Schach wetten in der Schweiz – wer darf, wer nicht, und was es kostet

Updated Oktober 2026
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Online Schach Wetten sind in der Schweiz nur über zwei Stellen möglich, und die Liste der erlaubten Wettarten entscheidet, ob überhaupt eine Quote erscheint. Wer bei einem ausländischen Anbieter einzahlt, verzichtet auf jeden Schweizer Schutz, kassiert aber im Gewinnfall keine Verrechnungssteuer. Vor der ersten Wette stehen Verlustlimiten, und eine Spielsperre wirkt schweizweit. Die folgenden Abschnitte erläutern die Rechtslage und die Quotenmechanik sowie die Möglichkeiten im Schweizer Wettmarkt.

Ein hölzernes Schachbrett mit wenigen Figuren steht auf einem Tisch in einem hellen Raum, durch das Fenster fällt weiches Seitenlicht.
Die Schachweltmeisterschaft 2024 wurde vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur ausgetragen.

*Aktualisiert am 20. Oktober 2026 · Lizenzanspruch geprüft gegen die Listen der Gespa und der Eidgenössischen Spielbankenkommission.*

Rechtslage: Wer in der Schweiz Schachwetten anbieten darf

In der Schweiz sind Sportwetten Grossspiele im Sinn des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und werden von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die für Spielbanken zuständig ist. Wer in der Schweiz online Sportwetten anbieten will, braucht eine Veranstalterbewilligung und für jede Spielform eine zusätzliche Spielbewilligung (Art. 21–25 BGS). Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben in der interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) die Zahl der Organisatoren für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt in der Schweiz keine weitere zugelassene Online-Buchmacherlizenz – die Gespa veröffentlicht ausschliesslich die Sperrliste gesperrter ausländischer Domains.

Die beiden Organisatoren sind Swisslos und Loterie Romande. Swisslos betreibt unter dem Namen Sporttip die Sportwetten für die Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH) sowie für den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Loterie Romande führt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer ein Online-Konto eröffnen will, muss in der Schweiz wohnen (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis im Vertragsgebiet des jeweiligen Veranstalters.

Ein Parkbank-Tisch mit eingelassenem Spielfeld unter alten Kastanien, auf den Wegen liegt Laub und die Sonne steht tief.
Im Schach erzielt Weiss im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte.

Was gewettet werden darf, ist auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten geregelt (Stand 10.09.2026, Art. 25 BGS und Art. 29 VGS). Die Liste ist abschliessend: Was nicht draufsteht, darf nicht angeboten werden. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, und Rangwetten sind nur erlaubt, wenn das Ranking über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind ausgeschlossen, Ecken- und Kartenmärkte fehlen, und ein separater E-Sport-Bereich erscheint nicht. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind nach Art. 25 Abs. 2 BGS ohnehin gesperrt. Livewetten sind erlaubt, vor Spielbeginn und live, soweit die zuständige Stelle sie genehmigt; das BGS kennt keine gesetzliche Einschränkung auf einzelne Live-Märkte.

Schach in der Gespa-Liste

Schach gehört nicht zu den klassischen Sportarten mit Ecken und Karten, und ein Schachweltmeisterschaftskampf ist nicht in jedem Format ein Mannschaftsspiel. Was zählt, ist allein, ob die Gespa-Liste das Ereignis als zugelassene Sportart mit zugelassener Wettart führt. Ist das nicht der Fall, darf auch Sporttip auf eine Wette auf den Ausgang einer Schachpartie keine Quote anbieten. Wer eine Wette platzieren will, prüft die Liste direkt und geht nicht davon aus, dass das verfügbare Wettprogramm eines Anbieters Auskunft gibt – die Liste ist die einzige Quelle. Was dort steht, gilt; was fehlt, ist unzulässig.

Ein Springer aus Holz steht allein auf einem Brett neben einer Schachuhr aus Metall, im Hintergrund unscharfe Bücherregale.
Im Schach erzielt Weiss im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte; bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %.

Auslandsseiten ohne Schweizer Bewilligung

Eine ausländische Lizenz aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Staat hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar – bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schweizer Schutzmechanismen. Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains (Art. 86–93 BGS), die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren – Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Die Gespa ersetzt geblockte Domains innerhalb von Stunden, ein Vorgehen, das sie selbst Domain-Hopping nennt und für das sie namentlich Interwetten, Bet-at-Home und bet anführt. Was fehlt, ist Schutz:

Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, gewinnt ohne Verrechnungssteuer und ohne Grenze des Freibetrags, aber das kantonale Steuerrecht kann den Gewinn als Einkommen behandeln, das Thurgau zum Beispiel bei ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag tut.

Spielerschutz: Verlustlimiten und Spielsperre

Wer bei Sporttip oder Jouez Sport mitspielen will, muss volljährig sein und sich identifizieren. Minderjährige sind ausgeschlossen (Art. 72 BGS), ein Konto pro Person, mit verifizierter Identität (Art. 47–52 VGS). Vor der ersten Wette setzt der Spielende drei Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, deren Obergrenze bei Swisslos bei CHF 9’999 liegt, bei Minderjährigen – in der Praxis nicht relevant, weil Minderjährige nicht teilnehmen – bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach Ablauf einer Karenzfrist: Das Gesetz sieht 24 Stunden vor (Art. 87 VGS), Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Eine staatliche fixe Einzahlungsgrenze pro Tag oder Monat gibt es nicht.

Die Spielsperre funktioniert schweizweit und greift bei Swisslos und Loterie Romande gleichermassen. Wer sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperrt, kommt vor Fristablauf nicht wieder rein; eine unbefristete Sperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch in Casinos, in Online-Casinos und in Liechtenstein. Eine selbstgewählte Sperre kann frühestens nach drei Monaten auf Antrag und mit einer Fachstelle aufgehoben werden (Art. 84 VGS). Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss jeder Veranstalter anbieten (Art. 89 VGS). Wer gesperrt ist oder das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).

Die Gespa hat im Jahr 2025 bei Testkäufen an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an Minderjährige verkauft. Wer an einer Verkaufsstelle spielt, sollte sich bewusst sein, dass die Kontrolle vor Ort weniger zuverlässig ist als die Online-Identifizierung.

Limits für einzelne Wetten

Sporttip setzt den Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten auf CHF 1 und den Höchsteinsatz auf CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, für Systemwetten auf CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette oberhalb der Limite wird nicht angenommen. Das sind keine staatlichen Vorgaben, sondern Veranstalterbedingungen, und sie sind eng – wer höhere Einsätze setzt, ist hier bereits am Rand des Möglichen. Wer an einem Wettereignis selbst teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten, und Livewetten, die nach dem tatsächlichen Eintreten des Wettausgangs platziert werden, werten beide Schweizer Veranstalter mit der Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann die Wette ebenfalls mit Quote 1.00 bewertet werden.

Schach als Wettsport: Spielplan und Wettmärkte

Schach ist ein Spiel über 8 × 8 = 64 Felder mit 32 Figuren zu Beginn, je 16 pro Seite – König, Dame, zwei Türme, zwei Springer, zwei Läufer und acht Bauern. Der Weltschachbund FIDE wurde 1924 in Paris gegründet und vergibt seit 1948 den Titel des Schachweltmeisters. Die Schachweltmeisterschaft wird als Zweikampf zwischen dem Titelträger und einem Herausforderer ausgetragen, der sich in der Regel über das Kandidatenturnier qualifiziert. 1948 und 2007 wurde sie als Turnier ausgespielt. Der erste Schachweltmeister war Wilhelm Steinitz, der 1886 den Zweikampf gegen Johannes Hermann Zukertort mit 12,5:7,5 gewann.

Warum die Remisquote den Markt prägt

Im Schach erzielt Weiss im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte; bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %. Das hebt Schach von klassischen Mannschaftssportarten ab, in denen ein Unentschieden eher die Ausnahme ist. Eine Schachpartie endet remis durch Patt – der Spieler am Zug hat keinen legalen Zug und steht nicht im Schach –, durch Einigung, durch dreifache Stellungswiederholung auf Antrag, durch die 50-Züge-Regel auf Antrag, durch fünffache Stellungswiederholung automatisch, nach 75 Zügen ohne Bauernzug und ohne Schlagfall automatisch und bei toter Stellung, in der kein Spieler mehr mattsetzen kann. Für eine Wette heisst das: Auf eine Partie zwischen zwei Weltklasse-Spielern mit ausgeglichenem Material ist die Remiswahrscheinlichkeit so hoch, dass der Buchmacher die Drei-Wege-Wette in aller Regel mit einer Remisquote knapp unter 3,00 anbietet, und die Quoten für Sieg und Niederlage liegen höher als in Sportarten ohne dritten Ausgang.

Schachweltmeisterschaft 2024 als Modellfall

Die Schachweltmeisterschaft 2024 wurde vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur ausgetragen und im Modus Best of 14 klassische Partien gespielt; für den Sieg waren mindestens 7½ Punkte nötig. Dommaraju Gukesh gewann die Schachweltmeisterschaft 2024 mit 7½:6½ gegen Ding Liren (3 Siege, 2 Niederlagen, 9 Remis); ein Tiebreak war nicht nötig. Bei Gleichstand nach 14 Partien hätte die Schachweltmeisterschaft 2024 durch Tiebreaks entschieden werden sollen: erst Schnellschachpartien, dann ein Schnellschach-Minimatch, dann Blitzpartien, zuletzt Blitz mit plötzlichem Tod. Auf einer solchen Partie kann vor Spielbeginn auf Sieg, Remis oder Niederlage gewettet werden, und während der laufenden Partie ändern sich die Livequoten mit jedem Figurengewinn, jeder Zeitkontrolle und jeder Stellungsbewertung.

Kandidatenturnier und weitere Schachereignisse

Das Kandidatenturnier ist der vorgelagerte Wettbewerb, aus dem in der Regel der Herausforderer für den Weltmeisterschaftskampf hervorgeht. Es trägt als Rundenturnier einen ähnlichen Charakter wie die Weltmeisterschaft, mit dem Unterschied, dass acht Spieler in mehreren Runden gegeneinander antreten und das Ergebnis in Punkte umgerechnet wird. Wer auf das Kandidatenturnier wetten will, prüft die Gespa-Liste: Steht das Kandidatenturnier dort mit der passenden Wettart, ist die Wette erlaubt. Steht es nicht, fehlt das Angebot – nicht, weil die Gespa es verbietet, sondern weil die Liste abschliessend ist und nicht jedes Turnier dort auftaucht. Schnellschach- und Blitzformate, die im WM-Reglement als Tiebreak dienen, sind eigene Wettbewerbsformen und nicht ohne weiteres als zugelassene Wettart übernommen. Schachereignisse in der Gespa-Liste sind die Ereignisse, die überhaupt als Wette angeboten werden dürfen, und sie sind von Schweizer Seite strenger gefasst, als das ein ausländischer Anbieter sein könnte.

Übersicht: Wer Schachwetten anbietet und wer nicht

In der Schweiz ist die Liste der Anbieter kurz, und sie teilt sich klar in zwei Lager: zwei zugelassene Organisatoren, die ein Konto nur für Einwohner ihres Vertragsgebiets führen, und eine Reihe ausländischer Buchmacher ohne Schweizer Bewilligung, die in der Schweiz nicht zugelassen sind und deren Domains auf der Sperrliste stehen können. Wer hier spielt, spielt ohne Schweizer Schutz.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter oder ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung nach BGS SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel, Aufsicht Gespa, Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung nach BGS Loterie Romande, Sitz Lausanne, Aufsicht Gespa, Produkt Jouez Sport
Donbet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzangaben nicht belegt, keine Wirkung in der Schweiz, Anschluss an schweizweites Spielsperrenregister nicht vorhanden
Sportuna ohne Schweizer Bewilligung Lizenzangaben nicht belegt, keine Wirkung in der Schweiz, Anschluss an schweizweites Spielsperrenregister nicht vorhanden
AmunRa ohne Schweizer Bewilligung Lizenzangaben nicht belegt, keine Wirkung in der Schweiz, Anschluss an schweizweites Spielsperrenregister nicht vorhanden
myBet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzangaben nicht belegt, keine Wirkung in der Schweiz, Anschluss an schweizweites Spielsperrenregister nicht vorhanden
Betscore ohne Schweizer Bewilligung Lizenzangaben nicht belegt, keine Wirkung in der Schweiz, Anschluss an schweizweites Spielsperrenregister nicht vorhanden
Gamdom ohne Schweizer Bewilligung Lizenzangaben nicht belegt, keine Wirkung in der Schweiz, Anschluss an schweizweites Spielsperrenregister nicht vorhanden
MyStake ohne Schweizer Bewilligung Lizenzangaben nicht belegt, keine Wirkung in der Schweiz, Anschluss an schweizweites Spielsperrenregister nicht vorhanden
Jackbit ohne Schweizer Bewilligung Lizenzangaben nicht belegt, keine Wirkung in der Schweiz, Anschluss an schweizweites Spielsperrenregister nicht vorhanden

Die Tabelle trennt die beiden Lager sauber: links die zwei Organisatoren mit Schweizer Bewilligung, rechts acht ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung und ohne belegte Lizenz. Wer auf der rechten Seite landet, hat keinen Rekursweg in der Schweiz und keine Verbindung zur schweizweiten Spielsperre.

Anbieter im Profil

Swisslos Sporttip – wer im deutschsprachigen Raum spielt

Swisslos – mit vollem Namen SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz in Basel – veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die IKV 2020. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip, und Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt – zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Wer dort wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen; alle anderen schauen aus der Schweiz auf ein geschlossenes Angebot.

Sporttip zeigt im Online-Bereich Einzel-, Kombinations- und Systemwetten, dazu Livewetten und Cash-Out vor und während des Spiels, jeweils als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, ohne Garantie pro Markt. Quotenboosts und Profitboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten, sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und im Einsatz und im Erhöhungsbetrag gedeckelt; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Cash-Out-Betrag liegt immer unter dem möglichen Gewinn, wenn man die Wette durchläuft, hängt vom Stand des Ereignisses ab und kann jederzeit geändert werden. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreten des Wettausgangs platziert werden, wertet Sporttip mit Quote 1.00, ebenso Wetten in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid –, und Swisslos kann Cash-Out auch ablehnen.

Wer bei Sporttip spielt, zahlt auf ein verifiziertes Konto mit Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, deren Obergrenze bei CHF 9’999 liegt, und kann sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren. Das ist die Schweizer Seite der Buchmacherwelt: geschlossenes Angebot, enge Limits, vollständige Verifizierung, aber dafür jedes Schutzinstrument, das die Schweizer Gesetzgebung vorsieht, inklusive Auszahlung an ein Konto des Inhabers und schweizweiter Spielsperre. Für einen Schachweltmeisterschaftskampf gilt: Wenn die Gespa-Liste das Ereignis führt, ist Sporttip die einzige legale Adresse in den Deutschschweizer Kantonen, an der eine Wette platziert werden kann. Ist das Ereignis nicht in der Liste, fehlt die Quote, und die Suche beginnt von vorn.

Loterie Romande Jouez Sport – wer in der Romandie spielt

Loterie Romande ist die Société de la Loterie de la Suisse Romande, sie veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; das Unternehmen zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen; für die anderen Schweizer Kantone bleibt der Zugang geschlossen.

Jouez Sport ist im Aufbau vergleichbar mit Sporttip – Einzel-, Kombinations- und Systemwetten, Livewetten, Cash-Out nach Veranstalterbedingungen –, und die Spielregeln sind eng an die BGS-Vorgaben gebunden. Was bei Loterie Romande zusätzlich ins Gewicht fällt, ist die Tatsache, dass es sich um eine Lotteriegesellschaft handelt, die auch ihre Geldspielstruktur in den Westschweizer Kantonen trägt. Die kantonalen Fonds erhalten einen Teil des Reingewinns, der Rest fliesst in gemeinnützige Zwecke. Was den Spielerschutz betrifft, gilt das, was für alle zugelassenen Anbieter gilt: Verlustlimiten, freiwillige Einzahlungslimite, Spielsperre im schweizweiten Register, Auszahlung an ein Konto des Inhabers.

Für Schachwetten bedeutet das: Wer in Genf, Waadt oder einem der anderen Westschweizer Kantone wohnt, hat mit Jouez Sport die einzige legale Adresse in seinem Vertragsgebiet. Was genau angeboten wird, hängt von der Gespa-Liste ab; ist das Ereignis nicht gelistet, fehlt das Angebot. Das gilt für alle Schweizer Veranstalter gleichermassen.

Donbet, Sportuna, AmunRa, myBet, Betscore, Gamdom, MyStake, Jackbit

Diese acht Marken haben eines gemeinsam: Sie sind in der Schweiz nicht zugelassene ausländische Anbieter, und ihre Lizenzangaben – soweit sie überhaupt auf der eigenen Webseite stehen – haben in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Sie sind nicht an das schweizweite Spielsperrenregister angeschlossen, und es gibt keinen Schweizer Rekursweg bei Streit. Das heisst nicht automatisch, dass ein Anbieter Schachwetten nicht im Programm führt – viele ausländische Anbieter listen Schach unterteilt in Weltmeisterschaft, Kandidatenturnier, Online-Ligen und einzelne Turniere –, aber das alles spielt sich ausserhalb der Schweizer Aufsicht ab, und die Gespa kann die Domains auf die Sperrliste setzen.

Die meisten dieser Marken werben mit Kryptowährungen als Ein- und Auszahlungsweg – was bei Sporttip und Jouez Sport nicht möglich ist, weil Gewinne und Guthaben nur auf ein Konto des Inhabers ausgezahlt werden (Art. 50 Abs. 2 VGS). Wer dort spielt, sollte wissen, dass die Schweizer Verrechnungssteuer auf den Gewinn entfällt, weil der Anbieter sie nicht abzieht, das kantonale Steuerrecht aber trotzdem greifen kann – Thurgau zum Beispiel behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als steuerbares Einkommen. Wer dort spielt, verzichtet auch auf den Schutz der schweizweiten Spielsperre: Eine Selbstsperre bei einem Schweizer Veranstalter sperrt nicht gleichzeitig das Konto bei einem ausländischen Anbieter. Im Konkursfall eines ausländischen Anbieters gibt es keinen Schweizer Zugriff auf das Vermögen, und wer sich an einen ausländischen Anbieter hält, muss mit ausländischem Recht klagen, in fremder Sprache und ohne Schweizer Vollstreckungshilfe.

Die Bewertung ist klar: Diese Anbieter sind kein Ersatz für die Schweizer Veranstalter, und ihre Stärke – breites Wettprogramm, oft Kryptowährungen, oft hohe Limits – ist im Schweizer Kontext ein Nachteil, weil sie ohne Aufsicht und ohne Schutz operieren. Wer in der Schweiz wohnt und auf ein Schachereignis wetten will, das die Gespa-Liste führt, ist bei Sporttip oder Jouez Sport richtig. Wer partout bei einem ausländischen Anbieter spielen will, sollte wissen, was er aufgibt, und das ist viel.

Wie Quoten entstehen und was die Marge bedeutet

Quoten sind keine Wahrscheinlichkeiten, sondern der Preis, zu dem der Buchmacher einen Ausgang anbietet. Aus den Quoten aller Ausgänge eines Marktes ergibt sich die Auszahlungsquote des Marktes, der Quotenschlüssel, und der Rest ist die Marge des Buchmachers. Bei einem Drei-Wege-Markt wie Sieg – Remis – Niederlage ergibt sich der Quotenschlüssel nach der Formel 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + 1/Quote₃). Das Ergebnis ist ein Wert zwischen 0 und 1, den man mit 100 multipliziert, um den prozentualen Anteil der Einsätze zu erhalten, den der Markt im Mittel zurückzahlt. Die Marge ist 100 % minus den Quotenschlüssel.

Als Beispiel dient ein Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten 1.90. Die Rechnung ist 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = 1 ÷ 1,0526 = 0,9500 – also ein Quotenschlüssel von 95,00 % und eine Marge von 5,00 %. Im konkreten Fall liegen die Quoten für Schach in den einzelnen Märkten anders. Eine Remisquote nahe 3,00 mit zwei leicht erhöhten Quoten für Sieg und Niederlage ist typisch. Eine Einordnung ohne konkrete Quoten hilft nicht weiter, weil sich die Marge von Markt zu Markt unterscheidet: Die Marge auf Sieg–Remis–Niederlage ist nicht die Marge auf Livewetten, und sie ist bei Schach nicht dieselbe wie bei Fussball. Wer eine konkrete Wette bewerten will, rechnet die Quote selbst nach und vergleicht sie mit dem, was der Veranstalter tatsächlich anbietet. Was sich daraus ergibt, ist ein Wert, der bei Sporttip und bei ausländischen Anbietern unterschiedlich ausfällt, und zwar meistens zugunsten des ausländischen Anbieters auf dem Papier – aber was nützt eine bessere Quote, wenn die Wette rechtlich in der Schweiz nicht existiert?

Der Gewinn einer Wette errechnet sich aus Einsatz und Quote: Bei einer Einzelwette mit Einsatz E und Quote Q ist der mögliche Rücklauf E × Q, der Reingewinn E × (Q − 1). Bei einer Kombinationswette multiplizieren sich die Quoten zu einer Gesamtquote, und die Rechnung läuft genauso: Rücklauf = E × (Q₁ × Q₂ × …), Reingewinn = E × (Q₁ × Q₂ × … − 1). Die Marge des Marktes schlägt auf den Reingewinn durch: Je niedriger der Quotenschlüssel, desto mehr Streifen sich die Quoten am Ende der Linie mit der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit. Bei Schach ist die Remisquote der dritte Ausgang, und sie zwingt das Quotengerüst in eine Form, in der die Quoten für Sieg und Niederlage naturgemäss höher ausfallen als in Sportarten ohne Unentschieden. Die Marge ist dieselbe Rechnung, aber auf drei Gewichte verteilt.

Cash-Out, Quotenboosts und Livewetten

Cash-Out ist bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Was Cash-Out kostet, ist immer ein Abschlag auf das, was die Wette im Gewinnfall bezahlt hätte – der Buchmacher nimmt die Wette zurück und zahlt den aktuellen «Fair Value» aus Sicht des Buchmachers, nicht aus Sicht des Wettenden. Bei Schach mit Livewetten kann Cash-Out praktisch sein, wenn die Partie in eine Richtung kippt und der Wettende Gewinn mitnehmen will, bevor ein Remis den Ausgang wieder offen gestaltet. Swisslos garantiert Cash-Out nicht für jeden Markt, und Swisslos darf den Cash-Out-Betrag jederzeit ändern.

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und im Einsatz und in der Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer auf eine Schachpartie mit Boost wetten will, sieht die Bedingungen am Wettschein und hat nur eine Chance pro Boost pro Ereignis.

Livewetten sind erlaubt, aber sie folgen bei Schach dem realen Spiel: Eine Schachpartie ist kein Minutentakt, sondern ein Stundenereignis, und die Livequoten verändern sich mit jedem Zug, der übertragen wird. Swisslos wertet Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreten des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen gilt dasselbe. Das ist die Schweizer Seite: streng, dokumentiert, durchsetzbar.

Steuern und Auszahlung

Gewinne aus Schweizer Grossspielen – die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich – sind bis zum Steuerfreibetrag einkommensteuerfrei. Der Bundesfreibetrag beträgt seit dem 1. Januar 2026 CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400; die kantonalen Freibeträge sind unterschiedlich, deshalb gilt «je nach Kanton», nie eine einzige kantonale Zahl. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Wer unter dem Freibetrag bleibt, zahlt weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn; wer darüber liegt, meldet den Gewinn und holt sich die Verrechnungssteuer zurück. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz.

Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, weil sie nicht in der Schweiz abgezogen wird, aber das kantonale Steuerrecht kann den Gewinn als Einkommen behandeln: Thurgau zum Beispiel besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als Einkommen. Wer dort spielt, sollte das mit dem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung klären, bevor die erste Auszahlung kommt.

Auszahlungen laufen bei Swisslos und Loterie Romande ausschliesslich auf ein Zahlungskonto des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen gibt es nicht, Kryptowährungen als Auszahlung gibt es nicht, Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmittel ein Schweizer Veranstalter konkret anbietet, steht in dessen Bedingungen; das ändert sich, und wer sich darauf verlässt, prüft es vor der Einzahlung.

Werbung und Strafbarkeit

Werbung für Glücksspiele darf in der Schweiz weder aufdringlich noch irreführend sein, sie darf sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht zugelassene Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte die Gespa 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Was auf einer ausländischen Webseite als «Willkommensbonus» läuft, hat in der Schweiz keine Werbeerlaubnis und keine zugesicherte Funktionsweise.

Boni, Codes, Promo-Aktionen und vergleichbare Angebote gehören nicht auf eine Seite, die erklärt, was eine Wette kostet und welche Regeln gelten. Wer das sucht, sieht in den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters nach, bevor er eine Wette platziert.

Was Schachwetten in der Schweiz kosten

Der Preis einer Schachwette hat zwei Seiten: den Einsatz und die Marge. Der Einsatz wird über die Verlustlimit­en gesteuert, die Marge steckt in der Quote und ist nicht verhandelbar. Bei einem Drei-Wege-Markt mit den Quoten 2,30 – 3,00 – 3,40 – was nur als Rechenbeispiel dient und nicht als echte Sporttip-Quote – ergibt sich der Quotenschlüssel aus 1 ÷ (1/2,30 + 1/3,00 + 1/3,40) = 1 ÷ (0,4348 + 0,3333 + 0,2941) = 1 ÷ 1,0622 = 0,9415 – also ein Quotenschlüssel von 94,15 % und eine Marge von 5,85 %. Das ist ein Beispiel, keine zitierte Sporttip-Quote; wer eine echte Wette bewerten will, rechnet die Quoten nach, die auf dem Wettschein stehen.

Was eine Wette kostet, ist die Marge mal Einsatz: Bei einem einmaligen Einsatz von CHF 100 in einem Markt mit 5,85 % Marge liegt der erwartete Verlust bei rund CHF 5,85 – ein statistischer Mittelwert, kein garantierter Verlust, und ohne Garantie auf einen bestimmten Ausgang. Über viele Wetten mittelt sich die Marge aus, und der Buchmacher behält seinen Anteil. Die Gegenrechnung ist einfach: Wer langfristig wettet, zahlt die Marge, und die Marge ist im Quotengerüst eingebaut, noch bevor das Ereignis beginnt.

Häufige Fragen

Ist Schachwetten in der Schweiz erlaubt?

Ja, aber nur über Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport). Andere Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung, und ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen. Voraussetzung ist, dass die Gespa-Liste das Ereignis und die Wettart führt.

Wie finde ich heraus, ob ein Schachturnier auf der Gespa-Liste steht?

Die Liste wird von der Gespa veröffentlicht und ist die einzige Quelle für zugelassene Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Was nicht in der Liste steht, darf auch nicht angeboten werden, und das gilt unabhängig davon, was auf der Seite eines Veranstalters erscheint.

Warum ist die Remisquote bei Schachwetten so wichtig?

Schach endet selbst unter Weltmeistern in rund 43 % der Partien remis. Damit ist die Remisquote der dritte Ausgang mit eigenem Gewicht, und sie verschiebt das gesamte Quotengerüst im Vergleich zu Sportarten ohne Unentschieden.

Wie berechnen sich Gewinn und Marge?

Rücklauf = Einsatz × Quote, Reingewinn = Einsatz × (Quote − 1). Bei Kombinationswetten multiplizieren sich die Quoten. Die Marge eines Marktes ist 100 % minus den Quotenschlüssel, den man aus 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + …) berechnet.

Welche Limits gelten vor der ersten Wette?

Bei Sporttip setzen Spielende drei Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage mit Obergrenze CHF 9’999. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Eine Spielsperre für 1 bis 180 Tage oder unbefristet wird im schweizweiten Register eingetragen.

Inhalt erstellt vom Team «Quoten Rechner Info»