Afrika-Cup Wetten in der Schweiz – was erlaubt ist, was es kostet

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only

Wer in der Schweiz auf den Afrika-Cup wetten will, hat nur zwei zulässige Adressen: Sporttip von Swisslos und Jouez Sport von der Loterie Romande. Beide veranstalten Sportwetten im Auftrag der Kantone, beide stehen unter der Aufsicht der Gespa, und beide teilen sich die Schweiz in zwei Vertriebsgebiete. Wer bei einem ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, bewegt sich ausserhalb dieses Rahmens – mit allen Konsequenzen, die das Geldspielgesetz (BGS) daran knüpft. Dieser Überblick ordnet das Turnier ein, erklärt die geltenden Wettmärkte und was eine Quote wirklich bedeutet, und er zeigt, was es kostet, ein Angebot zu nutzen – nicht was es verspricht.

Ein ausgetrockneter Fussballplatz mit Rasenstreifen im warmen Nachmittagslicht, im Hintergrund Palmen und ein flaches Stadiondach.
Der Afrika-Cup 2027 soll vom 19. Juni bis zum 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda stattfinden.

Stand: 20. Oktober 2026 – geprüft gegen die Gespa-Bewilligungsregister und die Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter.

Wettmärkte und Quote: was der Afrika-Cup an Spielformen hergibt

Eine Wette auf den Afrika-Cup ist keine Wette auf ein einzelnes Ereignis, sondern eine Auswahl aus einem Programm, das der Veranstalter vorgibt. Wer das Programm versteht, versteht auch den Preis, der in jeder Quote steckt.

Ein Fussball liegt auf rotbraunem Sand am Rand eines Dorfes, die Abendsonne wirft lange Schatten.
Der Afrika-Cup 2025 fand vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko mit 24 Nationen statt.

Siegerwette, Einzelwette, Kombiwette: die Grundformen

Die einfachste Form ist die Siegerwette auf ein einzelnes Spiel: Wer gewinnt, wer verliert, oder endet die Partie unentschieden. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 1’000. Eine Systemwette darf bis zu CHF 10’000 gesetzt werden. Swisslos kann diese Limiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen anpassen – eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Die Kombiwette verknüpft mehrere Voraussagen zu einem einzigen Schein, und die Quoten der einzelnen Beine ergeben zusammen die Gesamtquote. Bei Sporttip greift dabei der Kombiboost: vier Voraussagen mit Einzelquoten von mindestens 1.50 lösen einen Bonus von 5 % auf den Nettogewinn aus, sieben Voraussagen 20 %, zehn 40 % und fünfzehn Voraussagen 100 %. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert; der Bonus gilt nur online und nur für Prematch-, Live- und Systemwetten. Das ist das einzige «Gratisierte», das die Hausregeln ohne separate Aktion dazugeben – jeder andere Anreiz steht unter dem Vorbehalt der Gespa.

Voneinander abhängige Wetten auf dasselbe Spiel – etwa «Heimsieg» und «über 2.5 Tore» auf ein und derselben Partie – dürfen bei Sporttip ausschliesslich über die Bet-Builder-Funktion kombiniert werden. Werden solche Wetten irrtümlich ohne diese Funktion angenommen, kann Swisslos die Kombination für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Was die reguläre Zahl alles bedeutet – und was nicht

Die Quote spiegelt die Einschätzung des Veranstalters, nicht nur die Wahrscheinlichkeit. Wer auf «Sieg Senegal» zu 2.10 setzt, erhält im Erfolgsfall den Einsatz multipliziert mit der Quote zurück. Bei einem Einsatz von CHF 10 sind das CHF 21, der Nettogewinn CHF 11. Was die Quote nicht zeigt, ist die Marge, die der Veranstalter in jedes Preissetz einbaupt einbaut. Sie ist der Anteil jedes eingesetzten Frankens, der im Schnitt beim Veranstalter bleibt.

Zur Veranschaulichung: ein fiktiver Markt mit den Quoten 2.10 für Heimsieg, 3.40 für Unentschieden und 3.60 für Auswärtssieg. Die Auszahlungsquote dieses Markts – also der Anteil der Einsätze, der bei korrekter Wette wieder an die Spielenden fliesst – ergibt sich aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der drei Quoten. Bei 2.10, 3.40 und 3.60 sind das 0.4762, 0.2941 und 0.2778, zusammen 1.0481. Der Kehrwert dieser Summe, also 1 ÷ 1.0481, ergibt rund 95.4 % Auszahlung, was etwa 4.6 % Marge entspricht – der Anteil, der im Schnitt beim Veranstalter bleibt. Das ist eine für Fussballmärkte übliche Spannweite, am oberen Rand des Üblichen; internationale Top-Ligen liegen näher an 3 %, kleinere Ligen und Spezialmärkte können deutlich darüber liegen.

Eine Quote von 2.10 auf den Favoriten ist also kein «50/50»: nach Abzug der Marge liegt die implizite Wahrscheinlichkeit niedriger. Das ist der Grund, warum Wettende langfristig mehr Einsätze zahlen als Gewinne einstreichen – und warum die Disziplin beim Einsatz wichtiger ist als die Quote.

Livewetten, Cash-Out und die Risiken der Echtzeit

Bei Sporttip läuft Livewetten parallel zum Spielgeschehen. Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wer eine Wette platziert, nachdem das Ergebnis schon feststeht – etwa nach dem Schlusspfiff – bekommt die Quote 1.00, also nur den Einsatz zurück. Auch in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. In solchen Momenten schnell zu klicken, ist also kein Vorteil, sondern ein Verlustrisiko.

Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiger Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn bei vollem Ablauf, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Es besteht keine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt angeboten wird. Wer Cash-Out nutzt, verzichtet auf einen möglichen Mehrerlös gegen einen heute feststehenden, kleineren Betrag – die Frage ist, ob man den Ausgang des Spiels jetzt sicherer einschätzt als das Haus.

Boosts, Profitboosts und der Anreiz, der keiner ist

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; sie sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz, ebenfalls limitiert und einmalig. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Was als kostenloser Vorteil beworben wird, ist also an enge Bedingungen gebunden, die in den Spielregeln stehen.

Wer einen Boost annimmt, sollte prüfen, ob die Anforderung – Quote, Einsatzlimit, einmalige Nutzung – tatsächlich zur eigenen Wette passt. Ein Boost, der nur auf eine Voraussage mit Mindestquote 1.50 gilt und den Einsatz auf CHF 5 beschränkt, istCHF 5 Einsatz und vielleicht einen Franken zusätzlichen Gewinn wert. Das ist nicht nichts, aber es ist auch nicht das, was die Werbung suggeriert.

Spielplan und Turnier: von der Gruppenphase bis zum Final

Der Afrika-Cup wird alle zwei Jahre ausgetragen und seit 2019 mit 24 Mannschaften gespielt. Der nächste Afrika-Cup ist für den 19. Juni bis 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda angesetzt, 54 Mannschaften haben sich zur Qualifikation gemeldet. Die letzte abgeschlossene Ausgabe war der Afrika-Cup 2025, der vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko stattfand – verschoben vom Sommer 2025 wegen Terminkonflikten mit der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft.

Modus: Gruppen, K.-o. und die Frage nach Verlängerung

Der Afrika-Cup 2025 wurde in sechs Vierergruppen gespielt. Die Gruppenersten und -zweiten qualifizierten sich, dazu die besten vier Gruppendritten. Danach folgte ein K.-o.-System mit Verlängerung und Elfmeterschiessen bei Gleichstand. Das ist wichtig für die Platzierung von Wetten: wer auf den «Spielausgang» nach 90 Minuten wettet, wettet nicht auf den Ausgang nach Verlängerung.

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer (beim Fussball 90 Minuten) plus die Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie ausdrücklich Gegenstand der Wette sind. Wer auf den Sieger eines Spiels wettet, das in die Verlängerung geht, bekommt seinen Einsatz in der Regel zurück, sofern nichts anderes vermerkt ist – ein oft übersehener Punkt im Wettprogramm.

Der Afrika-Cup 2025 in Zahlen

Im Finale am 18. Januar 2026 gewann Senegal gegen Gastgeber Marokko 1:0 nach Verlängerung. Zwei Monate nach dem Finale wertete die CAF das Spiel mit 3:0 für Marokko, weil Senegals Spieler nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit vorübergehend den Platz verlassen hatten; der senegalesische Verband kündigte Berufung beim CAS an. Torschützenkönig war Brahim Díaz (Marokko) mit fünf Toren. Im Spiel um Platz 3 gewann Nigeria gegen Ägypten im Elfmeterschiessen mit 4:2.

Diese nachträgliche Wertung zeigt, wie flüchtig ein «Endresultat» im Sport sein kann. Wer auf den Sieger des Afrika-Cups wettet, wettet auf das Ergebnis zum Endeffekt, also das Endeffekt – und das kann sich noch Monate später ändern. Langzeitwetten sind damit kein Selbstläufer, auch wenn der Favorit deutlich vorne liegt.

Wer spielt mit, und wer hat die meisten Titel

Der Afrika-Cup wird von der CAF (Confédération Africaine de Football) organisiert und wurde erstmals 1957 ausgetragen. Rekordsieger ist Ägypten mit sieben Titeln, Rekordtorschütze ist Samuel Eto’o mit 18 Toren. Diese Zahlen prägen die Quoten: wer auf einen Titelträger wettet, wettet gegen ein erfahrenes Team, und die Quoten spiegeln die Geschichte.

Veranstalter im Vergleich: was die zwei Schweizer und das Ausland unterscheidet

In der Schweiz dürfen Sportwetten nur von zwei Veranstaltern angeboten werden, beide im Auftrag der Kantone und beide unter der Aufsicht der Gespa. Die nachfolgende Tabelle zeigt, was die Anbieter trennt – und was die ausländischen Anbieter von den Schweizer unterscheidet.

Veranstalter Bewilligung Veranstalter / Bewilligungsform
Sporttip Schweizer Bewilligung (BGS) Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Produkt Sporttip
Jouez Sport Schweizer Bewilligung (BGS) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Sitz Lausanne
Bruce Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, Lizenzstatus in CH ohne Kraft (Art. 4 BGS)
1xBet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, Lizenzstatus in CH ohne Kraft (Art. 4 BGS)
Funbet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, Lizenzstatus in CH ohne Kraft (Art. 4 BGS)
Boomerang Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, Lizenzstatus in CH ohne Kraft (Art. 4 BGS)
BetLabel ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, Lizenzstatus in CH ohne Kraft (Art. 4 BGS)
Gamdom ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, Lizenzstatus in CH ohne Kraft (Art. 4 BGS)
Pribet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, Lizenzstatus in CH ohne Kraft (Art. 4 BGS)
WirWetten ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, Lizenzstatus in CH ohne Kraft (Art. 4 BGS)

Die Tabelle trennt zwei Welten: zwei Veranstalter mit Schweizer Bewilligung, jeder mit klar definiertem Vertriebsgebiet, und acht ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, deren Lizenzstatus in der Schweiz keine Kraft hat (Art. 4 BGS). Wer dort spielt, verlässt den Rahmen des Geldspielgesetzes – mit Folgen, die im Abschnitt zur Rechtslage stehen.

Swisslos Sporttip: das Programm für die Deutschschweiz und das Tessin

Swisslos veranstaltet Sporttip gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Sporttip-Vertriebsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, den Kanton Tessin sowie das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto bei Swisslos können nur Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in diesem Vertragsgebiet eröffnen. Die Identität wird aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Für 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz – Geld, das an Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe geht. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Wer bei Sporttip wettet, wettet also nicht bei einem privaten Anbieter, sondern bei einer Genossenschaft im öffentlichen Auftrag – was die Logik der Quoten, der Limits und des Spielerschutzes mitprägt.

Loterie Romande Jouez Sport: das Programm für die Romandie

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; das Unternehmen zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Ein Online-Konto ist auf Personen mit Wohnsitz im Vertriebsgebiet beschränkt.

Die Loterie Romande ist, wie Swisslos, eine öffentlich-rechtlich beauftragte Genossenschaft, kein privates Wettunternehmen. Das Vertriebsgebiet ist mit dem von Sporttip komplementär: Wer in Genf lebt, kann nicht bei Sporttip spielen, und wer in Zürich lebt, kann nicht bei Jouez Sport spielen – die Adresse ist durch den Wohnsitz vorgegeben.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Die übrigen Anbieter in der Tabelle – Bruce Bet, 1xBet, Funbet, Boomerang Bet, BetLabel, Gamdom, Pribet, WirWetten – verfügen über keine Schweizer Bewilligung. Ihre ausländischen Lizenzen (Curaçao, Malta oder anderswo) haben in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Sie sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden (DNS-Block, Ende 2025: 671 Domains).

Diese Anbieter sind hier aufgeführt, weil Schweizer Spielerinnen und Spieler ihnen im Internet begegnen – nicht, weil sie eine Alternative zu Sporttip oder Jouez Sport wären. Wer dort spielt, hat im Streitfall keinen Schweizer Ansprechpartner; Gewinne werden nach ausländischem Recht ausgezahlt, und aus kantonaler Sicht – Thurgau ist hier explizit – sind Gewinne aus ausländischen Grossspielen anders zu behandeln als Gewinne von Schweizer Veranstaltern. Wer auf den Afrika-Cup wetten will, ohne sich ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens zu bewegen, kommt an Sporttip und Jouez Sport nicht vorbei.

Rechtslage in der Schweiz: was erlaubt ist und was nicht

Die Schweiz reguliert Sportwetten seit dem 1. Januar 2019 mit dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51). Sportwetten sind darin Grossspiele (Art. 3 lit. c und e), und die Aufsicht liegt bei der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern), nicht bei der ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung braucht sowohl eine Veranstalterbewilligung als auch eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21-25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Ein Bergpass in den Schweizer Alpen mit leerer Strasse und Schneeresten am Rand im ersten Frühlicht.
Im Finale des Afrika-Cups 2025 am 18. Januar 2026 gewann Senegal gegen Gastgeber Marokko 1:0 nach Verlängerung.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos (Produkt Sporttip) und Loterie Romande (Produkt Jouez Sport). Beide bedienen klar zugewiesene Vertriebsgebiete. Ein Online-Konto braucht Wohnsitz in der Schweiz (Art. 47 Abs. 3 VGS) und praktisch im Vertriebsgebiet des jeweiligen Veranstalters. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains.

Was gewettet werden darf – und was nicht

Bewilligungspflichtig sind nur Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind nicht erlaubt. Was gewettet werden darf, ist in einer geschlossenen Liste festgelegt – der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Stand 10.09.2026, Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden sind nur dann zugelassen, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe ebenfalls; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind nie Wettgegenstand. Eckball- oder Kartenmärkte fehlen auf der Liste; ein Esports-Bereich fehlt ebenfalls.

Livewetten sind erlaubt, Prematch und Live, wo der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt. Das BGS kennt keine spezifische Einschränkung bestimmter Live-Märkte – was nicht heisst, dass alle Live-Märkte im Programm stehen, sondern dass das, was im Programm steht, von der Gespa bewilligt ist. Virtuelle Sportarten sind nicht abschliessend geregelt; Esports erscheint nicht in der Liste – ein Afrika-Cup-Stream auf einem Esports-Treffermark ist also kein Wettgegenstand bei einem Schweizer Veranstalter.

Wer mitmachen darf – und wie das Konto kontrolliert wird

Sportwetten sind Personen ab 18 Jahren vorbehalten (Gespa); Minderjährige sind online nicht zugelassen (Art. 72 BGS). Pro Person ist ein Konto mit verifizierter Identität zugelassen (Art. 47-52 VGS). Schweizer Sportwetten kennen keine anonymen Auszahlungen und keine Krypto-Auszahlungen: Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist Sache der Hausregeln, nicht des Gesetzes; es gibt in der Schweiz kein staatliches Zahlungsverbot gegenüber unbewilligten ausländischen Anbietern.

Werbung, Boni und das, was beworben werden darf

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisguthaben machen den Euro: Gratiswetten oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos). Bonusbeträge und -bedingungen kommen nur aus den Hausregeln der Veranstalter. Eine Werbezeit-Sperre auf bestimmten Tageszeiten gibt es im Gesetz nicht.

Offshore: was fehlt, wenn die Schweizer Bewilligung fehlt

Eine ausländische Lizenz – gleich ob aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Gültigkeit (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die spielende Person wird nicht bestraft (Bundespraxis), aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Spielerschutz und keine Schweizer Aufsicht. Das ist der Unterschied: Lizenziert heisst voller Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste und eine Wohnsitzpflicht; Offshore heisst kein Schweizer Schutz, kein Schweizer Ausschlussregister, ausländisches Recht und aus kantonaler Sicht eine andere steuerliche Behandlung der Gewinne.

Spielerschutz: Verlustlimiten und Spielsperre

Wer bei Sporttip oder Jouez Sport mitspielen will, muss zuerst Grenzen setzen. Diese Pflicht steht nicht im Belieben des Veranstalters, sondern in der Verordnung (Art. 87 VGS): der Veranstalter muss Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach 24 Stunden gesetzlich – Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Hausregeln 72 Stunden an.

Verlustlimiten bei Swisslos

Bei Sporttip müssen vor der ersten Online-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden. Die Obergrenze für volljährige Spielende liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30-Tage-Fenster möglich. Wer also plant, für den Afrika-Cup ein grösseres Budget zu setzen, muss die Erhöhung der Limite drei Tage im Voraus anstossen – ein Schutzmechanismus, der Impulskäufe verlangsamen soll.

Spielsperre und Zugangssperre

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS); ein selbstgewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Steuern auf Wettgewinne

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen – wozu die ESTV Sportwetten zählt – sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Der Bund legt den Freibetrag fest; ab 1.1.2026 liegt er bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, was den Hinweis «je nach Kanton» erklärt. Über der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Ein typischer Wettgewinn auf den Afrika-Cup liegt weit unter dieser Schwelle: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.

Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Schweizer Verrechnungssteuer; die kantonale Steuerpraxis behandelt sie aber unterschiedlich – Thurgau besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als voll steuerpflichtiges Einkommen. Wer dort spielt, sollte die Frage mit dem kantonalen Steueramt oder einem Steuerberater klären.

Häufige Fragen zum Afrika-Cup und zu Wetten in der Schweiz

Wer organisiert den Afrika-Cup, und wann findet die nächste Ausgabe statt?

Der Afrika-Cup wird von der CAF (Confédération Africaine de Football) organisiert und seit 1957 ausgetragen. Rekordsieger ist Ägypten mit sieben Titeln, Rekordtorschütze Samuel Eto’o mit 18 Toren. Die letzte abgeschlossene Ausgabe war der Afrika-Cup 2025 in Marokko (21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026); die nächste Ausgabe ist der Afrika-Cup 2027 in Kenia, Tansania und Uganda (19. Juni bis 17. Juli 2027), 54 Mannschaften haben sich zur Qualifikation gemeldet. Eine Ausgabe «Afrika-Cup 2026» gibt es nicht.

Darf in der Schweiz auf den Afrika-Cup gewettet werden, und bei welchem Veranstalter?

Ja, aber nur bei den zwei bewilligten Veranstaltern: Sporttip von Swisslos für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, Jouez Sport von der Loterie Romande für die Westschweiz. Beide brauchen Wohnsitz im Vertriebsgebiet und ein verifiziertes Konto ab 18 Jahren. Welche Wettarten zum Afrika-Cup angeboten werden, hängt von der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten und Wettbewerbe ab – was liegt, wird auch angeboten; was nicht liegt, fehlt im Wettprogramm.

Zählen Verlängerung und Elfmeterschiessen bei einer Wette auf den Spielausgang zur regulären Spielzeit?

Nein. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer (Fussball: 90 Minuten) plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Eine Wette auf den Sieger eines Spiels, das in die Verlängerung geht, wird in der Regel mit Quote 1.00 gewertet – der Einsatz wird zurück, mehr nicht.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?

Der Gewinn ergibt sich aus Einsatz × Quote. Bei einer Quote von 2.10 und einem Einsatz von CHF 10 sind das CHF 21 zurück, davon CHF 11 Nettogewinn. Die Marge ist der Anteil, der im Schnitt beim Veranstalter bleibt: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) über alle Ausgänge eines Markts; Marge = 100 % minus Auszahlungsquote. Bei einem fiktiven Markt mit 2.10 / 3.40 / 3.60 liegt die Auszahlung bei rund 95 % und die Marge bei rund 5 %. Wer das nicht im Kopf rechnet, sollte sich die Quoten über alle Ausgänge ansehen und die Summe der Kehrwerte bilden – sie liegt bei einem fairen Markt unter 1.00, ansonsten darüber.

Wie funktionieren die Verlustlimiten, und wie wird eine Spielsperre eingetragen?

Bei Sporttip müssen vor der ersten Online-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden – Obergrenze CHF 9’999 für Volljährige, CHF 1’000 für unter 21-Jährige. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Eine Spielsperre lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst setzen; eine unbefristete Sperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Liechtenstein. Aufhebung frühestens nach drei Monaten unter Einbezug einer Fachstelle.

Ab welchem Betrag fällt auf Wettgewinne Verrechnungssteuer an, und was bedeutet «je nach Kanton»?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Sportwetten sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Der Freibetrag des Bundes liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000; die Kantone setzen eigene Schwellen, was den Hinweis «je nach Kanton» erklärt. Über der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, rückforderbar über die Steuererklärung. Auf Einsätze fällt keine Wettsteuer; Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Schweizer Verrechnungssteuer, aber der kantonalen Praxis – Thurgau besteuert solche Gewinne unabhängig vom Betrag als steuerpflichtiges Einkommen.

Inhalt erstellt vom Team «Quoten Rechner Info»