Wer Curling in der Schweiz wetten will – und wer dafür eine Bewilligung hat

Updated Oktober 2026
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Stand: 20. Oktober 2026 · geprüft gegen die Spielregeln Sporttip Version 4.2 und die Gespa-Liste vom 10.09.2026.

Eine Curlinghalle von der Tribüne aus gesehen: ein glatter Granitstein auf blauem Eis, daneben ein Besen, kühles Hallenlicht
Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz.

Curling ist eine kleine Sportart, aber keine rechtliche Kuriosität. In der Schweiz bestimmen zwei interkantonale Veranstalterinnen, was auf den Scheiben landet – Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Was im Programm auftaucht, entscheidet nicht der Markt, sondern die Gespa-Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Das verändert die Frage, die ein:e Curling-Fan:in stellt: nicht «wo finde ich die besten Quoten», sondern «steht Curling überhaupt drauf, und welcher Veranstalter ist überhaupt zuständig». Wer diese zwei Fragen zuerst beantwortet, hat schon die halbe Miete.

Die Rechtslage für Sportwetten in der Schweiz – Curling ist nur erlaubt, wenn es auf der Liste steht

Wer überhaupt Sportwetten anbieten darf

Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) zählt Sportwetten zu den Grossspielen und unterstellt sie der Aufsicht durch die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern). Eine Bewilligung braucht zwei Schichten: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel. Die Kantone haben den Kreis der möglichen Veranstalterinnen gesetzlich auf zwei begrenzt. Das ist nicht «fast so», sondern abschliessend: Swisslos und Loterie Romande. Eine ausländische Lizenz – aus Malta, Curaçao oder Deutschland – gilt in der Schweiz nicht (Art. 4 BGS). Wer hierzulande Sportwetten ohne diese Schweizer Bewilligung organisiert, macht sich strafbar: bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bei gewerbsmässigem Betrieb (Art. 130 BGS).

Ein Bergdorf im Schnee am Morgen aus der Ferne gesehen, aus einem Kamin steigt Rauch auf
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Folge für die Curling-Wette: kein anderer Anbieter ist legal. Wer trotzdem bei einem ausländischen Buchmacher spielt, hat keine Schweizer Anlaufstelle, keinen Anschluss an die Spielsperre und kein Schweizer Beschwerderecht. Über die Gespa-Sperrliste werden Domains ausländischer Anbieter via DNS gesperrt – Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste. Das ist der Grund, warum manche Seiten plötzlich nicht mehr erreichbar sind.

Wo die zwei Veranstalterinnen Curling anbieten dürfen

Die Swisslos führt Sporttip in den Deutschschweizer Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen. Die Loterie Romande führt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen FR, GE, JU, NE, VD, VS. Beide Veranstalterinnen verlangen bei der Registrierung Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, mindestens 18 Jahre und keine bestehende Spielsperre. Wer umzieht und das Vertragsgebiet verlässt, verliert in der Regel den Zugang.

Zwei Curlingbesen lehnen an einer Bande am Rand einer leeren Eisfläche, kaltes Licht fällt durch hohe Fenster
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Was auf der Gespa-Liste steht – und warum das Curling betrifft

Die Gespa führt eine geschlossene Liste erlaubter Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS; Stand 10.09.2026). Was nicht draufsteht, darf nicht angeboten werden. Qualifikationsrunden sind nur erlaubt, wenn sie explizit gelistet sind; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Eckball- oder Kartenmärkte, wie sie der Fussball kennt, gibt es dort nicht. Eine eigene Esports-Sektion fehlt komplett. Virtuelle Sportarten sind in dieser Liste nicht ausgewiesen.

Für Curling heisst das: Wenn die Gespa-Liste Curling nicht oder nur für bestimmte Wettbewerbe vorsieht, dann ist die Wette auf die Curling-WM, auf die Europameisterschaft oder auf Olympia nicht selbstverständlich verfügbar. Der Wettkalender eines Curling-Turniers hängt an einer einzelnen Liste, die einmal jährlich aktualisiert wird. Wer früh wissen will, ob ein bestimmtes Spiel wettbar ist, wirft dort den Blick hinein, nicht in die App.

Warum ausländische Anbieter hier tabu sind – und was das praktisch heisst

Die Sperrliste der Gespa betrifft Domains, nicht Zahlungen. Schweizer Banken und Karten blockieren Zahlungen an ausländische Wettanbieter nicht. Wer einzahlt, kommt durch. Nur: Die Gewinne sind unter kantonalem Recht anders zu versteuern als Gewinne aus Schweizer Veranstalterinnen, ein Spiel auf Curling kann nach ausländischem Recht gegen Schweizer Recht verstossen, und es gibt im Streitfall kein Schweizer Gericht, das auf Schweizer Recht schaut. Eine ausländische Lizenz ist keine Schweizer Bewilligung.

Verantwortungsvolles Spielen – was die Schweiz verlangt, bevor ein Stein fliegt

Spielsperre und Selbstausschluss

Wer sich bei Swisslos oder Loterie Romande registriert, gibt seine Identität preis. Die Daten werden aus einem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Eine zweite Registrierung ist unzulässig; wer gesperrt ist, wird abgewiesen. Wer sich selbst sperren will, kann das bei Swisslos produktbezogen für 1 bis 180 Tage tun, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Freiwillige Sperren unter drei Monaten sind nach Art. 84 VGS nicht aufhebbar; eine Fachstelle wird einbezogen.

Limiten – selber gesetzt, nicht vom Staat

Das BGS schreibt keine fixen Einsatzlimiten vor. Die Veranstalterinnen müssen aber eigene Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage verlangen. Bei Sporttip liegt die Obergrenze der Limite bei CHF 9’999 für Volljährige, bei CHF 1’000 für unter 21-Jährige. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – das ist die Spielregel der Veranstalterin und geht über das gesetzliche Minimum hinaus. Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungslimite für 30-Tage-Fenster. Wer die Limite ändert, ändert sie bewusst: ein Klick, ein Tag, eine Schwelle.

Werbung, Boni und Gratiswetten

Werbung für in der Schweiz nicht erlaubte Geldspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und kann mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet werden (Art. 131 BGS). Für Gratiswetten und Gratisspielguthaben braucht es die vorgängige Zustimmung der Aufsicht – 2025 hat die Gespa 24 solche Einwilligungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Das heisst: jede kostenlose Wette hat eine Aktennummer. Bonusmodelle sind nicht «drauflos» möglich, sondern bewilligungspflichtig.

Steuern auf Gewinne

Einzelgewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis CHF 1’071’000 einkommenssteuerfrei (Stand 1.1.2026; 2025: CHF 1’070’400). Darüber behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann. Die kantonalen Freibeträge weichen davon ab – Genf etwa hat einen anderen Wert als Thurgau. Wer sich an ausländische Anbieter wendet, fällt nicht unter die Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis – namentlich in Thurgau – besteuert solche Gewinne vollständig und ohne Freibetrag. Auf den Einsatz fällt in der Schweiz keine Wettsteuer.

Sportarten und Turniere – der Curling-Kalender, der nicht im Wettprogramm landen muss

Welche Curling-Wettbewerbe stattfinden

Curling wird in einer kompakten Saison gespielt. Die Curling-Weltmeisterschaften (Herren und Damen) wandern jährlich durch die Curling-Mitgliedsverbände. Die Curling-Europameisterschaften bilden das Pendant auf europäischer Ebene. Hinzu kommen die Olympischen Winterspiele alle vier Jahre – Peking 2022 war das letzte ausgetragene Curling-Turnier, Mailand-Cortina steht vor der Tür, und 2030 folgt ein weiterer Austragungsort. Der World Curling Tour führt die ganze Saison über Grand Slams und kleine Turniere; Mixed Doubles ist olympisch und hat eine eigene WM.

Wer Curling schaut, schaut zumeist die grossen Steine, die grossen Brocken fallen.

Welche davon in der Schweiz wettbar sein können

Die Gespa-Liste entscheidet, was wettbar ist. Sie nennt Sportarten und Wettbewerbe, nicht einzelne Spiele. Steht «Curling-Weltmeisterschaft» drauf, sind die Spiele dieser WM wettbar; steht sie nicht drauf, sind sie es nicht. Die Liste wird nicht ständig aktualisiert, sondern in Wellen. Vor einem grossen Turnier lohnt sich ein Blick, welche Wettbewerbe neu aufgenommen wurden. Das gilt auch für Junioren-Wettbewerbe: Wettkämpfe mit Minderjährigen sind nach Art. 25 Abs. 2 BGS vom Wetten ausgeschlossen.

Wettmärkte, die Curling überhaupt haben kann

Wo die Gespa-Liste Curling führt, sind die möglichen Märkte eng definiert. Curling hat kein Eckball- oder Kartenmarkt-Vokabular wie der Fussball. Üblich sind, wenn überhaupt: Sieger des Spiels (mit oder ohne Extra-End), Sieger einer Begegnung über mehrere Spiele einer Serie, Handicap auf Steine, gelegentlich Over/Under auf Steine eines Spiels oder Anzahl der Ends. Die Schweizer Veranstalterinnen beschränken das Angebot nicht durch ihre eigene Fantasie, sondern durch das, was die Gespa als Wettart zulässt.

Warum Live-Wetten auf Curling selten sind

Live-Wetten sind zulässig, wo die Veranstalterin eine entsprechende Bewilligung hat. Curling ist ein Stein, der Spielzug ist. Live-Quoten werden nur dann angeboten, wenn die Gespa-Liste die Wettart auch für den Live-Kanal führt – und das ist bei kleinen Sportarten selten der Fall. Eine «nächster Stein»-Wette während des Spiels ist eher Vorstellung als Wirklichkeit.

Anbieter im Vergleich – die zwei Bewilligten, dann das Feld ohne Bewilligung

In der Schweiz dürfen nur Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport Curling anbieten, und auch das nur, wenn die Gespa-Liste es vorsieht. Alle weiteren Anbieter im Vergleich sind ohne Schweizer Bewilligung und werden hier zur Information aufgeführt, weil sie Schweizer Spielenden im Internet begegnen. Sie haben keinen Schweizer Ausschlussregister-Anschluss, keine Schweizer Aufsicht und im Streitfall kein Schweizer Recht. Die Tabelle ordnet ein, nicht an.

Einordnung der Anbieter

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalterin / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); Produkt Jouez Sport
Betwinner keine ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; keine Schweizer Bewilligung
Fezbet keine ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; keine Schweizer Bewilligung
1Bet keine ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; keine Schweizer Bewilligung
BetFury keine ausgewiedese Lizenz nicht etabliert; keine Schweizer Bewilligung
Playzilla keine ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; keine Schweizer Bewilligung
IviBet keine ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; keine Schweizer Bewilligung
BassBet keine ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; keine Schweizer Bewilligung
20Bet keine ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; keine Schweizer Bewilligung

Die Tabelle zeigt die formale Seite. Was die Curling-Wette selbst angeht, sind nur die zwei Bewilligten überhaupt in der Lage, sie ins Programm zu nehmen. Die anderen sind im Curling-Kontext hier nur ein Hinweis: Wer dort spielt, spielt nicht in der Schweiz.

Swisslos Sporttip – das Programm der Deutschschweiz und Liechtensteins

Sporttip führt die Sportwetten für 19 Deutschschweizer Kantone, den Tessin und Liechtenstein; das ist das verste breite Vertragsgebiet der Schweiz. Wer dort wohnt und volljährig ist, kann sich online registrieren, die App nutzen und an 2’350 Verkaufsstellen spielen. Curling erscheint im Programm, soweit die Gespa-Liste es vorsieht.

Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1’000 und für Systemwetten bei CHF 10’000. Die Veranstalterin kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Das ist kein Hindernis für Curling-Spielende, weil das Curling-Programm nicht über diese Limiten liegt, sondern ein Hinweis darauf, dass diese Wetten eher für kleine, gelegentliche Einsätze gedacht sind.

Was den Gewinn angeht: Sporttip berechnet ihn als Einsatz mal Quote (bei Kombinationen als Produkt der Einzelquoten). Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet – ein Detail, das bei kleinen Einsätzen unsichtbar ist und bei grossen ein paar Rappen verschiebt. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Gewinne über CHF 1’000 gehen bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das eigene Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto.

Bei Cash-Out gilt: Der Auszahlungsbetrag liegt unter dem möglichen vollen Wettgewinn, hängt vom Verlauf ab und kann von der Veranstalterin jederzeit geändert werden. Cash-Out ist nur online, nur ohne Teilauszahlung, und nicht für jeden Markt garantiert. Wer Curling mit Vorlauf spielt, kann den Ausstieg vor Spielbeginn nehmen, wer live spielt, nicht – und in beiden Fällen gilt: garantiert ist er nicht. Bei abgebrochenen oder verschobenen Spielen wird die Einzelwette zurückbezahlt, in der Kombiwette erhält die Voraussage Quote 1.00, sofern das Spiel nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird. Für Curling ist diese Regel wichtig: Turniere werden manchmal über Tage gespielt, und was «das Spiel» ist, kann über ein End laufen.

Verdikt: Wer in der Deutschschweiz oder im Tessin wohnt und Curling wetten will, kommt an Sporttip nicht vorbei. Die Plattform ist die einzige legal erreichbare Stelle, die das überhaupt anbieten kann, und sie deckt die grundlegenden Bedürfnisse ab – Einsatzlimiten, Auszahlung, Spielregeln. Curling wird nur im Programm sein, wenn die Gespa-Liste es erlaubt; das ist die einzige wirksame Bremse.

Loterie Romande Jouez Sport – das Programm der Romandie

Die Loterie Romande führt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz ist Lausanne, Avenue de Provence 14, mit 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitenden. Wer in der Romandie wohnt, hat hier seine Bewilligung; wer in Genf aufgewachsen ist und in Zürich arbeitet, fällt aus dem Geltungsbereich heraus.

Die Spielregeln ähneln Sporttip im Grundsatz, folgen aber den eigenen «Conditions générales Jouez Sport». Wettprogramm, Cash-Out-Funktion und Auszahlungswege weichen in Details ab. Für Curling gilt dasselbe wie bei Sporttip: nur was die Gespa-Liste erlaubt, wird angeboten. Der Hinweis auf die Westschweiz ist nicht Marketing, sondern Geltungsbereich.

Verdikt: Für die Romandie ist Jouez Sport die einzige legale Adresse. Wer dort wohnt, geht dorthin; wer anderswo wohnt, hat keinen Zugang.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Betwinner, Fezbet, 1Bet, BetFury, Playzilla, IviBet, BassBet, 20Bet: Alle ohne ausgewiesene Schweizer Bewilligung, alle ausgewiesen ohne Lizenz in der Schweiz etabliert. Sie alle können auf der Gespa-Sperrliste landen. Sie alle haben kein Schweizer Beschwerderecht. Sie alle nehmen kein Schweizer Geld, das nach Schweizer Recht geschützt ist.

Für Curling heisst das: Sie mögen Curling-Märkte führen, mögen Live-Quoten bieten, mögen höhere Quoten zeigen. Keine dieser Eigenschaften ist ein Grund, dort zu spielen. Wer dort spielt, spielt ohne Schweizer Bewilligung – und nimmt in Kauf, dass die Verrechnungssteuer nicht greift, die Spielsperre nicht greift und der Gewinn je nach Kanton vollständig steuerpflichtig ist.

Verdikt: Wer in der Schweiz wohnt und Curling wetten will, hat mit Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport zwei legale Adressen – je nach Kanton. Alle anderen sind für Schweizer Spielende ohne Bewilligung und damit ohne den Schutz, den das BGS vorsieht.

Wie eine Wette aufgebaut ist – Marge, Quote und das, was am Ende übrig bleibt

Was die Quote sagt und was sie verschweigt

Eine Quote ist zuerst das, was sie ist: Einsatz mal Quote ist der Bruttogewinn aus einer Einzelwette, bei einer Kombiwette ist die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten. Eine Quote von 1.90 auf einen Sieg heisst: Wer 10 Franken setzt, gewinnt bei einem Sieg 19 Franken brutto. Bei einer Dreier-Kombi mit Quoten 1.90, 2.10 und 1.80 ist die Multiplikation 1.90 × 2.10 × 1.80 ≈ 7.18, der Bruttogewinn also rund 71.8 FR aus 10 Fr Einsatz. So weit die Mechanik.

Was die Quote nicht sagt: was die Veranstalterin von jeder Wette behält. Das ist die Marge – der Kehrwert der Auszahlungsquote. Für ein Zwei-Wege-Markt mit Quote 1.90 / 1.90 ergibt sich die Auszahlungsquote als 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) ≈ 1 ÷ 1.0526 ≈ 0.9500. Das ist 95.00 % Auszahlung; die Marge ist 1 − 0.9500 = 0.0500 = 5.00 %. Anders gesagt: Von jedem Franken Einsatz auf diesem Markt zahlt die Veranstalterin auf Dauer 95 Rappen zurück und behält 5 Rappen. Bei einer Quote von 1.85 / 1.85 wäre die Auszahlungsquote ≈ 1 ÷ (0.5405 + 0.5405) ≈ 0.9250 und die Marge ≈ 7.50 %. Je näher die Quote an 2.00, desto näher die Marge an null.

Das Beispiel illustriert die Mechanik, nicht ein konkretes Angebot. Curling-Märkte sind eher Zwei-Wege-Märkte (Sieger / nicht Sieger), aber die Veranstalterinnen publizieren selten offene Margen. Wer die Marge eines Curling-Markts prüfen will, rechnet sie aus den angebotenen Quoten selbst nach.

Marge und kleine Sportarten – warum das hier zusammenhängt

Bei kleinen Sportarten sind die Margen in der Regel höher, weil das Wettvolumen geringer ist und die Veranstalterin das Risiko eines Fehlermarktes anders absichert. Bei Curling gilt das verschärft: ein Spiel hat wenige mögliche Ausgänge, die Datengrundlage für die Quotenbildung ist schmal, und das Volumen, das eine Quote «trägt», ist klein. Wer Curling-Quoten vergleicht, vergleicht oft zweistellige Margen gegen Margen im einstelligen Bereich beim Fussball. Die Aussage «dieselbe Quote, gleiches Risiko» ist falsch – dieselbe Quote bedeutet bei kleiner Sportart mehr Marge und damit mehr eingebauten Verlust pro Wette. Wer Curling wettet, wettet gegen eine tiefere Auszahlungsquote.

Hier liegt die Stelle, an der die «besten Quoten»-Versprechen der Buchmacher ins Leere laufen: eine hohe Quote ist nicht «besser», wenn die Marge ihr gegenüber der Quote eines anderen Marktes überproportional wächst. Für Curling-Fans heisst das, dass die Quoten überprüft gehören, nicht bloss verglichen.

Der Sporttip-Kombiboost – ein konkreter Mechanismus

Wer bei Sporttip online mehrere Voraussagen kombiniert, kann den Kombiboost aktivieren. Er gilt für Prematch, Live und Systemwetten. Voraussetzung: mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn staffelt sich – 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Bei Cash-Out verfällt der Boost. Das ist eine konkrete Marge-Verschiebung nach oben – kein Geschenk, sondern eine Aufstockung des Nettogewinns unter Bedingungen, die nur bei Mehrfach-Kombis erfüllt sind.

Für Curling heisst das: Wenn die Gespa-Liste vier Curling-Spiele an einem Tag vorsieht, ist ein Kombiboost möglich; wenn nur zwei Spiele auf dem Programm stehen, geht der Boost nicht auf. Eine Beispielrechnung: Bei einer 4er-Kombi zu Quoten 2.00, 1.80, 2.20 und 1.90 ergibt sich eine Gesamtquote von 2.00 × 1.80 × 2.20 × 1.90 = 15’048. Bei 10 Franken Einsatz ist der Bruttogewinn 150.48 Franken. Mit dem 5-%-Boost auf den Nettogewinn (Bruttogewinn minus Einsatz = 140.48 Franken) erhöht sich der Nettogewinn um 7.02 Franken auf 147.50 Franken. Das ist der «Bonus» – kein Geldgeschenk, sondern eine Aufstockung unter Bedingungen.

Quotenboosts und Profitboosts – was sie sind und was nicht

Neben dem Kombiboost kennt Sporttip noch Quotenboosts und Profitboosts. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage und verbessern die angebotene Quote. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und verfallen bei einem Cash-Out. Das ist die Stelle, an der das Wort «gratis» seine wahre Bedeutung zeigt – gratis steht der Aufschlag, nicht der Einsatz.

Auszahlung, Wallet und das eigene Konto

Wer bei Swisslos spielt, hat ein Wallet auf dem Spielkonto. Aufladen geht per Online-Zahlungsmittel oder Einzahlungsschein, Mindestbetrag CHF 20, in 30 Tagen höchstens CHF 10’000, und ein Kauf ist nur möglich, wenn das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Die Auszahlung auf das eigene Bank- oder Postkonto ist innert 365 Tagen zweimal gratis; ab der dritten Auszahlung kann eine 3 %-Kommission anfallen. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung gehen automatisch aufs Wallet; Gewinne über CHF 1’000 gehen direkt aufs Konto. Das ist die Mechanik, die unabhängig von der Sportart gilt – Fussball, Eishockey oder Curling: die Logik ist dieselbe.

Gewinn absahnen – und was passiert, wenn nichts passiert

Wer einen Gewinn nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntgabe der Wettauswertung geltend macht, verliert ihn zugunsten des Swisslos-Zwecks. Wer mit einer verweigerten Auszahlung nicht einverstanden ist, hat 10 Tage Zeit für eine Einsprache per eingeschriebenem Brief. Diese Fristen sind lang, aber hart: Wer den Gewinn nicht einlöst, hat ihn nicht.

Wie eine Curling-Wette wirklich läuft – der Ablauf in einer Hand

Eine Curling-Wette beginnt nicht mit dem Stein, sondern mit der Listeneintragung: Ist das Turnier Gespa-gelistet? Wenn nein, gibt es die Wette nicht. Wenn ja, geht es zur Anmeldung: Wer volljährig ist, im Vertragsgebiet wohnt, keine Spielsperre hat und noch nicht registriert ist, kann ein Spielkonto eröffnen. Die Identität wird per Ausweis verifiziert. Dann die Limiten: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage werden gesetzt, Obergrenze bei Volljährigen CHF 9’999. Dann die Einzahlung: per PostFinance Pay, Online-Zahlungsmittel oder Einzahlungsschein, Mindestbetrag CHF 20, maximal CHF 10’000 in 30 Tagen, Wallet-Guthaben unter CHF 9’999. Dann die Wettauswahl: Spiel auswählen, Quote prüfen, Einsatz setzen (Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel-/Kombiwette). Dann das Spiel: zuschauen, Stein für Stein. Dann die Auszahlung: bei Gewinn bis CHF 1’000 aufs Wallet, darüber aufs Bankkonto innert 3 Arbeitstagen. Was sich zwischen Listeneintragung und Auszahlung an Messe abspielt, ist Mechanik.

Bei einem abgesagten Spiel: Wird das Spiel nicht innert 48 Stunden nachgeholt, ist die Einzelwette ungültig und wird zurückbezahlt; in einer Kombiwette erhält die Voraussage Quote 1.00. Das ist die Stelle, an der «nicht stattgefunden» zur konkreten Wettfolgen wird.

Häufige Fragen zu Online-Curling-Wetten in der Schweiz

Bieten Sporttip und Jouez Sport aktuell Curling-Wetten an?

Das hängt von der Gespa-Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten ab (Version 10.09.2026). Nur Wettbewerbe, die dort gelistet sind, dürfen angeboten werden. Wenn die Gespa-Liste Curling für ein bestimmtes Turnier führt, kann Sporttip im Deutschschweizer Vertragsgebiet und Jouez Sport in der Romandie es ins Programm nehmen. Ein Blick in die Liste zeigt, ob ein bestimmtes Turnier wettbar ist.

Welche Sportarten und Wettarten sind in der Schweiz erlaubt?

Die Gespa führt eine geschlossene Liste erlaubter Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Was nicht draufsteht, darf nicht angeboten werden. Eckball- und Kartenmärkte wie im Fussball fehlen; Esports ist nicht als eigener Abschnitt ausgewiesen; virtuelle Sportarten sind in dieser Liste nicht aufgeführt; Wettkämpfe mit Minderjährigen sind nach Art. 25 Abs. 2 BGS vom Wetten ausgeschlossen. Die Liste wird nicht ständig aktualisiert, sondern in Wellen; ein Blick vor Turnierbeginn lohnt sich.

Was bedeutet die Marge bei einer kleinen Sportart wie Curling?

Die Marge ist der Anteil, den die Veranstalterin von jedem eingesetzten Franken auf Dauer behält – 1 minus Auszahlungsquote. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit Quote 1.90 / 1.90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 95 % und damit eine Marge von rund 5 %. Bei kleinen Sportarten ist die Marge typischerweise höher als bei grossen, weil das Wettvolumen geringer und die Datengrundlage schmaler ist. Wer Curling-Quoten vergleicht, vergleicht oft höhere Margen als beim Fussball.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Kombiwette?

Der Gewinn ist Einsatz mal Gesamtquote. Die Gesamtquote einer Kombiwette ist das Produkt der Einzelquoten. Bei einer 3er-Kombi mit Quoten 1.90, 2.10 und 1.80 ergibt sich 1.90 × 2.10 × 1.80 ≈ 7.18, der Bruttogewinn aus 10 Franken Einsatz also rund 71.8 Franken. Der Betrag wird bei der Gutschrift zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei vier oder mehr Voraussagen kommt der Kombiboost ins Spiel, der den Nettogewinn bei qualifizierenden Kombinationen um 5 bis 100 % erhöht.

Was passiert, wenn ein Curling-Spiel abgesagt wird?

Wird ein Spiel nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt (oder im Rahmen eines Turniers), ist die Einzelwette ungültig und der Einsatz wird zurückbezahlt. In einer Kombiwette erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00, die übrigen Voraussagen bleiben mit ihren Quoten aktiv. Eine Verschiebung auf den nächsten Tag im gleichen Turnier ist also kein Annullierungsgrund; eine Verschiebung um Wochen schon.

Bis zu welchem Betrag ist ein Gewinn steuerfrei?

Einzelgewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei. Die Bundesschwelle liegt 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Darüber werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen, die über die Steuererklärung rückforderbar sind. Die kantonalen Freibeträge weichen ab – wer in einem Kanton mit tieferem Freibetrag wohnt, hat dort eine andere Schwelle. Für Gewinne aus ausländischen Anbietern gilt keine Verrechnungssteuer; die kantonale Praxis – etwa Thurgau – besteuert solche Gewinne aber als Einkommen. Bei typischen Wettgewinnen bleibt es ohnehin unter jeder Schwelle.

Inhalt erstellt vom Team «Quoten Rechner Info»