Unentschieden Vorhersagen in der Schweiz: Was eine Remis-Wette tatsächlich kostet
Stand: 20. Oktober 2026 · geprüft gegen die Gespa-Liste der zulässigen Wettarten und die Spielregeln der zugelassenen Schweizer Veranstalter.

Wer in der Schweiz auf ein Unentschieden wetten will, hat zwei Gegenfragen zu beantworten, bevor er überhaupt an eine Vorhersage denkt: Wer darf das überhaupt anbieten? Und was nimmt mir der Anbieter auf dem Weg zur Auszahlung ab? Diese Seite geht beides an, in der Reihenfolge, in der es ein Leser im Ernstfall durchläuft – zuerst die App und die Identität, dann das Handwerk der Prognose, dann die beiden Veranstalter im Vergleich, dann das Rechts- und Schutzgerüst, das darum herum liegt.
Eine Unentschieden-Wette ist im Kern eine Quote auf das mittlere der drei Felder im Dreiweg-Markt: Heimsieg, Remis, Auswärtssieg. Das Remis wird seltener gewettet als die beiden anderen Felder, es hat dafür strukturell höhere Quoten – und es lässt sich nicht allein aus dem Bauch heraus vorhersagen, sondern nur aus Form, Statistik und einer Quote, die noch etwas hergibt. Wie das zusammenkommt, was die Gespa an Wettarten überhaupt erlaubt und was ein Schweizer Veranstalter an Selbstschutz voraussetzt, steht in den folgenden Abschnitten.
Mobile Wettabgabe und App-Realität in der Schweiz
Wer in der Schweiz Sportwetten abschliesst, tut das fast immer über eine der beiden zugelassenen Apps. Beide Anbieter haben eigene Anwendungen, beide verlangen vor dem ersten Wettschein ein verifiziertes Konto, und beide setzen voraus, dass die spielende Person im Vertragsgebiet wohnt. Wer das nicht beachtet, kann sich zwar anmelden, scheitert aber spätestens an der Adressprüfung.

Die Sporttip App von Sporttip läuft auf iOS und Android und übernimmt das gesamte Wettprogramm von Swisslos – Pre-Match, Livewetten, Systemwetten, Kombiboost und Quotenboosts. Wetten, die in der App zusammengestellt werden, können über einen QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden, was vor allem für Spielerinnen und Spieler ohne Online-Bankverbindung relevant ist. Wer ein neues Konto anlegen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet haben, darf in keiner Spielsperre stehen und darf sich pro Person nur einmal registrieren. Die Identität wird über einen hochgeladenen Ausweis geprüft, die Anschrift gegen Adressdatenbanke abgeglichen.
Ein zweiter Punkt, der bei der App-Wahl oft übersehen wird: Wer unter 21 ist, bekommt nur eine reduzierte Verlustlimite von maximal CHF 1’000 in 30 Tagen gesetzt – das System akzeptiert bei der Registrierung keine höheren Werte. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, was bewusst einen Schutz vor impulsivem Nachschieben von Geld eingebaut hat.
Für Spielerinnen und Spieler aus der Romandie läuft der vergleichbare Weg über die Plattform Jouez Sport der Loterie Romande. Der Sitz des Unternehmens liegt in Lausanne, das Netz zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz. Die Online-Registrierung folgt dem gleichen Muster: Identitätsnachweis, Wohnsitz im Vertragsgebiet, eine einmalige Kontoeröffnung pro Person. Wer dort wettet, wettet bei einem Veranstalter, der nur für die Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS zugelassen ist; ein Wohnsitz in der Deutschschweiz führt zur Ablehnung der Anmeldung, ein Wohnsitz in Deutschland gleich doppelt.
Was eine Wett-App in der Schweiz können muss, ist damit ziemlich eng umrissen: verifizierte Identität, Konto im Inland, Schutzlimiten vor der ersten Wette. Was eine App nicht braucht: einen Trick, ein VPN, ein zweites Konto. Wer ohne Bewilligung spielt – ob über eine internationale App, einen Spiegel-Server oder eine ausländische Domain – spielt ohne Schweizer Sperrregister-Anschluss, ohne Auszahlung auf ein CH/FL-Bankkonto im eigenen Namen und ohne jede Möglichkeit, sich an die Gespa zu wenden, falls etwas schiefläuft.
Worauf die App dem Spieler im Alltag begegnet: Die Spielregeln von Sporttip legen fest, dass Livewetten unabhängig davon zählen, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird – eine Wette, die nach dem wahren Eintreten des Ausgangs platziert wird, wird mit Quote 1.00 gewertet, das heisst, der Einsatz wird zurückgegeben. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 bewerten, was den Schutz der Wettenden vor nachträglichen Platzierungen sicherstellt. Diese Klausel ist in den Spielregeln ausdrücklich erwähnt, weil genau hier in der Vergangenheit Streit entstanden ist.
Zum Alltag mit der App gehört auch der Cash-Out: Swisslos bietet ihn online für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, vor Spielbeginn und live, aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Was dabei leicht übersehen wird: Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen nicht vorzeitigen Wettgewinn, hängt vom Spielstand ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Eine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt zur Verfügung steht, gibt es nicht – wer sich darauf verlässt, kann am Spieltag eine Überraschung erleben.
Wie eine Vorhersage zum Unentschieden wirklich entsteht
Eine Vorhersage ist kein Tipp. Sie ist die Schlussfolgerung aus drei Quellen: aktuelle Form, statistische Ausgangslage und die Quote, die der Markt dafür bezahlt. Daraus entsteht eine Erwartung, nicht eine Sicherheit – und genau diese Erwartung drückt sich in der Quote aus, die der Veranstalter anbietet.
Der Dreiweg-Markt hat drei Felder, und jedes Feld bekommt eine Quote. Aus der Quote lässt sich eine implizite Wahrscheinlichkeit zurückrechnen: 1 geteilt durch die Quote. Eine Quote von 3.30 auf das Unentschieden entspricht 30.3 % Wahrscheinlichkeit, eine Quote von 4.00 entspricht 25 %. Wichtig: Das ist die Sicht des Marktes, nicht eine Vorhersage im strengen Sinn – die Quote spiegelt die Einschätzung, wie das Geld der Wettenden verteilt ist, und kann sich deshalb von einer statistisch berechneten Wahrscheinlichkeit unterscheiden.
Wie eine Remis-Serisserie zustande kommt. Mannschaften mit ähnlichem Spielniveau remipieren sich überdurchschnittlich oft, weil weder die eine noch die andere Seite genug Qualitätsvorsprung hat, um das Spiel zu entscheiden. Diese Beobachtung wurde in der Wettanalyse oft als «flache Kräfteverteilung» oder «enges Mittelfeld» beschrieben. Eine zweite, statistisch relevante Quelle ist die Tordifferenz pro Spiel: Liegt eine Mannschaft konstant über 1.5 Toren pro Spiel und die andere ähnlich, steigt die Remis-Wahrscheinlichkeit. Liegt eine Mannschaft konstant unter 1.0 Toren pro Spiel und die andere ähnlich, steigt sie ebenfalls – nur aus einem anderen Grund, der niedrigen Torproduktion beider Seiten.
Was diese Statistiken nicht können: Eine Serie ohne Remis voraussagen. Mannschaften, die zuletzt fünf Spiele nicht unentschieden spielten, sind statistisch gesehen eher im nächsten Spiel unentschieden – aber das ist eine Wahrscheinlichkeit, keine Sicherheit. Wer aus fünf Remis-Siegen in Folge schliesst, das nächste Spiel sei «fällig» für ein Remis, setzt darauf, ohne dass die statistische Unabhängigkeit der Spiele diese Erwartung trägt. Die Wahrscheinlichkeit pro Spiel bleibt vom vorherigen Ergebnis unabhängig, solange keine systematische Veränderung passiert ist.
Was eine Vorhersage von einem Tipp unterscheidet. Ein Tipp sagt: Ich setze auf das Unentschieden zwischen Mannschaft A und B. Eine Vorhersage sagt: Auf Basis von Form, Statistik und Quote schätze ich die Remis-Wahrscheinlichkeit auf X %, was die Quote von Y wirtschaftlich macht. Eine wirtschaftliche Wette liegt dann vor, wenn die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote unter der selbst geschätzten Wahrscheinlichkeit liegt – das nennt der Markt Value, und das ist der Grund, warum professionelle Wettende nicht jedes Spiel spielen, sondern nur die, in denen die Quote einen Fehler zu enthalten scheint.
Die folgenden vier Bausteine prägen eine Remis-Vorhersage in der Praxis:
- Aktuelle Form: Verletzungen, Sperren, Trainerwechsel, Heimstärke, Auswärtsschwäche – alles, was das Kräfteverhältnis für dieses eine Spiel verschiebt.
- Historische Statistiken: Wie oft haben diese beiden Mannschaften in den letzten zehn Begegnungen unentschieden gespielt? Welche Tordifferenz haben sie? Wie häufig ist das exakte Ergebnis 1:1?
- Quotenstruktur: Was zahlen die zwei Schweizer Veranstalter auf das Remis? Ist die Quote stabil über mehrere Tage, oder schwankt sie stark, was auf ungleich verteiltes Wettvolumen hindeutet?
- Wettvolumen: Wo fliesst das Geld hin? Wenn 80 % des Volumens auf Heimsieg steht, die Quote aber nur 1.60 ist, hat der Veranstalter diese Quote bewusst niedrig gesetzt, um das Volumen zu absorbieren – das Remis-Feld wird tendenziell überschätzt.
Was eine hohe Remis-Quote nicht bedeutet. Eine Quote von 4.50 auf das Unentschieden klingt verlockend – sie verspricht das 4.5-fache des Einsatzes zurück. Aber sie bedeutet, dass der Markt die Remis-Wahrscheinlichkeit auf rund 22 % schätzt. Bei einer geschätzten Wahrscheinlichkeit von 18 % ist die Quote wirtschaftlich unattraktiv: Wer langfristig auf 22 %-Wetten setzt, verliert Geld, weil der Veranstalter die Marge eingepreist hat. Die Quote muss zur eigenen Schätzung passen, nicht zur Wunschvorstellung.
Was eine Prognose-App nicht kann. Eine App kann vergangene Ergebnisse anzeigen, Diagramme zeichnen, Quoten archivieren. Sie kann keine Vorhersage über die Zukunft treffen. Wer eine App kauft, die behauptet, 80 % ihrer Tipps seien korrekt, kauft entweder eine Beschreibung der Vergangenheit oder eine Marketingaussage – die Zukunft eines Fussballspiels ist auch für eine App nicht vorhersehbar.
Die zehn Anbieter für Remis-Wetten im Überblick
Wer in der Schweiz auf das Unentschieden wetten will, kann das nur bei den beiden zugelassenen Veranstaltern tun. Die übrigen Anbieter in der Liste sind ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung – sie werden hier genannt, weil Schweizer Spielerinnen und Spieler auf sie stossen, aber sie sind nicht legal in der Schweiz und bringen weder Schweizer Sperrregister-Anschluss noch Schweizer Rechtsschutz. Das ist kein Schönheitsfehler, sondern der entscheidende Unterschied.
Die folgende Tabelle ordnet die Anbieter nach Bewilligungsstatus. Eine Spalte mit «Bewilligung» zeigt die Schweizer Grossspiel-Bewilligung unter dem BGS; eine ohne hat keine Schweizer Bewilligung und kann nur deshalb gelistet werden, weil Schweizer Spielerinnen und Spieler im Alltag auf sie treffen.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung als Grossspiel (BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung als Grossspiel (BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa) | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne |
| BassBet | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Rainbet | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| 20Bet | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiedesene Lizenz nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| 1xBet | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Gamdom | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| bet-at-home | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| X3Bet | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz Tobique (Kanada); in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Betscore | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
Der wichtigste Blick auf diese Tabelle ist nicht der Vergleich der Quoten – den kann seriös nur der Veranstalter selbst liefern, und die Quoten schwanken pro Spiel. Der wichtigste Blick ist die Frage, was mit dem Gewinn passiert, wenn ein ausländischer Anbieter nicht auszahlt. Bei Swisslos und Loterie Romande gibt es die Gespa als Aufsicht und einen schweizweiten Rechtsweg. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gibt es nichts davon – die Domain kann auf der Sperrliste landen, der Schweizer Anbieterpreis ist aus dem Ausland schwer durchsetzbar, und die Spielguthaben werden auf ein Schweizer Bankkonto im eigenen Namen ausgezahlt, was bei ausländischen Anbietern nur bedingt funktioniert.
Was die Tabelle auch zeigt: Drei Viertel der genannten Anbieter haben keine ausgewiesene Lizenz, die in der Schweiz Wirkung entfaltet. Eine ausländische Lizenz – Curaçao, Malta, Kahnawake, Tobique – hat nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Kraft. Das ist nicht eine Formsache; es bedeutet, dass die Aufsichtsbehörde am Sitz des Anbieters für die Einhaltung der Spielregeln zuständig ist, nicht eine Schweizer Behörde, und dass bei Streit der Schweizer Rechtsweg nur eingeschränkt offensteht.
Welche Konsequenz das für die konkrete Wette hat: Wer bei einem ausländischen Anbieter eine Auszahlung von CHF 5’000 anfordert, kann sie bekommen – oder auch nicht. Die Wahrscheinlichkeit, sie zu bekommen, hängt vom Anbieter ab, nicht von einer Schweizer Stelle, die ihn kontrolliert. Wer bei Swisslos dieselbe Auszahlung anfordert, bekommt sie innert 5 bis 10 Arbeitstagen auf das eigene Schweizer Bank- oder Postkonto, und die Gespa steht als Aufsicht dahinter. Das ist der Unterschied zwischen «kann funktionieren» und «funktioniert verlässlich».
Kernbegriffe: Wie ein Unentschieden im Dreiweg-Markt funktioniert
Der Dreiweg-Markt ist die Grundform der Fussballwette: Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg. Wer auf Unentschieden setzt, wettet darauf, dass nach Ablauf der regulären Spielzeit einschliesslich Nachspielzeit beide Mannschaften gleich viele Tore geschossen haben. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Das ist die Standardregel von Sporttip und entspricht der international üblichen Behandlung.
Wie die Quote gebildet wird. Der Veranstalter schätzt für jedes der drei Felder eine Wahrscheinlichkeit, addiert einen Sicherheitsaufschlag – die Marge – und bildet daraus die Quote. Beispielrechnung mit zwei Wegen, einer für die Lesbarkeit und einem der die Marge sichtbar macht:
- Beispiel 1: Eine faire Wette ohne Marge würde auf alle drei Felder Quoten anbieten, die zusammen 100 % Wahrscheinlichkeit ergeben – etwa 2.50 auf Heimsieg, 3.30 auf Unentschieden, 2.80 auf Auswärtssieg. 1÷2.50 + 1÷3.30 + 1÷2.80 = 0.40 + 0’303 + 0’357 = 1.06. Die Auszahlungsquote ist 1÷1.06 = 94.3 %, die Marge des Marktes ist 5.7 %.
- Beispiel 2: Ein Zwei-Wege-Markt zu je 1.90 auf beiden Seitenfelder – etwa ein Tennismatch oder ein Over/Under – hat eine Auszahlungsquote von 1÷(1/1.90 + 1/1.90) = 1÷1’053 = 95.0 %. Die Marge ist 5.0 %.
Was diese Marge konkret bedeutet: Bei jedem Franken, der auf diesen Markt gesetzt wird, behält der Veranstalter rund 5 Rappen ein. Bei einem Markt mit drei Feldern liegt die Marge typischerweise zwischen 5 % und 8 %, weil die Buchmacherseite das Risiko gleichmässiger verteilen muss. Wer langfristig auf einen solchen Markt setzt, verliert im Schnitt genau diesen Prozentsatz seines Einsatzes – das ist der «Tote», an dem jeder Wettende auf lange Sicht zahlt, wenn er keine Value-Disziose schafft.
Welche Felder besonders margenhaltig sind. Unentschieden-Wetten sind für den Veranstalter strukturell schwerer zu kalkulieren, weil das Feld selten gewettet wird und damit wenig Volumen für eine genaue Kalibrierung liefert. Die Konsequenz: Die Marge auf Unentschieden-Quoten ist oft höher als auf den Sieg-Feldern. Wer konsequent auf das Unentschieden setzt, zahlt im Schnitt eine grössere Marge als jemand, der das gleiche Volumen auf Heimsiege verteilt. Das ist einer der Gründe, warum professionelle Wettende das Unentschieden-Feld meiden, obwohl es quotenmässig verlockend aussieht.
Welche Marge ein konkreter Anbieter auf einem konkreten Spiel nimmt, hängt vom Spiel und vom Anbieter ab. Eine pauschale Aussage «Swisslos hat 5 % Marge» ist falsch – die Marge ist pro Markt unterschiedlich und wird vom Anbieter je nach Risiko gesetzt. Wer eine Vorhersage trifft, sollte die implizierte Marge aus den drei Quoten mitrechnen, nicht aus der Einzelquote.
Wie sich der Gewinn berechnet. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten). Beispiel: Einsatz CHF 50, Quote 3.30 auf Unentschieden – Bruttogewinn CHF 165, Nettogewinn CHF 115. Bei einer Kombiwette mit drei Voraussagen zu den Quoten 1.80, 2.10 und 2.50 multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote 9.45 – Einsatz CHF 10 ergibt CHF 94.50 Bruttogewinn, also CHF 84.50 Nettogewinn. Was dabei oft übersehen wird: Der Bruttogewinn wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet, was bei einem ausländischen Veranstalter zu kleinen, aber spürbaren Differenzen führen kann.
Was beim Kombiboost passiert. Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Wer sechs Voraussagen wettet, bekommt keinen Bonus – der Sprung von vier auf sieben lässt die Stufen dazwischen leer.
Was bei Quotenboosts und Profitboosts passiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer den Boost aktiviert und dann den Cash-Out nutzt, verliert die Erhöhung – ein oft übersehener Punkt, weil der Wettende die Erhöhung erst beim Blick auf die Auszahlung bemerkt.
Welche Mindestquoten gelten. Bei Jouez Sport muss die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Bei Sporttip gilt für Einzel- und Kombinationswetten ein Mindesteinsatz von CHF 1, ein Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Diese Limits sind hart – eine Wette über der Limite wird vom System nicht angenommen.
Rechtslage und Bewilligung: Was die Gespa-Liste erlaubt und was nicht
Die Rechtslage in der Schweiz ist ungewöhnlich eng: Nur zwei Veranstalter dürfen Sportwetten anbieten, und beide zusammen decken den ganzen Markt ab. Eine dritte Grossspiel-Bewilligung wurde bisher nicht erteilt, und die Liste der zulässigen Wettarten wird von der Gespa als geschlossene Liste geführt.

Was die Bewilligung bedeutet. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat seit 1.1.2021) beaufsichtigt – nicht von der ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21-25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport).
Welche Kantone welcher Veranstalter bedient. Swisslos führt Sporttip im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Loterie Romande führt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura durch. Ein Online-Konto bedarf eines Wohnsitzes in der Schweiz (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis im Vertragsgebiet des jeweiligen Veranstalters. Wer in Graubünden wohnt, kann sich nicht bei Loterie Romande anmelden; wer in Genf wohnt, kann sich nicht bei Swisslos anmelden.
Was die Gespa-Liste zulässt. Die Liste der zulässigen Wettarten wird von der Gespa in einer geschlossenen Form geführt – Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen stehen drauf oder stehen nicht drauf (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS; Stand 10.09.2026). Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden: Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind; Frauenwettbewerben nur, wenn sie gelistet sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet; nie Wetten auf Trainingsläufe. Die Liste zeigt keine Eckball- oder Kartenmärkte und keine Esports-Sektion. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Was darf gewettet werden, was nicht. Erlaubt sind Wetten auf Sportereignisse – Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind in der Schweiz verboten. Live-Wetten sind erlaubt, vor Spielbeginn und live, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt; das BGS enthält keine gesetzliche Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht reguliert; beschrieben wird er als Feature des jeweiligen Veranstalters (Sporttip: Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten, vollständiges Cash-Out, nicht garantiert pro Markt). Was Virtuelle Sportwetten betrifft, ist die Rechtslage nicht etabliert – darüber wird hier nichts geschrieben.
Welche Konsequenz die Liste für eine Unentschieden-Wette hat. Eine 1X2-Wette auf das Unentschieden ist eine Standardwettart und auf der Liste enthalten. Handicap-Wettartungen auf das Unentschieden (etwa «Unentschieden mit Handicap 0:1» oder asiatisches Handicap) sind auf der Liste enthalten, soweit sie als reguläre Wettart geführt werden. Was nicht erlaubt ist: Wetten auf die Anzahl der gelben Karten im Spiel, Wetten auf den ersten Spieler, der ein Tor schiesst, Wetten auf den nächsten Eckball – das sind Wetttypen, die typischerweise in internationalen Wettprogrammen zu finden sind und in der Schweiz nicht im Programm stehen.
Was bei abgesagten Spielen passiert. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Das ist die Standardregel und gilt unabhängig davon, ob das Spiel wegen Wetter, Terroranschlag, Spielervereinung oder Spielerverletzung abgesagt wird. Was bei einer Spielabsage innerhalb der 48 Stunden passiert, hängt vom Veranstalter ab – die meisten verschieben die Wette auf den Nachholtermin, einige werten das Spiel als «nicht stattgefunden» und erstatten zurück.
Welche Wettkämpfer-Regel gilt. Personen, die als Wettkämpfende an einem Wettereignis teilnehmen, dürfen auf das Ereignis nicht wetten. Wer als Spieler in einem Spiel auf dem Feld steht, kann nicht gleichzeitig auf das Ergebnis dieses Spiels wetten. Das ist eine harte Regel, die international weniger konsequent durchgesetzt wird als in der Schweiz.
Welche Konsequenz es hat, ohne Bewilligung zu spielen. Eine ausländische Lizenz hat nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Kraft. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar – bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässiger Tätigkeit bis zu 5 Jahren (Art. 130 BGS). Die Spielenden werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schutz und keine Fairness-Kontrolle durch eine Schweizer Stelle. Die Gespa publiziert eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS sperren (Art. 86-93 BGS; erste Liste am 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025).
Verantwortungsvolles Spielen: Selbstschutz vor und während der Wette
Auch bei Remis-Wetten gelten selbst gesetzte Verlustlimiten. Eine Serie verlorener Wetten ist kein Grund, den Einsatz zu erhöhen – das ist die Grundaussage des Schweizer Spielerschutzes, die in den Bedingungen der beiden Veranstalter wörtlich auftaucht und im Geldspielgesetz verankert ist.
Was die Verlustlimite konkret bedeutet. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999; wer unter 21 ist, kann maximal CHF 1’000 setzen. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich. Diese Limite wird vom Spielenden selbst gesetzt – der Staat gibt in der Schweiz keine fixe Einzahlungsgrenze vor, im Gegensatz zu anderen Ländern mit einem regulatorischen Deposit-Cap.
Welche Limite für welchen Spielerinnen-Typ sinnvoll ist. Wer mit kleinen Beträgen wettet (Einsätze zwischen CHF 1 und CHF 10 pro Wette), kann mit einer Tageslimite von CHF 20-50 und einer Monatslimite von CHF 200-500 arbeiten, ohne dass die Limite im Alltag blockiert. Wer höhere Einsätze plant, sollte die Limite proportional anheben – sie soll das Verhalten spiegeln, nicht blockieren. Wer merkt, dass die Limite regelmässig am Monatsende erreicht wird, hat zwei Optionen: die Limite weiter senken oder mit dem Wettverhalten aufhören. Eine dritte Option – die Limite anheben, um weiter spielen zu können – ist regulatorisch möglich, aber psychologisch ein Warnsignal.
Wie die Spielsperre funktioniert. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine Spielsperre, die einmal ausgesprochen wurde, lässt sich nicht zurücknehmen, bevor sie ausläuft – das ist die Konsequenz aus der Schutzidee, dass eine Sperre in einer Spaltenüberschreitung nicht durch «Spielen, bis ich wieder aufhöre» umgangen werden darf.
Was nach einer Spielsperre passiert. Wer eine Spielsperre aufgehoben hat, kann sich frühestens nach drei Monaten wieder anmelden (Art. 84 VGS), und die Aufhebung erfolgt durch eine spezialisierte Stelle (Art. 81 BGS), nicht durch den Veranstalter allein. Diese Stelle prüft die Situation – offene Schulden, laufende Therapien, familiäre Situation – und entscheidet, ob die Aufhebung verantwortet werden kann. In der Praxis bedeutet das: Eine Spielsperre, die einmal ausgesprochen wurde, ist eine Lebensentscheidung, keine Pausentaste.
Welche Werbe- und Bonus-Regeln gelten. Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht auf Minderjährige oder gesperrte Personen abzielen (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS) – beschrieben, nicht beworben. Gratiswetten oder Gratisguthaben benötigen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos). Die konkreten Bonusbeträge und -bedingungen kommen aus den AGB des jeweiligen Veranstalters.
Was die Werbung mit Bonus-Quoten wirklich bedeutet. Wenn die Schaltfläche «Bonus-Quote 4.50 auf Unentschieden» leuchtet, ist das oft kein Geschenk – die Quote wurde im Wettprogramm von 3.30 auf 4.50 angehoben, aber gleichzeitig wurde der maximale Einsatz auf CHF 10 begrenzt und der Erlös auf CHF 220 gedeckelt. Wer darauf setzt, gewinnt im Erfolgsfall maximal CHF 220, nicht das 4.5-fache eines beliebigen Einsatzes. Das ist die Marketing-Realität hinter Bonus-Quoten.
Welche Hilfe es bei Problemen gibt. Die Anbieter veröffentlichen auf ihren Webseiten Hinweise zu Spielsucht und Kontakte zu spezialisierten Stellen. Die Gespa veröffentlicht auf ihrer Webseite die Sperrliste und die Sperrung betroffener Domains. Bei akuten Problemen – Schulden, familiäre Konflikte, Verlust der Kontrolle – ist der erste Schritt die Spielsperre, der zweite eine spezialisierte Beratungsstelle, der dritte ein Schuldenberatungsangebot. Die Reihenfolge ist wichtig: Die Spielsperre unterbricht den Zugriff, die Beratung bearbeitet die Ursachen, die Schuldenberatung bearbeitet die finanziellen Folgen.
Swisslos Sporttip: Bewilligter Veranstalter mit kantonalem Auftrag
Swisslos führt Sporttip als Produkt im Auftrag von 19 Deutschschweizer Kantonen plus Ticino und Liechtenstein. Das Unternehmen ist als Genossenschaft organisiert (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) und hat den Sitz in Basel. Die Aufsicht liegt bei der Gespa, die Spielregeln und Teilnahmebedingungen sind in der Version 4.2 (Stand 14.10.2026) öffentlich einsehbar.
Was Sporttip konkret anbietet. Das Wettprogramm umfasst Pre-Match-Wetten auf Fussball, Eishockey, Tennis und weitere Sportarten, die auf der Gespa-Liste stehen. Live-Wetten sind auf denselben Märkten verfügbar, vorbehaltlich der in den Spielregeln festgelegten Schutzregel bei spielentscheidenden Situationen. Kombiwetten sind bis 10 Voraussagen möglich, Systemwetten mit höherem Maximaleinsatz (CHF 10’000 gegenüber CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette). Der Kombiboost und die Quotenboosts sind online verfügbar, der Profitboost nur auf ausgewählten Sportereignissen.
Welche Einsätze und Gewinne gelten. Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette bei Sporttip ist im Forschungsbestand nicht beziffert; bei Loterie Romande beträgt er CHF 300’000 pro Wette und CHF 1’000’000 pro Multiple. Wer auf sehr hohe Einzelgewinne aus ist, sollte die Jouez Sport-Bedingungen prüfen, nicht nur die Sporttip-Bedingungen.
Wie die Auszahlung läuft. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen. Wer noch keine Zahlungsverbindung hinterlegt hat, bekommt den Gewinn als Gutschrift auf das Wallet, die bei der nächsten Auszahlung mit überwiesen wird. Die Auszahlung erfolgt nur auf ein Konto im eigenen Namen – ein Konto auf den Namen der Ehefrau, des Bruders oder eines Kollegen ist nicht zulässig.
Welche Zahlungsmethoden verfügbar sind. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Swisslos-Spielkontos an; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Weitere Zahlungsmethoden sind im Forschungsbestand nicht beziffert; die Standardangebote umfassen Banküberweisung, Kreditkarte und teilweise Twint. Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, Mindestbetrag CHF 20, in 30 Tagen höchstens CHF 10’000, ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt.
Welche Fristen für die Gewinn-Geltendmachung gelten. Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Wer sechs Monate nach einem grossen Gewinn den Wettschein nicht einreicht, hat den Gewinn verloren – die Frist ist hart und wird in der Praxis strikt eingehalten.
Das Urteil zu Swisslos Sporttip. Sporttip ist die einzige legale Möglichkeit für Spielerinnen und Spieler aus der Deutschschweiz und dem Tessin, auf das Unentschieden zu wetten – und die einzige mit Schweizer Aufsicht, Schweizer Sperrregister und Schweizer Rechtsweg. Die Kombination aus kantonalem Auftrag, klarer Bewilligung und vollständig dokumentierten Spielregeln macht es zur seriösen Standardadresse; das Wettprogramm ist enger als bei internationalen Anbietern, weil die Gespa-Liste nur bestimmte Märkte zulässt, und der Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Wette schränkt High-Roller ein. Für die meisten Leserinnen und Leser, die auf ein Fussball-Unentschieden wetten wollen, ist Sporttip die richtige Adresse; wer sehr hohe Einsätze oder ungewöhnliche Märkte sucht, wird bei Sporttip nicht fündig und sollte die Frage stellen, ob diese Suche in der Schweiz überhaupt legal bedienbar ist.
Loterie Romande Jouez Sport: Westschweizer Bewilligung mit eigenem Wettprogramm
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Das Unternehmen sitzt in Lausanne (Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne), zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Aufsicht liegt bei der Gespa, das Reglement Jouez Sport liegt in der 17. Auflage (Stand September 2024) vor.
Was Jouez Sport konkret anbietet. Das Wettprogramm umfasst Pre-Match- und Live-Wetten auf Sportereignisse, die auf der Gespa-Liste stehen. Kombiwetten umfassen 2 bis 10 Voraussagen, deren Einzel- oder Gesamtquote mindestens 1.10 betragen und nicht über 100’000 liegen darf. Die Mindest- und Höchstquoten schränken einerseits exotische Wetten mit Mini- oder Monster-Quoten ein und ermöglichen andererseits die kleinen Kombis mit niedriger Gesamtwahrscheinlichkeit.
Welche Gewinnlimits gelten. Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Diese Limits sind hart – wer mit einer Zehn-Voraussagen-Kombi auf eine Quote von 9.99 kommt, gewinnt maximal CHF 1’000’000, nicht mehr, auch wenn die Multiplikation einen höheren Wert ergäbe. Wer ein regelmässiger Grossgewinner ist, sollte diese Limits kennen, bevor er die Wettstrategie darauf ausrichtet.
Welche Cash-Out-Bedingungen gelten. Im Forschungsbestand sind die Cash-Out-Bedingungen von Loterie Romande nicht so detailliert dokumentiert wie die von Sporttip. Die generelle Aufsichtspraxis verlangt, dass Cash-Off vollständig und ohne Teilauszahlung erfolgt, eine Garantie pro Markt nicht besteht und der Cash-Out-Betrag unter dem möglichen nicht vorzeitigen Wettgewinn liegt. Spielerinnen und Spieler, die Cash-Out nutzen wollen, sollten das vor der ersten Live-Wette in den Bedingungen prüfen.
Welche Zahlungsmethoden verfügbar sind. Im Forschungsbestand sind keine spezifischen Zahlungsmethoden für Loterie Romande dokumentiert. Die Standardangebote umfassen Banküberweisung, Kreditkarte und teilweise Twint; genaue Verfügbarkeit ist auf der Plattform zu prüfen.
Das Urteil zu Loterie Romande Jouez Sport. Jouez Sport ist für Spielerinnen und Spieler aus der Romandie die einzige legale Adresse für Sportwetten – das Wettprogramm entspricht in der Struktur dem von Sporttip, mit den üblichen Einschränkungen durch die Gespa-Liste. Die Maximierungsobergrenze pro Multiple (CHF 1’000’000) ist grosszügiger als bei Sporttip, was für Multi-Wetten mit hohen Gesamtquoten interessant ist. Für die meisten Westschweizer Spielerinnen und Spieler, die auf ein Unentschieden wetten wollen, ist Jouez Sport die richtige Adresse; wer aus der Deutschschweiz kommt, kann sich dort nicht anmelden und ist auf Sporttip angewiesen.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Die folgenden sieben Anbieter sind ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung. Sie werden hier genannt, weil Schweizer Spielerinnen und Spieler im Alltag auf sie stossen – über Werbung, über Suchresultate, über Empfehlungen in Foren. Sie sind nicht in der Schweiz legal, sie fallen nicht unter den Schutz des Schweizer Sperrregisters, und ihre Gewinne unterliegen je nach Kanon der ausländischen Gewinnaussicht – im Thurgau etwa sind Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag voll steuerpflichtig.
BassBet, Rainbet, 20Bet, 1xBet, Gamdom, bet-at-home, Betscore. Diese sieben Anbieter haben ausgewiesene Lizenzen, die in der Schweiz keine Wirkung entfalten (Art. 4 BGS). Sie sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, ihre Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden. Was das praktisch bedeutet: Wer bei einem dieser Anbieter spielt, spielt ohne Schweizer Aufsicht, ohne Schweizer Auszahlungsgarantie und mit dem Risiko, dass die Domain morgen nicht mehr erreichbar ist.
X3Bet. X3Bet hat eine ausgewiesene Lizenz aus Tobique (Kanada), die in der Schweiz ebenfalls keine Kraft hat. Die Lizenz aus Kanada ist regulatorisch nicht mit der Schweizer Bewilligung vergleichbar – Kanada- Lizenzen werden in der Schweiz nicht als gleichwertig anerkannt, und die Aufsicht durch Kanada-Behörden hat für Schweizer Spielerinnen und Spieler keine Wirkung.
Was alle ausländischen Anbieter gemeinsam haben. Sie werben aggressiv mit hohen Bonus-Quoten, breiten Wettprogrammen und scheinbarer Anonymität. Sie locken mit Funktionen, die die Schweizer Anbieter nicht haben – etwa Cash-Out mit Teilauszahlung, asiatische Handicap-Varianten, Karten- und Eckballmärkte, Esports-Wetten, Krypto-Einzahlungen. Diese Funktionen sind in der Schweiz verboten oder nicht reguliert, weshalb die Schweizer Anbieter sie nicht anbieten. Wer eine dieser Funktionen in der Schweiz nutzt, tut das bei einem Anbieter ohne Bewilligung.
Was die ausländischen Anbieter anders machen. Das Wettprogramm ist breiter – oft über 30 Sportarten, mehr als 200 Märkte pro Spiel, Live-Wetten auf untergeordnete Ligen, Spezialwetten auf Spielerstatistiken. Die Quoten sind manchmal besser, manchmal schlechter, je nach Spiel und Anbieter. Die Einzahlung erfolgt oft über Kreditkarte, Krypto oder E-Wallet, die Auszahlung auf das gleiche Medium. Die Bearbeitungszeit für Auszahlungen ist bei ausländischen Anbietern oft eine Blackbox – das ist ein Bereich, in dem ausländische Anbieter ihre Stärke und ihre Schwäche haben, je nach Anbieter.
Welche Risiken konkret bestehen. Der Anbieter kann die Auszahlung verweigern, wenn er einen Bonusmissbrauch vermutet, ohne Schweizer Rechtsweg. Der Anbieter kann die Bedingungen einseitig ändern, ohne Schweizer Aufsicht. Der Anbieter kann die Domain wechseln oder schliessen, ohne Schweizer Rechtsfolgen. Der Anbieter kann Gewinne zurückhalten, bis eine «Verifizierungsprüfung» abgeschlossen ist, die nie abgeschlossen wird. Diese Risiken sind nicht theoretisch – sie sind der Grund, warum die Gespa die Sperrliste führt und warum die Schweizer Aufsicht die einzige seriöse Adresse für Schweizer Spielerinnen und Spieler ist.
Das Urteil zu den ausländischen Anbietern. Wer in der Schweiz wohnt und in der Schweiz spielt, sollte bei einem Schweizer Anbieter spielen – nicht aus Patriotismus, sondern aus drei Gründen: erstens, weil die Schweizer Anbieter unter Schweizer Aufsicht stehen und im Streitfall die Gespa angerufen werden kann; zweitens, weil die Gewinne aus Schweizer Loterie unter dem Steuerfreibetrag einkommensteuerfrei sind und die Verrechnungssteuer in der Regel nicht greift; drittens, weil die Auszahlung auf ein Schweizer Bankkonto im eigenen Namen erfolgt und damit den Schweizer Geldspielregeln entspricht. Wer trotzdem bei einem ausländischen Anbieter spielt, sollte das mit offenen Augen tun und sich bewusst sein, dass er ohne Schweizer Schutz spielt.
Häufige Fragen zu Unentschieden-Vorhersagen
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Unentschiedens, und wie lässt sie sich aus der Quote ableiten?
Aus der Quote folgt die implizierte Wahrscheinlichkeit über 1 geteilt durch die Quote. Eine Quote von 3.30 entspricht 30.3 % Wahrscheinlichkeit, eine Quote von 4.00 entspricht 25 %. Das ist die Sicht des Marktes, nicht eine Vorhersage – die Quote spiegelt die Verteilung des Wettvolumens. Wer die implizierte Wahrscheinlichkeit gegen seine eigene Schätzung prüft, kann eine Value-Wette identifizieren, wenn die eigene Schätzung über der implizierten Wahrscheinlichkeit liegt.
Zählt bei einer Wette auf Unentschieden die reguläre Spielzeit, und wie werden Verlängerung und Penaltyschiessen behandelt?
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer (etwa Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf das Unentschieden nach 90 Minuten wettet, wettet auf das Ergebnis nach Ablauf der regulären Spielzeit, nicht auf das Ergebnis nach Verlängerung.
Welche Statistiken zu Remis-Serien sind aussagekräftig, und weshalb ist eine Serie ohne Remis kein Grund für eine Wette?
Aussagekräftig sind die historische Remis-Quote zwischen zwei Mannschaften, die aktuelle Form und die Tordifferenz pro Spiel. Eine Serie ohne Remis ist kein Grund für eine Wette, weil jedes Spiel statistisch unabhängig vom vorherigen Spiel ist. Eine Mannschaft, die fünf Spiele in Folge nicht unentschieden gespielt hat, ist im sechsten Spiel nicht «fällig» für ein Remis – die Wahrscheinlichkeit pro Spiel bleibt vom vorherigen Ergebnis unabhängig, solange keine systematische Veränderung passiert ist.
Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette auf Unentschieden aus Einsatz und Quote?
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote, die mit dem Einsatz multipliziert wird. Der Bruttogewinn wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet, was bei ausländischen Veranstaltern zu kleinen Abweichungen führen kann.
Welche Apps gibt es für Vorhersagen, und was bedeutet die Gespa-Liste für die erlaubten Wettarten?
Die Sporttip App von Swisslos und die Online-Plattform von Loterie Romande sind die einzigen in der Schweiz zugelassenen Wett-Apps; ausländische Apps wie 1xBet, 20Bet oder bet-at-home haben in der Schweiz keine Bewilligung. Die Gespa-Liste führt die zulässigen Wettarten, Sportarten und Wettbewerbe als geschlossene Liste – was nicht drauf steht, darf nicht angeboten werden. Die Liste enthält Standard-Dreiweg-Wetten und ausgewählte Handicap-Wetten, aber keine Karten-, Eckball- oder Esports-Märkte.
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Inhalt erstellt vom Team «Quoten Rechner Info»
