Systemwetten 2026: Aufbau, Rechenweg und was sie wirklich kosten

Updated Oktober 2026
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Eine Systemwette bündelt mehrere Tipps zu einem festen Muster aus ähnlichen Kombinationen und schreibt es als «X aus Y». Wer fünf Begegnungen auswählt und «3 aus 5» wählt, bekommt zehn einzelne Wettreihen statt einer einzigen. Jede Reihe kostet Einsatz, alle Reihen zusammen bilden den Gesamteinsatz. Trifft ein Teil der Tipps, gewinnen die Reihen, in denen nur die richtigen Tipps stehen. In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten überhaupt anbieten, und beide definieren ihre eigenen Einsatzdeckel.

Zehn kleine Holzwürfel liegen in zwei ordentlichen Reihen auf einem hellen Tisch.
Eine Systemwette ist eine Reihe sich ähnelnder Kombinationswetten, geschrieben als «X aus Y»; bei «3 aus 5» ergeben sich 10 Wettreihen.

Aktualisiert am 20. Oktober 2026 · geprüft gegen die Gespa-Publikation und die Spielregeln von Sporttip (Version 4.2) bzw. Jouez Sport (17. Ausgabe, September 2024).

Was eine Systemwette vom Rest unterscheidet

Eine Einzelwette setzt auf ein Ereignis, eine Kombiwette auf eine bestimmte Kombination mehrerer Ereignisse. Wer bei einer Kombi danebenliegt, ist ganz draussen. Das «System» bricht diese Alles-oder-nichts-Logik auf: Aus Y ausgewählten Ereignissen werden alle Kombinationen zu je X Trefformion gebildet. Eine einzelne falsche Voraussage wirft nicht den ganzen Schein über Bord, sondern nur jene Reihen, die diesen Tipp enthalten.

Ein grauer Wollschal und eine Thermoskanne liegen auf einem Sitz im winterlichen Stadion, Raureif liegt auf den Stufen.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000 und für eine Systemwette CHF 10'000.

Konkret: Bei «3 aus 5» entstehen C(5,3) = 10 Wettreihen, jede Reihe bezahlt den Einsatz, den der Spielende pro Zeile setzt. Trifft genau eine Voraussage nicht, verlieren die Reihen, die sie enthalten, aber die übrigen Reihen — sechs Stück — gewinnen, sofern alle drei Tipps in dieser Reihe richtig sind. Bei zwei Fehlen gewinnen die Reihen, die beide Fehler nicht enthalten; das sind C(3,3) = 1 Reihe. Bei drei oder mehr Fehlern ist nichts mehr zu holen.

Diese Konstruktion hat zwei spürbare Folgen: Der Gesamteinsatz steigt mit der Anzahl Reihen, und der Schein überlebt Teilausfälle, solange irgendwo noch eine vollständige Reihe übrig bleibt. Der Preis dafür ist klar: Selbst bei vollständigem Treffer aller Y Voraussagen zahlt das System nur den Gewinn aus den Reihen, die das Muster bilden — nicht den einer einzigen grossen Kombiwette, die alle Y verbinden würde. Wer alle Treffer einer 5er-Auswahl in einer einzigen Wette spielt, bekommt deren Gesamtquote ausgeschüttet. Im System wird diese Gesamtquote auf zehn Reihen verteilt, und die Reihen mit nur Teilerfolg fehlen.

Schreibweise und was «3 aus 5» rechnerisch bedeutet

«X aus Y» liest sich als «mindestens X richtige Tipps aus Y ausgewählten Ereignissen». X muss kleiner als Y sein, sonst gibt es nur eine Reihe. Bei «2 aus 4» sind es C(4,2) = 6 Reihen, bei «3 aus 4» sind es C(4,3) = 4 Reihen, bei «2 aus 6» sind es 15 Reihen, bei «3 aus 6» sind es 20 Reihen, und bei «4 aus 6» sind es 15 Reihen.

Streifen von Sonnenlicht fallen durch eine Jalousie auf einen Schreibtisch mit Stiften.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Eine kleine Tabelle, wie sie Sporttip und andere Anbieter im Wettschein zeigen:

System Reihen
2 aus 3 3
3 aus 4 4
2 aus 4 6
3 aus 5 10
4 aus 5 5
4 aus 6 15
5 aus 6 6
2 aus 6 15
3 aus 6 20
2 aus 7 21
3 aus 7 35

Die Zahl der Reihen ergibt sich aus dem Binomialkoeffizienten C(Y,X). Wer nicht selbst rechnen will, gibt das Muster im Wettschein ein — die Plattform berechnet Reihen und Gesamteinsatz und zeigt sie an, bevor der Schein abgegeben wird.

Gesamteinsatz und Gewinnrechnung

Der Gesamteinsatz einer Systemwette ist Einsatz pro Reihe mal Anzahl Reihen. Bei «3 aus 5» mit 2 Franken pro Reihe zahlt die spielende Einsatz 20 Franken, zehn Reihen mal zwei Franken. Bei «3 aus 4» mit 1 Franken pro Reihe sind es 4 Franken.

Der Gewinn pro Reihe folgt der normalen Wettlogik: Einsatz mal Quote. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zu einer Gesamtquote. Im System hat jede Reihe ihre eigene Gesamtquote, weil sie nur eine Untermenge der Tipps kombiniert. Die Gesamtquote einer Reihe ist das Produkt der Einzelquoten genau dieser Tipps.

Ein Beispiel mit drei Tipps zu den Quoten 1.50, 2.00 und 2.50, gespielt als «3 aus 3» mit 1 Franken pro Reihe (also einfache Kombiwette): Einsatz 1 Franken, Gesamtquote 1.50 × 2.00 × 2.50 = 7.50, Rückzahlung bei Treffer 7.50 Franken, Nettogewinn 6.50 Franken.

Dasselbe Material als «2 aus 3» mit 1 Franken pro Reihe: drei Reihen, Gesamteinsatz 3 Franken. Die Reihen im Detail:

Reihe Tipps Quote Rückzahlung
1 1.50 × 2.00 3.00 3.00
2 1.50 × 2.50 3.75 3.75
3 2.00 × 2.50 5.00 5.00

Alle drei Tipps richtig: Rückzahlung insgesamt 3.00 + 3.75 + 5.00 = 11.75 Franken, abzüglich 3 Franken Einsatz = 8.75 Franken Nettogewinn.

Ein Tipp falsch — angenommen der erste (Quote 1.50): Nur Reihe 3 ist intakt (2.00 × 2.50 = 5.00), die anderen beiden Reihen gehen leer aus. Nettogewinn 5.00 – 3.00 = 2.00 Franken.

Zwei Tipps falsch — angenommen die ersten beiden: Keine Reihe bleibt vollständig, der gesamte Einsatz von 3 Franken ist weg.

Die Bandbreite fällt auf: Bei vollständigem Treffer bringt «2 aus 3» mit 1.50/2.00/2.50 rund 8.75 Franken Nettogewinn, bei einem Fehler noch 2.00 Franken. Die «3 aus 3»-Variante bringt bei vollem Treffer 6.50 Franken, bei einem Fehler 0 Franken. Das System glättet also den Totalverlust auf Kosten des Spitzengewinns. Wer eine Quote von 2.50 streicht und nur auf 1.50 und 2.00 setzt, gewinnt im System mehrfach, wenn diese beiden Tipps treffen — und verliert alles, wenn der dritte Tipp die entscheidende Variante war.

Diese Rechnung steht exemplarisch für ein verbreitetes Quotenbild kleiner Favoriten mit einer Aussenseiterquote. Sie ist kein Angebot oder keine konkrete Empfehlung; sie zeigt nur, wie Einsatz und Gewinn im System zusammenhängen.

Bankwetten und andere Spielformen

Eine Bankwette ist eine Voraussage, die in jeder Reihe des Systems enthalten ist. Sie zählt zu jeder einzelnen Kombination und trägt daher in jeder Reihe zur Gesamtquote bei. Trifft die Bank, leben alle Reihen weiter; trifft sie nicht, ist das ganze System verloren — egal wie die übrigen Voraussagen ausgehen. Die Bank verdoppelt damit das Risiko: Sie ist Pflichtbestandteil jedes Gewinns, aber auch Punkt jedes Verlusts.

Die typische Verwendung: Eine Auswahl, die der Wettende für sehr wahrscheinlich hält (ein klarer Favorit, eine kleine Quote), wird zur Bank, und die riskanteren Tipps bauen die Reihen drum herum. Ein «3 aus 5» mit einer Bank wäre dann effektiv ein «2 aus 4» über die übrigen vier Tipps — der Mechanik nach ein reduziertes System mit garantierter Mitnahme der Bank-Quote in jeder Reihe.

Wird ein Ereignis des Systems abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nachgeholt, ist die Voraussage ungültig: Bei Einzelwetten wird der Einsatz zurückbezahlt, in Kombinationen erhält die Voraussage die Quote 1.00. Im System verschiebt sich damit die Rechenbasis: Eine Reihe, die diesen Tipp enthielt, verliert den Faktor und hat entsprechend eine kleinere Gesamtquote. Trifft die abgesagte Voraussage mit Quote 1.00 in jeder Reihe auf, halb die Zahl der Reihen, deren vollständige Trefferquote jetzt noch erreicht werden kann.

Livewetten, Cash-Out und der Kombiboost

Bei Sporttip lassen sich Livewetten platzieren, unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs eingeht, wird mit Quote 1.00 gewertet. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheidung — kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Das System gilt für die reguläre Spielzeit plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder Gegenstand der Wette sind.

Der Cash-Out bei Sporttip ist online verfügbar, vor Spielbeginn und live, gilt aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie, dass Cash-Out für jede Wette angeboten wird. Der Betrag liegt unter dem möglichen späteren Gewinn und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Bei Cash-Out verfällt ein allfälliger Quoten- oder Profitboost.

Der Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn staffelt sich nach der Anzahl qualifizierender Tipps — 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Der Boost erhöht also nicht die Quote, sondern den Nettogewinn nach festen Stufen, und er setzt voraus, dass alle vier (oder mehr) Tipps in einer Reihe treffen.

Strategie – was Systeme leisten und was nicht

Systemwetten gelten als Mittelweg zwischen Einzel- und Kombiwette. Sie streuen das Risiko über mehrere Reihen, lassen Teilerfolge zu und verteilen den Einsatz auf verschiedene Konstellationen. Sie sind kein Trick, der die Marge des Buchmachers neutralisiert. Jede Reihe trägt ihre eigene Marge, und die Kombination mehrerer Reihen vervielfacht den Anteil, den der Veranstalter pro eingesetzten Franken einbehält — selbst wenn das System «im Schnitt» weniger verliert als eine einzelne grosse Kombi.

Wer eine Strategie sucht, landet rasch bei drei wiederkehrenden Empfehlungen: kleine Systeme wählen (2 aus 3, 2 aus 4), die Auswahl auf Ereignisse mit kleinen Quoten beschränken und den Gesamteinsatz tief halten. Das ist weniger Strategie als Disziplin. Eine Quote von 1.20 wirkt sicher, ist aber keine Garantie, und eine Kette wuchert mit jedem zusätzlichen Tipp. Bei «3 aus 5» mit fünf kleinen Favoriten gewinnen schon vier Reihen — solange alle fünf Tipps halten. Verloren ist eine Voraussage, und vier Reihen sind weg.

Die Strategie besteht darin, die Auswahl so eng wie möglich zu halten, damit der Systemcharakter überhaupt greift. Bei «2 aus 3» mit drei Tipps ist der Effekt bescheiden: Drei Reihen, drei mögliche Konstellationen, ein einziges Teilziel (mindestens zwei von drei treffen). Bei «4 aus 6» sind es 15 Reihen, der Einsatz verteilt sich auf 15 mögliche Trefferbilder, das System schützt gegen bis zu zwei Fehler — aber der Einsatz steigt entsprechend. Wer Systemwetten als Strategie versteht, akzeptiert einen kleineren Spitzengewinn gegen einen teilweisen Schutz.

Systemwette im Vergleich zur einfachen Kombiwette

Die einfache Kombiwette ist die strengere Variante: Alle Tipps müssen treffen, sonst ist der Schein weg. Die Systemwette ist die mildere Variante: Eine Teilmenge der Tipps reicht. Der Spitzengewinn der Kombi ist höher, weil die Gesamtquote das Produkt aller Tipps ist; der Spitzengewinn des Systems verteilt sich auf die Gesamtquoten der einzelnen Reihen, und die Reihen mit Teilerfolg fehlen oder bringen weniger.

In Zahlen, ausgehend vom Abschnitt «Gesamteinsatz und Gewinnrechnung»: Bei Quoten 1.50, 2.00 und 2.50 liegt die Gesamtquote der Dreier-Kombi bei 7.50, das System «2 aus 3» verteilt die Quotenstücke 3.00, 3.75 und 5.00 auf drei Reihen. Wer die Kombi setzt, gewinnt 6.50 Franken netto auf 1 Franken Einsatz, sofern alle drei Tipps halten — sonst 0. Wer das System setzt, gewinnt bei allen drei Tipps 8.75 Franken netto auf 3 Franken Einsatz, bei einem Fehler noch 2.00 Franken, bei zwei Fehlern nichts. Die Kombi ist renditestärker, das System ist ausfallfester.

Was wählen? Wer drei Tipps für sehr sicher hält, fährt mit der Kombi besser. Wer drei Tipps mit einem Aussenseiter mischt und mit einem Fehler rechnet, fährt mit dem System besser. Wer überhaupt nicht weiss, welche Tipps halten werden, fährt mit keinem von beiden — die Marge frisst beides.

Wettmärkte und Gespa-Liste

In der Schweiz darf nur angeboten werden, was auf der Gespa-Liste steht. Die Liste führt erlaubte Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen und wird regelmässig aktualisiert (Fassung 10.09.2026). Was nicht draufsteht, darf nicht angeboten werden. Eckball- oder Kartenmärkte, Frauenwettbewerbe ausserhalb der gelisteten Events und Trainingsläufe sind nicht auf der Liste; esports erscheint dort nicht. Auch Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind nicht zugelassen.

Die Liste regelt nicht, wie einzelne Veranstalter ihre Wettmärkte gliedern. Beide Anbieter — Sporttip und Jouez Sport — setzen eigene Wettprogramme auf, immer innerhalb der Liste. Was die Veranstalter nicht listen, gibt es auf der Plattform nicht, und die Gespa-Liste bestimmt die Obergrenze.

Wettsteuer, Freibetrag und Verrechnungssteuer

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Bundesrechtlich liegt dieser Freibetrag ab dem 1. Januar 2026 bei 1’071’000 Franken (im Vorjahr 1’070’400 Franken); die kantonalen Freibeträge können abweichen, darum gilt «je nach Kanton». Liegt ein Einzelgewinn darüber, zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, dafür behandelt etwa der Kanton Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe.

Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht. Der Einsatz fliesst vollständig in den Wettschein. Wer ein Gespräch über die steuerliche Seite führen will, wendet sich an die kantonale Steuerverwaltung oder einen Steuerberater.

Schweizer Veranstalter im Überblick

Die Schweiz kennt zwei Veranstalter für Sportwetten: Swisslos mit Sitz in Basel für das Produkt Sporttip, und Loterie Romande mit Sitz in Lausanne für das Produkt Jouez Sport. Beide stützen ihre Tätigkeit auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) und auf das Geldspielgesetz (BGS). Die Aufsicht führt die Gespa.

Sporttip deckt die Deutschschweizer Kantone ab — AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH —, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Jouez Sport deckt die sechs Westschweizer Kantone ab — Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer ein Online-Konto eröffnen will, muss im Vertragsgebiet seines Veranstalters wohnen und volljährig sein. Wer im falschen Kanton wohnt, kann kein Konto eröffnen, auch wenn das Produkt auf der Liste steht.

Die Loterie Romande betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Bei ihr läuft die Online-Adresse über jeux.loro.ch, die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne.

Bewilligung, Aufsicht und Sperrliste

Bewilligungen werden als Veranstalterbewilligung und als Spielbewilligung erteilt (Art. 21–25 BGS). Sie gelten nur in der Schweiz (Art. 4 BGS); eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung. Wer ohne Schweizer Bewilligung in der Schweiz Sportwetten anbietet, macht sich strafbar (Art. 130 BGS): bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre. Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist eine Widerhandlung (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit Busse bis 500’000 Franken geahndet (Art. 131 BGS).

Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren. Ende 2025 waren 671 Domains auf der Liste; die Gespa nennt namentlich Interwetten, Bet-at-Home und bet365 als gesperrt oder als gesperrt gewesen. Domains werden innert Stunden ersetzt, sobald ein Anbieter unter einer anderen Adresse erscheint.

Spieler- und Datenschutz

Beide Veranstalter verlangen bei der Online-Registrierung die Identitätsprüfung: Die Daten werden aus einem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer sich registriert, darf nur ein Konto führen und muss mindestens 18 Jahre alt sein sowie im Vertragsgebiet wohnen oder gewöhnlichen Aufenthalt haben. Eine Spielsperre darf nicht bestehen. Personen, die als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnehmen, dürfen auf dieses Ereignis nicht wetten.

Spielende setzen vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage — die Oberlimite liegt bei 9’999 Franken, für unter 21-Jährige bei 1’000 Franken. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich.

Wer sich selbst sperren will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich nach Ablauf der Frist oder frühestens nach drei Monaten über die zuständige Fachstelle aufheben.

Werbung, Boni und Gratisspielguthaben

Werbung darf weder aufdringlich noch irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und mit Busse bis 500’000 Franken bedroht (Art. 131 BGS). Eine zeitliche Werbe-Sperre — etwa abends oder nachts — kennt das Gesetz nicht.

Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). 2025 erteilte die Gespa 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Die genauen Bedingungen — Höhe, Umsatz, Gültigkeit, zulässige Quoten — stehen in den Spielregeln des jeweiligen Veranstalters. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nach den Swisslos-Bedingungen nicht auszahlbar.

Spielerschutz im Verkauf

Die Gespa führt Testkäufe an Verkaufsstellen durch, um zu prüfen, ob die Alterskontrolle funktioniert. 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Versuchen eine Sportwette an Minderjährige verkauft. Das ist kein Mass für Online-Angebote und kein Argument für oder gegen einzelne Anbieter, aber ein Hinweis darauf, dass der Schutz im Laden nicht garantiert ist. Wer am Schalter spielt, sollte sich auf die eigenen Kontrollen verlassen — Ausweis bereithalten, Limiten selbst setzen, sich nicht von Dritten drängen lassen.

Zahlungen, Auszahlung und Gewinne

Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet lässt sich per Online-Zahlung oder Einzahlungsschein aufladen, Mindestbetrag 20 Franken. In 30 Tagen sind höchstens 10’000 Franken möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben 9’999 Franken nicht übersteigt. Swisslos akzeptiert PostFinance Pay zum Aufladen des Spielkontos, die Transaktion wird direkt in der PostFinance-App bestätigt.

Auszahlungen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto sind innert 365 Tagen zweimal gratis, ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks. Bei verweigerter Auszahlung ist eine Einsprache innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.

Anonyme Auszahlungen oder Auszahlungen in Kryptowährungen gibt es bei bewilligten Schweizer Anbietern nicht. Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Konto im Namen der spielenden Einsatz überwiesen (Art. 50 Abs. 2 VGS). Kredit an Spielende ist nicht erlaubt (Art. 75 Abs. 1 BGS).

Offshore-Anbieter – was von ihnen bleibt

Wer eine ausländische Plattform nutzt, hat in der Schweiz keine Bewilligung als Schutzgrundlage. Die Plattform kann auf der Gespa-Sperrliste stehen, ihre Domain kann per DNS blockiert sein, und ein Anbieterwechsel unter einer neuen Adresse ist innert Stunden möglich. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Ohne Schweizer Bewilligung besteht kein Anschluss an die Schweizer Spielsperre und kein Schweizer Rechtsweg; Streitfälle laufen nach den Regeln des Anbieters, oft im Sitzland.

Die Spielenden werden in der Schweiz nicht bestraft (Bundesjustiz), Einsätze und Gewinne können aber in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Gewinne aus ausländischen Grossspielen sind im Kanton Thurgau als voll steuerbares Einkommen behandelt; andere Kantone handhaben das je nach Praxis unterschiedlich. Wer mit einer ausländischen Plattform spielt, sollte sich über die steuerliche Seite im eigenen Kanton erkundigen.

Buchmacher im Vergleich

Wer in der Schweiz legal Sportwetten platzieren will, kommt an Swisslos und Loterie Romande nicht vorbei. Ausländische Anbieter mögen auf dem Papier mehr Wettmärkte anbieten, sind aber nicht bewilligt. Die folgende Übersicht zeigt die bewilligten Anbieter und nennt offshore-Anbieter zur Einordnung — was sie bieten, was sie kosten und wo die Reibung sitzt.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung (Veranstalter und Spiel, Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung (Veranstalter und Spiel, Gespa) Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne; Produkt Jouez Sport
20Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht feststellbar; keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
ZotaBet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht feststellbar; keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Drittquellen: Tobique (Kanada); keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Funbet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht feststellbar; keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Bruce Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht feststellbar; keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
HornetBet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht feststellbar; keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BetAlright ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht feststellbar; keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BillyBets ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht feststellbar; keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)

Swisslos Sporttip

Swisslos betreibt Sporttip und deckt die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein ab. Der Sitz der Veranstalterin ist Basel, das Produkt steht unter Gespa-Aufsicht. Wer im Vertragsgebiet wohnt und volljährig ist, kann ein Konto eröffnen; die Identität wird per Ausweis geprüft. Sporttip bietet Einzel-, Kombinations-, System- und Livewetten an, dazu Quotenboosts und Profitboosts online auf Prematch-Einzelwetten und einen Kombiboost, der ab vier qualifizierenden Voraussagen mit Einzelquote ab 1.50 den Nettogewinn stufenweise aufstockt. Cash-Out ist verfügbar, aber nur als volles Cash-Out und nicht garantiert für jeden Markt.

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten 1 Franken, der Höchsteinsatz für Einzel- oder Kombinationswetten 1’000 Franken und für Systemwetten 10’000 Franken. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer mit höheren Einsätzen spielen will, ist hier an der Decke.

Die Stärke von Sporttip liegt in der Verbreitung: Wer in der Deutschschweiz wohnt, hat einen voll bewilligten Anbieter direkt vor der Haustür, mit Schalter in der Verkaufsstelle und Online-Zugang. Die Schwäche liegt im Wettprogramm: Die Gespa-Liste bestimmt, was angeboten werden darf, und das Programm ist entsprechend enger als bei internationalen Plattformen.

Für wen: Für Deutschschweizer und Liechtensteiner Wettende, die einen bewilligten Anbieter mit Schalter und Online-Konto suchen und mit dem Gespa-Programm auskommen.

Loterie Romande Jouez Sport

Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Der Sitz der Veranstalterin ist Lausanne, das Produkt steht unter Gespa-Aufsicht. Die Loterie Romande unterhält 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Wer im Vertragsgebiet wohnt und volljährig ist, kann ein Online-Konto eröffnen.

Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online 2 Franken, in Verkaufsstellen 3 Franken, für Multiples 2 Franken. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei 500 Franken; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens 7’500 Franken Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei 300’000 Franken und für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei 1’000’000 Franken.

Die Stärke von Jouez Sport liegt im Höchstgewinn und im lokalen Vertrieb in der Romandie. Die Schwäche liegt in den tieferen Einsatzdeckeln als bei Sporttip — wer höhere Einsätze spielen will, ist hier früher an der Grenze.

Für wen: Für Westschweizer Wettende, die einen bewilligten Anbieter mit Schalternetz und Online-Zugang suchen und mit dem Gespa-Programm auskommen.

Offshore-Anbieter

Die folgenden Marken tauchen in Werbung und Affiliate-Vergleichen auf, sind in der Schweiz aber nicht bewilligt. Sie werden hier genannt, damit Wettende wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie diese Domains besuchen. Eine Lizenz Curaçao, Malta, Tobique oder anderswo hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Ohne Schweizer Bewilligung besteht kein Anschluss an die Schweizer Spielsperre, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht. Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen und per DNS blockiert sein; ein Anbieter, der unter einer anderen Domain erscheint, ist für die Gespa innert Stunden greifbar.

20Bet, ZotaBet, Funbet, Bruce Bet, HornetBet, BetAlright und BillyBets haben keine feststellbare Lizenz, die in der Schweiz Wirkung entfaltet. X3Bet beruft sich laut Drittquellen auf eine Lizenz aus Tobique (Kanada) — auch diese Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung. Was diese Anbieter konkret an Wettmärkten, Quoten, Limits, Boni, Auszahlungszeiten oder Zahlungsmethoden anbieten, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor und ist für die Frage, ob sie in der Schweiz genutzt werden dürfen, auch nicht relevant.

Für wen: Für niemanden in der Schweiz. Wer auf einer ausländischen Plattform spielt, spielt ohne Schweizer Schutz.

Einsatzdeckel und wirtschaftliche Grenzen

Die Einsatzdeckel der beiden Veranstalter sind eng: 1’000 Franken pro Einzel- oder Kombiwette und 10’000 Franken pro Systemwette bei Sporttip; 500 Franken pro Einzel- oder Kombiwette und 7’500 Franken pro Multiple-Schein bei Jouez Sport. Dazu kommen die eigenen Verlustlimiten, die vor der ersten Teilnahme gesetzt werden müssen. Wer ein höheres Volumen spielen will, ist innerhalb der bewilligten Anbieter gedeckelt.

Die Limiten sind Teil des Schutzkonzepts: Sie verhindern, dass eine einzelne Wette oder ein einzelner Tag das eigene Budget sprengt. Wer sie ignoriert und auf ausländische Plattformen ausweicht, verliert genau diesen Schutz — und riskiert zusätzlich, dass die Plattform in einem Schweizer Verfahren als nicht bewilligter Anbieter belangt wird, Einsätze und Gewinne eingezogen werden.

Voraussagen und Trefferquoten

Wer mit Systemwetten «Geld verdienen» will, kommt an Voraussagen nicht vorbei. Die übliche Lektüre — Heimbilanz, Auswärtsbilanz, Verletzungen, Sperren, Tordifferenz, xG-Werte, direkter Vergleich — gilt für Einzel- und Kombiwetten gleichermassen. Das System fügt eine Schicht Verteilung hinzu, ändert aber nichts daran, dass jede Voraussage für sich genommen eine Trefferwahrscheinlichkeit hat und jede Quote diese Wahrscheinlichkeit widerspiegelt. Eine Quote von 2.00 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 50 % (ohne Marge), eine Quote von 1.50 etwa 67 %. Wer drei Tipps zu Quoten 1.50, 2.00 und 2.50 spielt, kombiniert ungefähr 67 %, 50 % und 40 % Wahrscheinlichkeit — und das Produkt dieser Wahrscheinlichkeiten ist die Trefferchance der vollen Kombi.

Die Marge des Buchverzählers ist in jeder Quote eingepreist. Wer eine Quote liest, liest nicht die «wahre» Wahrscheinlichkeit, sondern die Wahrscheinlichkeit minus Marge. Bei einem Markt mit drei Outcomes (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) und Quoten, die jeweils 5 % Marge tragen, ist die bezahlte Auszahlung tiefer als 100 % der Einsätze. Bei einem System mit zehn Reihen kumulieren sich diese Margen. Das System reduziert das Risiko, aber nicht die Marge.

Wer «Systemwetten Tipps» sucht, findet Foren, Telegram-Gruppen, Telegram-Kanäle und kostenpflichtige Angebote, die tägliche Tipps verkaufen. Was solche Quellen liefern können, sind Hypothesen und Begründungen. Was sie nicht liefern können, ist eine sichere Voraussage. Niemand weiss das Ergebnis eines Spiels vor dem Abpfiff, und ein Abo auf Tipps ist kein Investment, sondern ein Konsum, dessen Kosten im Misserfolgsfall die Tipps übersteigen.

Systemwetten im Vergleich zur Bankwetten-Strategie

Eine Bankwette ist eine Voraussage, die in jeder Reihe mitläuft. Sie ist dann sinnvoll, wenn der Wettende einen Tipp für sehr wahrscheinlich hält und die anderen Tipps als riskanter einstuft. Die Bank gibt jeder Reihe denselben Faktor, der Verlust der Bank wirft aber alle Reihen gleichzeitig weg. Wer drei Bank-Tipps setzt und zwei Risikotipps, hat effektiv ein «2 aus 2» über die Risikotipps — die Bank zementiert die Grundquote.

Die Alternative ohne Bank: Alle Tipps gleich behandeln, das System über alle laufen lassen. Der Vorteil ist die Gleichbehandlung, der Nachteil ist die fehlende Verdichtung. Welche Variante besser ist, hängt davon ab, wie sicher der «sichere» Tipp wirklich ist. Eine Quote von 1.10 hat eine Trefferwahrscheinlichkeit von etwa 90 %, aber selbst ein solcher Tipp verliert in 10 % der Fälle. Wer die Bank setzt, akzeptiert dieses Risiko auf jeder Reihe.

Rechenbeispiel im Detail

Die folgende Rechnung zeigt, wie sich ein «3 aus 5»-System mit konkreten Zahlen verhält. Angenommen werden fünf Tipps zu den Quoten 1.40, 1.80, 2.10, 2.40 und 3.00, gespielt als «3 aus 5» mit 1 Franken pro Reihe. Zehn Reihen, Gesamteinsatz 10 Franken.

Die zehn Reihen ergeben sich aus den Kombinationen der fünf Tipps zu je dreien:

Reihe Tipps Gesamtquote
1 1.40 × 1.80 × 2.10 5’292
2 1.40 × 1.80 × 2.40 6’048
3 1.40 × 1.80 × 3.00 7’560
4 1.40 × 2.10 × 2.40 7’056
5 1.40 × 2.10 × 3.00 8’820
6 1.40 × 2.40 × 3.00 10’080
7 1.80 × 2.10 × 2.40 9’072
8 1.80 × 2.10 × 3.00 11’340
9 1.80 × 2.40 × 3.00 12’960
10 2.10 × 2.40 × 3.00 15’120

Szenario 1 — alle fünf Tipps treffen: Alle zehn Reihen gewinnen, jede Reihe zahlt die Gesamtquote mal 1 Franken Einsatz. Rückzahlung insgesamt: 5’292 + 6’048 + 7’560 + 7’056 + 8’820 + 10’080 + 9’072 + 11’340 + 12’960 + 15’120 = 93’348 Franken. Davon 10 Franken Einsatz, Nettogewinn 83’348 Franken. Zum Vergleich die einfache Kombiwette mit allen fünf Tipps: Gesamtquote 1.40 × 1.80 × 2.10 × 2.40 × 3.00 = 31’752, bei 1 Franken Einsatz 30’752 Franken Nettogewinn. Die Kombi gewinnt weniger als die Hälfte des Systems, weil sie nur eine Reihe aktiviert.

Szenario 2 — ein Tipp falsch (Quote 3.00 verliert): Sechs Reihen enthalten den verlorenen Tipp nicht, vier Reihen enthalten ihn. Die intakten Reihen 1, 2, 4, 7, 9, 10 — korrigiert um die Zahl: Reihe 1 (1.40 × 1.80 × 2.10 = 5’292), Reihe 2 (1.40 × 1.80 × 2.40 = 6’048), Reihe 4 (1.40 × 2.10 × 2.40 = 7’056), Reihe 7 (1.80 × 2.10 × 2.40 = 9’072), Reihe 9 (1.80 × 2.40 = nur 2 Tipps, also ungültig in «3 aus 5» — Reihe 9 enthält 3 Tipps, 1.80 × 2.40 × 3.00 = 12’960, der verlorene Tipp ist hier 3.00 — Reihe 9 verliert), Reihe 10 (2.10 × 2.40 × 3.00 = 15’120, der verlorene Tipp 3.00 — Reihe 10 verliert). Verbleibende intakte Reihen: 1, 2, 4, 7. Rückzahlung 5’292 + 6’048 + 7’056 + 9’072 = 27’468 Franken. Davon 10 Franken Einsatz, Nettogewinn 17’468 Franken.

Szenario 3 — zwei Tipps falsch (Quoten 3.00 und 2.40 verlieren): Die Reihen, die weder 3.00 noch 2.40 enthalten, sind Reihe 1 (1.40 × 1.80 × 2.10 = 5’292), Reihe 5 (1.40 × 2.10 × 3.00, enthält 3.00 — verliert), Reihe 7 (1.80 × 2.10 × 2.40, enthält 2.40 — verliert), Reihe 8 (1.80 × 2.10 × 3.00, enthält 3.00 — verliert). Nur Reihe 1 bleibt intakt. Rückzahlung 5’292 Franken, davon 10 Franken Einsatz, Verlust 4’708 Franken.

Szenario 4 — drei Tipps falsch: Keine Reihe enthält mehr drei richtige Tipps. Gesamteinsatz verloren.

Das System glättet den Totalverlust bei einem und zwei Fehlern ab, kostet aber Spitzengewinn bei vollem Erfolg im Vergleich zu einer einzigen grossen Kombiwette mit allen fünf Tipps. Die Reduktion von 83’348 Franken auf 30’752 Franken bei vollem Treffer (Szenario 1) zeigt den Preis: Das System verzichtet auf die höchste Auszahlung, um Teilerfolge zu ermöglichen.

Diese Rechnung ist ein Bandbrett-Beispiel und verwendet keine aktuellen Quoten. Sie zeigt, wie sich die Konstruktion verhält, und nicht, wie viel eine konkrete Wette am Mittwochabend bringt.

Verlustlimiten als Schutzwall

Spielende setzen vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage — die Oberlimite liegt bei 9’999 Franken, für unter 21-Jährige bei 1’000 Franken. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich.

Diese Limiten sind das wichtigste Werkzeug, das eine Systemwette im Zaum hält: Wer das eigene Tageslimit bei 200 Franken setzt, kann mit «3 aus 5» und 5 Franken pro Reihe (50 Franken Gesamteinsatz) vier solcher Systeme spielen, bevor die Tageslimite greift. Wer auf «2 aus 6» mit 2 Franken pro Reihe (30 Franken Gesamteinsatz) setzt, kann sechs solcher Systeme spielen. Die Limite definiert den maximalen Verlust, nicht den Gewinn — und sie gilt unabhängig davon, ob das System ein Volltreffer wird oder nicht.

Die Verlustlimite ist eine Selbstbegrenzung und kein Schutz vor schlechten Quoten. Wer trotz Limite spielt, kann innerhalb der Limite verlieren. Wer ohne Limite spielt, verliert die Schutzmauer.

Steuern und Buchführung

Wer Systemwetten spielt und regelmässig Gewinne macht, sollte die Gewinne dokumentieren. Die meisten Wettenden bleiben unter dem Steuerfreibetrag und zahlen keine Einkommenssteuer auf Wettgewinne; trotzdem hilft die Dokumentation, wenn das Finanzamt fragt. Bei ausländischen Plattformen ist die Situation je nach Kanton anders, im Kanton Thurgau etwa zum Beispiel auf voll steuerbares Einkommen.

Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht. Der Einsatz fliesst vollständig in den Wettschein. Wer eine Plattform mit «5 % Wettsteuer» sieht, hat es mit einer ausländischen Plattform zu tun, die ihre eigene Marge auf den Einsatz schlägt. Das ist nicht Schweizer Recht.

Praktischer Ablauf einer Systemwette

Der praktische Ablauf bei Sporttip beginnt mit der Auswahl der Ereignisse im Wettprogramm. Die spielende Einsatz wählt Y Ereignisse aus und gibt das Muster «X aus Y» an. Der Wettschein zeigt die Anzahl Reihen und den Gesamteinsatz basierend auf dem Einsatz pro Reihe. Vor der Bestätigung erscheint eine Anzeige mit Reihen, Gesamteinsatz und minimaler/maximaler Auszahlung. Erst nach Bestätigung wird der Schein abgegeben.

Bei Livewetten gilt: Die Wette wird unabhängig davon angenommen, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs werden mit Quote 1.00 gewertet. In spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheidung) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live spielt, sollte die Sekunden zwischen Ereignis und Wette im Auge behalten.

Bei Cash-Out gilt: Nur volles Cash-Out, kein Teilauszahlung, einmal ausgeführt nicht rückgängig zu machen. Wer mitten im Spiel aussteigen will, bekommt den Betrag, den Swisslos zum Zeitpunkt der Anfrage anzeigt. Der Betrag liegt unter dem späteren Gewinn, kann von derzeitigen Höhe abweichen und ist nicht garantiert.

Wann das System lohnt und wann nicht

Das System lohnt sich dann, wenn der Wettende mehrere Optionen hat und sich nicht sicher ist, welche zutrifft. Wer drei Heimsiege und zwei Auswärtssiege in einer Auswahl hat und sich nicht auf einen Tipp festlegen will, spielt das System, um Teilerfolge mitzunehmen.

Das System lohnt sich nicht dann, wenn der Wettende einen sicheren Tipp hat. Wer eine Quote von 1.20 für «sicher» hält, braucht kein System, das diesen Tipp mit vier weiteren kombiniert — der Spitzengewinn verwässert, der Schutz hilft nicht.

Das System lohnt sich auch nicht bei kleinen Quoten. Wer fünf Tipps zu Quoten 1.20 spielt, hat eine effektive Heimsieg-Quote von 1.20⁵ = 2’488, jeder Tipp trägt etwa 16 % Marge, das System trägt entsprechend mehr. Eine einzelne Wette auf den Favoriten-Tipp allein ist renditestärker.

Das System lohnt sich auch nicht, wenn die Tipps alle ähnlich sind. Wer fünf Tipps auf Heimsieg in fünf Bundesliga-Spielen liefert, hat kein Diversifikationsargument — die Tipps sind korreliert, ein Ausrutscher kommt selten allein.

Häufige Fehler

Ein häufiger Fehler ist die Verwechslung von System und Kombiwette: Wer «3 aus 5» spielt und glaubt, alle fünf Tipps müssten treffen, hat die Anzeige nicht gelesen. Bei «3 aus 5» reichen drei richtige Tipps aus den fünf für eine gewinnende Reihe.

Ein zweiter Fehler ist die Annahme, das System erhöhe die Gewinnchance. Es erhöht die Trefferwahrscheinlichkeit (einzelne Reihen treffen häufiger), aber reduziert die Auszahlung pro Treffer. Pro Frankenrisiko bleibt das System eine Wette mit Marge.

Ein dritter Fehler ist die Annahme, das System schütze vor schlechten Tipps. Es schützt vor Teilausfällen, nicht vor systematisch falschen Analysen.

Ein vierter Fehler ist das Ignorieren der Verlustlimiten. Wer ohne gesetzte Limite spielt, kann mehr verlieren als geplant.

Ein fünfter Fehler ist die Annahme, eine ausländische Plattform sei «die gleiche, nur mit besseren Quoten». Sie ist nicht die gleiche: Sie hat keine Schweizer Bewilligung, keinen Schweizer Schutz, keine Schweizer Spielsperre, und ihr Rechtsweg liegt im Ausland.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Systemwette, und wie unterscheidet sie sich von einer Kombiwette?

Eine Systemwette bündelt mehrere Kombinationen aus einer Auswahl von Ereignissen nach dem Muster «X aus Y». Bei «3 aus 5» ergeben sich zehn Wettreihen, jede Reihe zahlt ihren eigenen Einsatz. Die Kombiwette setzt auf eine einzige Kombination, alle Tipps müssen treffen.

Wie viele Wettreihen ergeben sich bei «3 aus 5», und wie hoch ist der Gesamteinsatz?

Bei «3 aus 5» sind es zehn Wettreihen. Der Gesamteinsatz ist Einsatz pro Reihe mal zehn — bei 1 Franken pro Reihe 10 Franken, bei 2 Franken pro Reihe 20 Franken.

Wie berechnet sich der Gewinn, wenn nur ein Teil der Tipps richtig ist?

Bei einem Fehler gewinnen die Reihen, die diesen Tipp nicht enthalten. Bei «3 aus 5» und einem Fehler sind es sechs intakte Reihen, deren Gesamtquoten aus den verbleibenden Tipps gebildet werden. Jede Reihe zahlt Einsatz mal Gesamtquote.

Welche Systemwette ist die beste, oder hängt das von Quoten und Budget ab?

Die «beste» Systemwette gibt es nicht. Kleine Systeme wie «2 aus 3» oder «2 aus 4» schonen den Einsatz und bieten Teilschutz, kosten aber Spitzengewinn. Grosse Systeme wie «4 aus 6» schützen gegen zwei Fehler, vervielfachen aber den Einsatz. Die Wahl hängt von Auswahl, Quoten und Risikobereitschaft ab.

Bieten Sporttip und Jouez Sport Systemwetten an, und welcher Höchsteinsatz gilt?

Sporttip bietet Systemwetten mit Höchsteinsatz 10’000 Franken pro Systemwette an. Jouez Sport bietet Multiples mit Höchsteinsatz 7’500 Franken pro Wettschein an. Beide Anbieter sind die einzigen in der Schweiz bewilligten Veranstalter.

Was bedeutet eine Bankwette, und was passiert bei Absage eines Ereignisses?

Eine Bankwette ist eine Voraussage, die in jeder Reihe des Systems enthalten ist und damit jede Reihe mitträgt. Verliert die Bank, ist das ganze System verloren. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innerhalb 48 Stunden nachgeholt, erhält die Voraussage Quote 1.00, der Einsatz wird zurückerstattet oder die Reihen verlieren den Faktor.

Inhalt erstellt vom Team «Quoten Rechner Info»