einsatz bleibt gleich, die Auszahlung wächst mit dem Produkt der Einzelquoten. Die Kehrseite: Schon ein verlorener Match macht den ganzen Schein ungültig. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle Auswahlen eintreffen, ist deutlich kleiner als die einer Einzelwette, und die höhere Auszahlung kompensiert das nur teilweise.

Bei Sporttip gibt es einen Mechanismus, der genau diese Lücke anspricht: den Kombiboost. Er gilt nur online, nur bei Einzelwetten vor dem Spiel (Prematch), Livewetten und Systemwetten, und er verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Einzelquote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn staffelt sich: 5 Prozent bei vier Auswahlen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn. Wer also bei einem 100-Franken-Einsatz und einer Gesamtquote von 6.00 regulär 600 Franken brutto erhalten würde, bekommt mit dem 5-Prozent-Boost 5 Franken zusätzlich auf den Nettogewinn – klein, aber ein Hinweis darauf, dass das System für Mehrfachkombinationen belohnt. Der Boost ist pro Person einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und ein Cash-Out macht ihn zunichte: Der Boost verfällt.

Quotenboosts funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip, nur auf einer Einzelwette vor dem Spiel. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines bestimmten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Auch sie sind pro Person nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Die Idee dahinter ist immer dieselbe: Wer eine bestimmte Auswahl trifft, bekommt einen kleinen Bonus obendrauf – und der Anbieter lockt mit einer Quote, die einen Tick über dem Marktniveau liegt.

Cash-Out: vorzeitig aussteigen, mit Verlust

Cash-Out heisst, eine laufende Wette vor dem Ende zu einem vom Anbieter festgelegten Betrag zu verkaufen. Bei Sporttip funktioniert das für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber ausschliesslich online und ausschliesslich als vollständiger Cash-Out ohne Teilauszahlung. Wer cashed, bekommt nicht den möglichen Gewinn, sondern den Betrag, den der Anbieter in diesem Moment dafür bietet – und der liegt fast immer unter dem, was die Wette bei natürlichem Ausgang wert wäre.

Die Spielregeln von Sporttip sagen es selbst: Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Das heisst in der Praxis: Wer eine Wimbledon-Wette offen hält und der Gegner bricht im dritten Satz ein, sieht die Quote für einen vorzeitigen Verkauf steigen – aber selten auf den Wert, den die Wette am Ende gehabt hätte. Wer verkauft, während das eigene Spiel läuft, zahlt dafür die Differenz, und ein einmal ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Cash-Out ist ein Werkzeug für den Fall, dass man die ursprüngliche Wette nicht mehr halten will, nicht ein zweiter Gewinnpfad.

Mindest- und Höchsteinsätze, Rundung

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten 1 Franken, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette 1’000 Franken und für eine Systemwette 10’000 Franken. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Loterie Romande legt ihre eigenen Limiten fest, die in den Jouez-Sport-Bedingungen stehen. Wer regelmässig höhere Einsätze platzieren will, sollte vor der Registrierung einen Blick in die aktuellen Spielregeln werfen.

Die Rundung ist ein Detail, das im Kleinkonto: wenn der Gewinn aus Einsatz mal Quote errechnet ist, wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Aus 1.8064 wird also zunächst 1.81, dann 1.80 Franken. Bei einem 100-Franken-Einsatz auf Quote 1.8064 bedeutet das: Auszahlung 180.64 Franken, gerundet 180.60 Franken. Bei kleinen Einsätzen fällt das nicht ins Gewicht; bei langen Kombinationen mit krummer Gesamtquote können ein paar Rappen Differenz entstehen.

Wimbledon als Grand-Slam-Turnier: Spielplan, Belag und Satzregel

Wimbledon ist das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres und dauert jährlich zwei Wochen ab Ende Juni. Die Wimbledon Championships 2026 fanden vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 in London auf Rasen statt und waren die 139. Austragung. Die nächsten Wimbledon Championships werden im Sommer 2027 stattfinden; konkrete Daten standen bei Redaktion dieses Textes noch nicht fest. Das Turnier wird im Londoner Stadtteil Wimbledon ausgetragen, vom All England Lawn Tennis and Croquet Club (AELTC) veranstaltet und ist das einzige Grand-Slam-Turnier auf Rasen. Die ersten Lawn Tennis Championships in Wimbledon begannen am 9. Juli 1877 an der Worple Road – das macht Wimbledon zum ältesten Tennisturnier der Welt.

Herren auf drei, Damen auf zwei Gewinnsätze

Bei den Wimbledon Championships spielen die Herren auf drei Gewinnsätze, die Damen auf zwei. Bei 6:6 gibt es einen Tiebreak bis 7; im Entscheidungssatz seit März 2022 einen Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung. Für die Wette heisst das: Ein Herrenmatch kann fünf Sätze dauern, ein Damenmatch drei. Ein 3-Sätze-Markt auf ein Herrenspiel ist nicht dasselbe wie ein 2-Sätze-Markt auf ein Damenturnier, und wer auf «Satz 1 geht an Spieler A» setzt, hat beim Herreneinzel nur eine Chance von drei statt zwei möglichen Sätzen, in denen das passieren kann.

Die Konsequenz für Livewetten: Bei einem Herrenmatch kann ein verlorener erster Satz noch zwei oder drei weitere Sätze öffnen, in denen der Markt reagiert. Bei einem Damenturnier ist nach 0:1-Satzverlust noch ein Satz Luft, dann Endspielstand. Wer live auf «nächster Satz geht an Verlierer» setzt, sieht die Quote bei den Damen nach verlorenem ersten Satz sehr viel stärker sinken als bei den Herren, weil weniger Spielraum bleibt.

Spielplan und Runden

Der Spielplan eines Grand-Slam-Turniers folgt einem klaren Muster. Erste Runde mit 128 Spielerinnen und Spielern im Einzel, dann Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Finale. Die Herren- und Damenkonkurrenz laufen parallel, ebenso Doppel und Mixed. Bei Wimbledon beginnt die zweite Woche traditionell mit dem «Middle Sunday», der einzige spielfreie Tag, an dem die Plätze regenerieren können – eine Eigenheit, die das Turnier von Australian Open, French Open und US Open unterscheidet.

Für die Wette heisst das: Die Zahl der ausstehenden Spiele schrumpft von Runde zu Runde, die Quoten sinken für die Favoriten mit jeder Runde, die der Favorit übersteht. Wer vor dem Turnier auf einen Sieger zu 12.00 setzt und der Spieler erreicht das Halbfinale, ist die Quote oft auf 3.50 gefallen – je nach verbleibender Konkurrenz und Spielverlauf. Der Wettmarkt reagiert auf jede Runde, und wer zwischen den Runden seinen Schein verkaufen will, sieht den Cash-Out-Wert mit jeder Runde steigen, die sein Tipp überlebt.

Was 2026 geschah – und was 2027 heisst

Das Herreneinzel der Wimbledon Championships 2026 gewann Jannik Sinner, der damit seinen Vorjahressieg wiederholte. Das Dameneinzel gewann Linda Nosková. Sinner hatte bereits 2025 das Turnier gewonnen, sodass die Buchmacher im Vorfeld 2026 mit einer entsprechend tiefen Favoritenquote in den Markt gingen. Für die kommende Ausgabe 2027 stehen Quoten erst nach den ersten Sandplatzturnieren und der Rasensaison-Vorbereitung fest. Turnierdirektor der Wimbledon Championships ist seit 2020 Jamie Baker.

Was das für die Wette heisst: Wer jetzt auf Wimbledon 2027 tippt, wettet auf eine Ausgabe, deren Teilnehmerfeld sich erst noch formiert. Eine Quote 6.00 auf einen Spieler sagt: Der Anbieter sieht ihn unter den ersten Sechs, mit Restwahrscheinlichkeit für den Titel. Was nach Verletzungen, Formtiefs oder Überraschungen in der Vorbereitung passiert, schlägt sich in den Quoten vor dem Turnierbeginn nieder. Wer früh wettet, sichert sich eine höhere Quote, akzeptiert aber das Risiko, dass der Spieler verletzungsbedingt absagt oder schlecht in das Turnier startet.

Anbieter im Vergleich: zwei Veranstalter, acht ausländische Marken

Die Auswahl an Wettanbietern ist in der Schweiz kleiner als in fast jedem anderen europäischen Markt. Nur zwei Veranstalter haben eine Bewilligung für Grossspiele, und beide betreiben Sportwetten. Wer auf Wimbledon tippen will, kommt an Sporttip von Swisslos oder Jouez Sport von der Loterie Romande nicht vorbei. Ausländische Anbieter mit Lizenzen aus Malta, Curaçao oder Deutschland haben hier keine Geltung, ihre Werbung ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und kann mit Busse bis zu 500’000 Franken geahndet werden.

Die folgende Übersicht zeigt die zwei bewilligten Veranstalter und die acht ausländischen Marken, die im Schweizer Marktvergleich auftauchen. Ausländische Marken sind hier als Vergleichsmaterial aufgeführt, nicht als Empfehlung.

Anbieter Bewilligung in der Schweiz Veranstalter / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft (Sitz Basel); Grossspiel-Bewilligung nach BGS (SR 935.51); Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung Société de la Loterie de la Suisse Romande; Grossspiel-Bewilligung nach BGS (SR 935.51); Aufsicht Gespa
ZotaBet keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); nicht an Schweizer Sperrregister angeschlossen; Domain kann auf Gespa-Sperrliste stehen
Unibet keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); nicht an Schweizer Sperrregister angeschlossen; Domain kann auf Gespa-Sperrliste stehen
Betscore keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); nicht an Schweizer Sperrregister angeschlossen; Domain kann auf Gespa-Sperrliste stehen
WirWetten keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); nicht an Schweizer Sperrregister angeschlossen; Domain kann auf Gespa-Sperrliste stehen
BetFury keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); nicht an Schweizer Sperrregister angeschlossen; Domain kann auf Gespa-Sperrliste stehen
Rollbit keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); nicht an Schweizer Sperrregister angeschlossen; Domain kann auf Gespa-Sperrliste stehen
Rabona keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); nicht an Schweizer Sperrregister angeschlossen; Domain kann auf Gespa-Sperrliste stehen
Bruce Bet keine Keine Schweizer Bewilligung; ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); nicht an Schweizer Sperrregister angeschlossen; Domain kann auf Gespa-Sperrliste stehen

Swisslos Sporttip

Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen; alle anderen nicht.

Was die Wette kostet: Mindesteinsatz 1 Franken, Höchsteinsatz 1’000 Franken für Einzel- und Kombinationswetten, 10’000 Franken für Systemwetten. Livewetten sind verfügbar. Cash-Out ist auf Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten beschränkt, nur online und nur vollständig, ohne Teilauszahlung. Quotenboosts und Profitboosts sind möglich, pro Person nur einmal nutzbar. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote ab 1.50, die Bonusstaffel reicht von 5 Prozent bei vier Auswahlen bis 100 Prozent bei fünfzehn Auswahlen.

Für Wimbledon heisst das: Wer in der Deutschschweiz oder im Tessin wohnt, findet hier das vollständige Tennis-Programm mit Prematch- und Livewetten auf alle grossen Märkte. Die Marge bewegt sich auf dem üblichen Korridor von rund 4 bis 8 Prozent je nach Markt. Wer hohe Einsätze spielen will, stösst bei 1’000 Franken pro Einzelwette an die Decke – das ist für die meisten Spielenden kein Problem, für High-Roller aber eine harte Schranke.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie hat 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende; die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Für die Online-Teilnahme braucht es Wohnsitz im Vertragsgebiet.

Die Spielregeln ähneln denen von Sporttip in Struktur und Mechanik, mit eigenen Limiten und eigenem Marktangebot. Beide Veranstalter stützen sich auf dieselbe interkantonale Vereinbarung und unterstehen der gleichen Aufsicht. Wer in Genf sitzt und Wimbledon-Quoten vergleicht, kann nur bei Jouez Sport ein Konto führen; wer in Zürich sitzt, kann es nur bei Sporttip. Es gibt keinen Markt, in dem beide denselben Anbietervergleich anbieten, weil es keinen gemeinsamen Online-Kanal gibt.

Für die Wette heisst das: Wer im Vertragsgebiet der Loterie Romande wohnt, bekommt einen zweiten bewilligten Veranstalter für Wimbledon-Wetten. Das Programm sollte ähnlich umfassend sein wie bei Swisslos, mit Prematch- und Livewetten auf die Standardmärkte. Wer die Quoten vergleichen will, muss sich die Programme beider Veranstalter ansehen – was bei einem Wohnsitz im jeweils anderen Vertragsgebiet leider nicht geht.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Acht Marken tauchen regelmässig im Marktumfeld auf: ZotaBet, Unibet, Betscore, WirWetten, BetFury, Rollbit, Rabona und Bruce Bet. Keine dieser Marken hat eine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz – gleich aus welchem Land – hat hier keine Kraft; das Werben für diese Angebote ist verboten und kann mit Busse geahndet werden. Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen; die Schweizer Telekomanbieter sperren sie per DNS, neue Domains tauchen aber im Stundenrhythmus wieder auf.

Was das für den Spielenden heisst: Wer bei einem dieser Anbieter ein Konto eröffnet, ist nicht durch die Schweizer Spielerregelung geschützt. Es gibt keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Beschwerdestelle. Gewinne aus ausländischen Grossspielen werden je nach Kanton als Einkommen versteuert, im Thurgau etwa vollständig und unabhängig vom Betrag. Die «Lizenz» einer ausländischen Behörde bedeutet für Schweizer Recht nichts – sie ist ein Werbeargument des Anbieters, kein Schutz.

Diese Marken sind im Vergleich aufgeführt, weil Spielende in der Schweiz sie in Werbung, Social Media oder bei Suchmaschinen sehen. Sie sind hier nicht empfohlen, und wer eines dieser Angebote nutzt, tut dies ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens.

Rechtslage und Bewilligung: Warum nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten dürfen

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Das Gesetz definiert in Art. 3 lit. c und e, was ein Grossspiel ist, und ordnet es der Aufsicht durch die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) zu, gestützt auf das seit 1. Januar 2021 geltende Geldspielkonkordat. Die ESBK, die Eidgenössische Spielbankenkommission, ist nur für Spielbanken zuständig, nicht für die hier besprochenen Sportwetten.

Ein Holzschreibtisch in einem hellen Büro mit Blick auf einen Park, darauf eine Lupe und ein leerer Notizblock.
Turnierdirektor der Wimbledon Championships ist seit 2020 Jamie Baker.

Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21-25 BGS). Die Bewilligung «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Ausländische Lizenzen haben hier keine Geltung, gleich in welchem Land sie ausgestellt wurden. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher gibt es nicht, weil es keine gibt. Die Gespa führt stattdessen eine Sperrliste blockierter ausländischer Domains.

Was darf gewettet werden – und was nicht

Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Fassung 10.09.2026) ist die abschliessende Auswahl dessen, was in der Schweiz überhaupt angeboten werden darf. Was nicht auf der Liste steht, ist tabu: Wetten auf Wetter, Politik, TV-Shows oder anderes, das kein Sportereignis ist, sind verboten. Auch Qualifikationsrunden sind nur dann erlaubt, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie auf der Liste stehen; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind nie erlaubt, Eckbälle und Kartenmärkte gibt es im Fussball ebenso wenig wie ein Esports-Segment auf der Liste.

Was das für Wimbledon heisst: Der Tennis-Standard ist auf der Liste, die Hauptkonkurrenzen und die grossen Turniere sind abgedeckt, Livewetten sind erlaubt. Was die Liste nicht hergibt, sind ausgefallene Märkte, die ausländische Buchmacher anbieten – Eckbälle gibt es in Wimbledon sowieso nicht, Karten genauso wenig, und ein Micro-Market auf den nächsten Doppeldampf wird hier nicht zu haben sein.

Spielerschutz: Limiten, Sperre und Minderjährigenschutz

Sportwetten sind erst ab 18 Jahren erlaubt. Minderjährige werden online nicht zugelassen (Art. 72 BGS). Wer ein Konto eröffnen will, braucht eine verifizierte Identität (Art. 47-52 VGS); pro Person ist nur ein Konto zulässig. Die Daten werden aus einem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer ein Konto eröffnen will, braucht Wohnsitz in der Schweiz und im Vertragsgebiet des Veranstalters, der das Konto führt.

Vor der ersten Wette müssen Spielende eigene Limiten setzen – das ist Pflicht, nicht Kür. Bei Sporttip sind das Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage; die Obergrenze liegt bei 9’999 Franken, für unter 21-Jährige bei 1’000 Franken. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – der Veranstalter ist hier enger als das Gesetz, das 24 Stunden vorsieht (Art. 87 VGS). Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich. Die Schweiz hat keinen festen staatlichen Einsatzdeckel; jede Spielerin und jeder Spieler setzt sich die eigene Grenze, der Veranstalter zieht sie technisch durch.

Die Spielsperre (Art. 80-82 BGS) ist ein zweiter Schutzmechanismus. Wer sich selbst sperren lässt, wird in ein schweizweites Register eingetragen, das auch für Casinos und Online-Casinos sowie das Fürstentum Liechtenstein gilt. Eine freiwillige Sperre lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage setzen, ohne vorzeitige Aufhebung; eine unbefristete Sperre bleibt dauerhaft. Wer ausgesperrt ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Eine Selbstsperre kann erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS).

Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Die Gespa testet den Schutz an Verkaufsstellen und kommt zu gemischten Ergebnissen: Bei Testkäufen 2025 wurde in 47.5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an Minderjährige verkauft – ein Wert, der zeigt, dass der Schutz an der Verkaufsstelle nicht in jedem Fall hält. Online ist die Identitätsprüfung beim Konto zuverlässiger, weil der Ausweis vor der ersten Wette hochgeladen werden muss.

Zahlungen, Steuern und Werbung

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen oder Kryptowährungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettenmarkt nicht. Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS); wer mit Karte oder Bankkonto einzahlt, zahlt aus eigenem Guthaben. Welche Zahlungsmittel ein Veranstalter konkret akzeptiert, steht in seinen Bedingungen.

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Bund hat die Schwelle zum 1. Januar 2026 auf 1’071’000 Franken festgesetzt; die kantonale Schwelle weicht davon ab und heisst je nach Kanton anders. Wer über der Schwelle liegt, zahlt 35 Prozent Verrechnungssteuer, die der Veranstalter direkt einbehält und über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Wer unter der Schwelle bleibt – und das sind die allermeisten Wettenden – zahlt keine Steuern auf den Gewinn. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen je nach Kanton einer eigenen Regelung; im Thurgau etwa sind sie unabhängig vom Betrag voll steuerpflichtig. Auf den Einsatz keine Einwilligung des Wettenden – die Entschuldigung von Verrechnungssteuer ist in der Schweizer Wettwelt ein kleines Detail.

Werbung für bewilligte Angebote darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht auf Minderjährige oder gesperrte Personen zielen (Art. 74 BGS). Werbung für nicht bewilligte Angebote ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und kann mit Busse bis zu 500’000 Franken geahndet werden (Art. 131 BGS). Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 hat die Gespa 24 solcher Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Ein Zeitfenster für Werbung, etwa ein Nachtwerbeverbot, gibt es nicht.

Offshore: keine Bewilligung, kein Schutz, andere Steuer

Eine ausländische Lizenz – gleich ob aus Malta, Curaçao, Deutschland oder anderswo – hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende selbst wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Spielerschutz, kein Schiedsperre-Register und keine Schweizer Beschwerdestelle.

Die Gespa führt eine Sperrliste blockierter ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS sperren (Art. 86-93 BGS); die erste Liste erschien am 3. September 2019, Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Neue Domains tauchen im Stundenrhythmus auf, das sogenannte Domain-Hopping, bei dem die Gespa explizit Interwetten und Bet-at-Home nennt und bet365 als gesperrt aufführt. Schweizer Banken und Kartenanbieter sperren Zahlungen an solche Anbieter nicht; wer einzahlt, tut dies auf eigenes Risiko.

Spielerschutz und Limits: was eine Wimbledon-Woche mit dem Konto macht

Zwei Wochen Wimbledon bedeuten 14 Tage mit erhöhter Wettaktivität – und 14 Tage, in denen das eigene Limit schneller aufgebraucht ist, als man denkt. Wer die zweite Woche ohne Limit erreicht, hat kein funktionierendes Sicherheitsnetz, sondern nur das eigene Versprechen. Die Schweiz setzt beim Spielerschutz auf zwei Säulen: eigene Limiten vor der ersten Wette und eine Spielsperre für den Fall, dass die eigene Kontrolle nicht reicht. Beide funktionieren technisch, aber sie funktionieren nur, wenn man sich vor dem ersten Klick auf den Wettschein mit ihnen beschäftigt.

Verlustlimiten: was sie bringen und was sie kosten

Die Verlustlimite bei Sporttip gilt für 1, 7 und 30 Tage. Wer 1’000 Franken pro Tag setzt, ist nach 7 Tagen bei 7’000 Franken Verlust – selbst wenn die Quoten gut sind, kann eine Pechsträhne in einer Wimbledon-Woche schnell drei- bis vierstellige Beträge zusammenkommen. Die Obergrenze liegt bei 9’999 Franken pro Tag; wer mehr will, geht leer aus. Für unter 21-Jährige liegt die Grenze bei 1’000 Franken – ein klarer Status für junge Erwachsene, die noch nicht die volle Freiheit über ihr Konto haben.

Eine Erhöhung der Limite gilt erst nach 72 Stunden. Das ist die Disziplin, die das Schweizer Recht fordert: Wer nachts um drei einen schlechten Lauf hat und das Limit erhöhen will, kann es erst drei Tage später tun – und hat dann den Abstand, um die Entscheidung noch einmal zu überdenken. Senkungen gelten sofort, was bedeutet, dass eine Senkung in der akuten Situation hilft, aber die Erhöhung erst nach Bedenkzeit.

Spielsperre: wenn das Limit nicht reicht

Wenn das eigene Limit nicht reicht, ist die Spielsperre der zweite Schritt. Sie lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage setzen, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Sperre wird im schweizweiten Register eingetragen, gilt auch für Casinos und Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich sperrt, kann nicht spielen – weder bei Sporttip noch bei einem Casino, weder in der Deutschschweiz noch in der Romandie. Wer sich sperrt, hat keinen Anspruch mehr auf Einsatz oder Gewinn, was die Hemmschwelle für eine Selbstsperre bewusst hoch setzt.

Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Wer eine Pause setzt, behält sein Konto, kann aber nicht wetten; das Konto wird nach der Pause automatisch wieder aktiv. Eine Selbstsperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, unter Einbezug einer Fachstelle. Das ist die zweite Sicherheitslinie: Wer sich sperrt, hat Zeit, mit jemandem zu reden, bevor er wieder spielt.

Wimbledon als kritisches Zeitfenster

Eine Wimbledon-Woche ist ein kritisches Zeitfenster für Spielende, die zu erhöhtem Wettverhalten neigen. Das Turnier ist kurz und intensiv, es gibt täglich mehrere Spiele, die Quoten ändern sich schnell, und Livewetten ermöglichen spontane Entscheidungen, die das eigene Limit sprengen können. Wer vor dem Turnier eine Senkung seiner Limite vornimmt – zum Beispiel das Tageslimit von 9’999 auf 500 Franken – ist für die zwei Wochen Wimbledon besser geschützt. Wer keine Selbstsperre will, aber trotzdem nicht mehr selbst wetten will, kann eine 14-tägige Pause setzen und das Turnier nur als Zuschauer verfolgen.

Die Gespa-Tests 2025 zeigen: An Verkaufsstellen wurde in 47.5 Prozent der Fälle eine Wette an Minderjährige verkauft. Online ist die Identitätsprüfung beim Konto zuverlässiger – aber auch online ist es möglich, dass ein gesperrter Spieler über ein zweites Konto bei einem anderen Veranstalter spielt, wenn er sich mit einer anderen Identität anmeldet. Das Schweizer Recht schützt so weit, wie die eigene Disziplin reicht.

Sporttip im Detail: die Mechanik des einen Veranstalters

Sporttip ist die einzige Sportwette für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein – und damit für die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung. Wer hier ein Konto hat, spielt alle seine Sportwetten über diese Plattform, von Bundesliga bis Wimbledon. Die Mechanik ist im Sporttip-Regelwerk in Version 4.2 detailliert festgehalten; die wichtigsten Punkte für eine Wimbledon-Wette sind hier zusammengefasst.

Wettregeln und Rundung

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote. Bei Kombinationen ist es Einsatz mal Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Die Auszahlung wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet – eine Regel, die bei kleinen Einsätzen kaum ins Gewicht fällt, bei grossen Kombinationen mit krummer Quote aber einen kleinen Betrag ausmachen kann. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern.

Reguläre Spielzeit, Verlängerung und Penaltyschiessen

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer (etwa Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Für Tennis heisst das: Die reguläre Spielzeit ist die Matchdauer einschliesslich Tiebreak und Match-Tiebreak im Entscheidungssatz; ein Tiebreak zählt zum jeweiligen Satz. Wetten auf «Satz 1» enden mit dem Ende des ersten Satzes, nicht mit dem Ende des Tiebreaks; wer auf den Tiebreak im dritten Satz setzt, sieht die Auszahlung am Ende des Match-Tiebreaks.

Livewetten und die Quote-1.00-Regel

Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Das heisst: Wer live wettet, ohne den Livestream zu sehen, hat denselben Anspruch wie jemand, der das Spiel am Bildschirm verfolgt – vorausgesetzt, die Wette wird vor dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, der Einsatz wird zurückerstattet.

In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheidung – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten, auch wenn der Ausgang noch nicht eingetreten ist. Für Tennis heisst das: Nach dem Matchball kann noch eine Wette platziert werden, die mit Quote 1.00 gewertet wird. Wer live auf das nächste Game wettet, sollte die Wettenhierarchie im Kopf haben und prüfen, ob das Spiel bereits akut ist.

Bet-Builder und abhängige Ereignisse

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Wer zum Beispiel auf den Sieger des ersten Satzes und den Sieger des Matches im selben Spiel wettet, kann das nur über den Bet-Builder verbinden, nicht über eine klassische Kombiwette. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne den Bet-Builder an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Cash-Out-Details

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und Swisslos garantiert Cash-Out nicht für jeden Markt. Wer eine Livewette auf Wimbledon platziert und der Spieler bricht im zweiten Satz ein, kann den Cash-Out-Wert sehen und entscheiden, ob er aussteigt – in dem Wissen, dass der Wert unter dem möglichen Endwert liegt.

Boosts und Profitboosts

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Person nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost – wer eine Boost-Wette vorzeitig verkauft, verliert den Bonus.

Der Kombiboost ist die lukrativste Stufe: 5 Prozent bei vier Auswahlen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn, 100 Prozent bei fünfzehn. Bei einem Einsatz von 100 Franken und einer Gesamtquote von 10.00 (zum Beispiel vier Auswahlen zu je etwa 1.78) erhält man regulär 1’000 Franken, mit 5 Prozent Boost auf den Nettogewinn 50 Franken zusätzlich. Bei fünfzehn Auswahlen und einer Gesamtquote von 1’000 ist der Nettogewinn 99’900 Franken, mit 100 Prozent Boost nochmals 99’900 Franken obendrauf. Die Frage ist nur, ob fünfzehn Auswahlen alle eintreffen – die Wahrscheinlichkeit sinkt mit jeder Auswahl.

Wer wettetang in der Schweiz auf Wimbledon ist – und was sie und er beachten muss

Spielende in der Schweiz, die auf Wimbledon wetten wollen, fallen in eine kleine Gruppe: Wer einen Wohnsitz im Vertragsgebiet von Swisslos oder Loterie Romande hat, ein Konto eröffnen kann und die eigenen Limiten im Griff hat. Wer jünger als 18 ist, ist ausgeschlossen. Wer im anderen Sprachgebiet wohnt, kann nicht beim anderen Veranstalter spielen. Wer gesperrt ist, kann nirgendwo spielen.

Die zweiwöchige Wimbledon-Saison ist für viele der erste Kontakt mit Livewetten überhaupt – und die Stelle, an der das eigene Limit am schnellsten aufgebraucht ist. Wer noch nie live gewettet hat, sollte die erste Wimbledon-Woche als Spielwiese betrachten, nicht als Einnahmequelle. Eine Limite von 100 Franken pro Tag, gesetzt vor dem ersten Aufschlag, ist für einen ersten Versuch realistisch und kostet im schlimmsten Fall 1’400 Franken über die zwei Wochen – das ist ein bezahlbarer Lehrbetrag, kein Ruin.

Wer auf den Turniersieger wettet, sollte die Quote im Auge behalten: Sie sinkt mit jeder Runde, die der Favorit übersteht. Wer früh wettet, sichert eine hohe Auszahlung, akzeptiert aber das Risiko einer frühen Niederlage. Wer spät wettet, hat eine kleinere Auszahlung, aber das Turnier ist schon fortgeschritten und der Favorit hat seine Form gezeigt. Cash-Out ist eine Option, aber der Cash-Out-Wert ist fast immer kleiner als der Endwert – wer verkauft, verzichtet auf den möglichen Gewinn gegen die es sich hierbei um eine Versicherung handelt.

Für die Besteuerung gilt: Wer unter dem Steuerfreibetrag bleibt, hat keinen Aufwand. Wer über dem Freibetrag liegt, bekommt die Verrechnungssteuer direkt vom Anbieter abgezogen und kann sie über die Steuererklärung zurückfordern. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, sollte sich vorab über die kantonale Steuerpraxis informieren – im Thurgau etwa sind Gewinne aus unabhängigen Anbietern vollständig steuerpflichtig, unabhängig vom Betrag.

Häufig gestellte Fragen zu Wimbledon-Wetten in der Schweiz

Wann fanden die Wimbledon Championships 2026 statt, und auf welchem Belag wird gespielt?

Die Wimbledon Championships 2026 fanden vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 in London auf Rasen statt und waren die 139. Austragung des Turniers. Wimbledon ist das einzige Grand-Slam-Turnier auf Rasen, was die Vorbereitung der Spieler auf die Rasensaison und die Dynamik der Ballwechsel besonders macht.

Wer darf in der Schweiz Wetten auf Wimbledon anbieten, und welche Wettarten stehen auf der Gespa-Liste?

In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport Sportwetten anbieten, gestützt auf das Geldspielgesetz und die interkantonale Vereinbarung. Welche Wettarten auf Tennis erlaubt sind, legt die Gespa-Liste fest, zuletzt aktualisiert am 10.09.2026; sie umfasst Prematch- und Livewetten auf Matches, Sätze und Games, jedoch keine Esports- oder Kartenmärkte.

Wie unterscheiden sich Herren- und Damenturnier bei der Satzzahl, und was bedeutet das für Satz- und Matchwetten?

Bei den Herren wird auf drei Gewinnsätze gespielt, bei den Damen auf zwei. Bei 6:6 gibt es einen Tiebreak bis 7; im Entscheidungssatz seit März 2022 einen Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung. Für die Wette heisst das: Herrenmatches können fünf Sätze dauern, Damenmatches drei – entsprechend mehr Spielraum bei Livewetten auf die Herren.

Wie wird die Auszahlung einer Tenniswette aus Einsatz und Quote berechnet, und was ist die Marge des Anbieters?

Die Auszahlung ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen das Produkt der Einzelquoten. Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter im statistischen Mittel behält; bei einer 1.90/1.90-Konstellation ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 95 Prozent und eine Marge von etwa 5 Prozent. Bei engeren Märkten wie 1.50/2.50 liegt die Marge höher, etwa bei 6.25 Prozent.

Was gilt bei Livewetten auf Tennis, und wie schnell ändern sich Quoten während eines Spiels?

Bei Sporttip ist Livewetten verfügbar; die Quote ändert sich mit jedem Ballwechsel, was bei Prematch-Quoten nicht der Fall ist. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, der Einsatz wird zurückerstattet. Cash-Out ist möglich, aber der gebotene Wert liegt fast immer unter dem möglichen Endwert.

Wie wirken sich Verlustlimiten und die Spielsperre auf Wetten während der Turnierwochen aus?

Vor der ersten Wette müssen Spielende eigene Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, bei Sporttip mit Obergrenze 9’999 Franken pro Tag, bei unter 21-Jährigen 1’000 Franken. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer sich selbst sperrt, wird ins schweizweite Sperrregister eingetragen, das auch für Casinos gilt; eine Selbstsperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden.

Inhalt erstellt vom Team «Quoten Rechner Info»